21.04.2017, 12:09 Uhr

Petition Personalräte der Hochschulen in Bayern wenden sich gegen befristete Verträge

Foto: gajus / 123RF Lizenzfreie BilderFoto: gajus / 123RF Lizenzfreie Bilder

Die Personalräte der Hochschulen in Bayern haben den Abgeordneten und Haushaltspolitiker Reinhold Strobl (SPD) gebeten, ihre Petition mit der Forderung an die Staatsregierung, keine sachgrundlosen Befristungen im Bereich der Hochschulen mehr auszusprechen, zu unterstützen.

SCHNAITTENBACH/MÜNCHEN Seit 2013 sei es wohl so, dass im Bereich der Hochschulen verstärkt befristete Arbeitsverträge ausgestellt werden. Strobl fragte deshalb bei der Bayerischen Staatsregierung nach, wie viele Arbeitsverhältnisse im Bereich der Zuständigkeiten der Ministerien, vor allem im Bereich der Hochschulen befristet seien. Die Staatsregierung bezog ihre Antwort auch auf die Anfrage eines anderen Abgeordneten, worin sie auf umfangreiches Zahlenmaterial verweist. Seit dieser Zeit, stellt Strobl fest, habe sich eigentlich nichts zum Besseren gewendet.

Auffällig, so Strobl, seien die Zahlen aus dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: Im Bereich Landwirtschaft arbeiteten 32 Prozent der Beschäftigten befristet, im Bereich Wald und Forstwirtschaft immerhin auch 32 Prozent und im Bereich Ernährung gar 82,5 Prozent und im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe 58 Prozent. "Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum so viele Beschäftigte nur befristet eingestellt werden. Was sind denn da die Hintergründe, fragt sich der Abgeordnete. Ich hätte gerne noch mehr Informationen über die Einstellungspraxis der Ministerien und überlege, eine weitere Anfrage zu stellen, um zu erfahren, um welche Stellen es sich genau handelt. "Eigentlich müßte der Staat mit gutem Beispiel vorangehen." Kommentiert Strobl. Dem sei aber nicht so.

Beim Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, falle besonders auf, so Strobl, dass die große Anzahl der befristeten Arbeitsverhältnisse jünger als 35 Jahre waren. Reinhold Strobl: "Wie sollen denn junge Menschen langfristig planen können, Familien gründen, sich dauerhaft sesshaft machen können, wenn sie nicht wissen, ob sie in ein paar Jahren noch bei ihrem jetzigen Arbeitgeber angestellt sind." Eine schwierige Situation, findet der Abgeordnete. Flexibilität zu fordern von den Beschäftigten ist die eine Sache, eine Lebensperspektive zu bieten die andere. "Ich verstehe vor allem nicht, warum es nicht möglich ist, qualifizierte Arbeitsnehmer längerfristig anzustellen. Da hat doch auch der Arbeitgeber Vorteile, wenn er weiß, dass er sich auf die Erfahrung seiner Beschäftigten langfristig verlassen kann."

Genauso verhalte es sich beim Staatsministerium des Innern und der Justiz. Natürlich, so der Abgeordnete, könne es vorkommen, dass unter bestimmten Voraussetzungen befristete Arbeitsverträge nötig seien. Aber auf der anderen Seite kann es nicht sein, dass ein großer Teil der Stellen mit eigentlichen Daueraufgaben ebenfalls mit befristeten Arbeitsverträgen besetzt wird.


0 Kommentare