18.10.2017, 23:22 Uhr

Europaweite Aktion Schwerverkehrskontrollen bringen Vielzahl von Verstößen ans Licht

Foto: Ursula HildebrandFoto: Ursula Hildebrand

Wie das Bayerische Staatsministerium des Inneren bekanntgab, fanden am 11. und 12. Oktober europaweite Schwerverkehrskontrollen statt. Die Oberpfälzer Polizei stellte bei ihren Kontrollen eine Vielzahl von Verstößen fest.

A93_25 Die länderübergreifende Kontrollaktion für den gewerblichen Personen- und Güterkraftverkehr erbrachte im Raum Oberpfalz bemerkenswerte Zahlen. So wurden durch die Kontrolleure des Polizeipräsidiums Oberpfalz insgesamt 258 Fahrzeuge überprüft. Davon waren 76 Fahrzeuge zu beanstanden, 69 Verstöße gegen das Fahrpersonalrecht geahndet und 45 Fehlverhalten beim Transport von Gefahrgut zur Anzeige gebracht.

Fahrer mit gefälschtem weißrussischem Führerschein unterwegs

Ein 41-jähriger Fahrer eines Sattelzuges aus Weißrussland legte bei der Kontrolle am Parkplatz Schloßberg einen Führerschein der Klasse CE vor. Bei der genaueren Überprüfung des Führerscheins stellte sich dieser als Totalfälschung heraus. Bei seiner Vernehmung gab der Fahrer an, dass ihm sein Führerschein aufgrund einer Trunkenheitsfahrt im Jahr 2015 in Weißrussland für drei Jahre entzogen worden ist. Aus diesem Grund habe er sich die vorgelegte Totalfälschung besorgt. Die Weiterfahrt wurde unterbunden. Nach Rücksprache mit der StA Amberg wurde eine Sicherheitsleistung erhoben. Ein angeforderter Ersatzfahrer musste die Weiterfahrt durchführen.

Massive Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten eines türkischen Sattelzugfahrers 

Die Überprüfung der Lenk- und Ruhezeiten eines 49-jährigen türkischen Sattelzugfahrers am Parkplatz Schlossberg ergab massive Verstöße gegen selbige. Unter anderem wurde eine Lenkzeit von 23 Stunden und 19 Minuten festgestellt, welche nur durch kurze Pausen unterbrochen worden war.  Er verstieß 16 Mal gegen die tägliche Ruhezeit. An einem Tag wurden im 24-Stunden-Zeitraum nur drei Stunden und 23 Minuten Ruhezeit eingebracht. Das Bußgeld gegen den türkischen Fahrer beläuft sich auf rund 4.600 Euro.  Aufgrund dieser längerfristigen massiven Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten werden auch gegen den verantwortliche Unternehmer Ermittlungen eingeleitet. Dieser hat gegen die Dispositionspflicht und Aufsichtspflicht verstoßen.

Massive Mängel an der Ladungssicherung eines Gefahrguttransporters

Die Kontrolle am Parkplatz Stocker eines 37-jährigen slowakischen Sattelzugfahrers mit französischem Auflieger, der 22 Tonnen Gefahrgut beförderte, ergab massive Mängel an der Ladungssicherung. Der Sattelauflieger verfügte zwar über einen festen Aufbau, das Gefahrgut selbst war auf der Ladefläche aber ungenügend gesichert. Erst nachdem sich der Fahrer Hilfsmittel zur Ladungssicherung besorgt hatte und das Gefahrgut ausreichend nachgesichert hatte, konnte er die Fahrt fortsetzen.  Ihn erwartet eine Anzeige nach dem Gefahrgutrecht über 300,- Euro. Gegen den verantwortlichen Verlader wird eine Bußgeldanzeige über 500 Euro erstellt.  Da der Beförderer seinem Fahrer keine ausreichenden Hilfsmittel zur Ladungssicherung zur Verfügung gestellt hatte, erwartet auch diesen eine Bußgeldanzeige über 800 Euro. 


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