10.12.2013, 15:54 Uhr

Karg kandidiert für BWG „Erbfolge"-Zoff in Burglengenfeld

Foto: Stadt BurglengenfeldFoto: Stadt Burglengenfeld

Die perfekte Harmonie schien bei der SPD im schönen Burglengenfeld zu herrschen. Doch damit ist es vorbei: Der langjährige Bürgermeister Heinz Karg und sein Stellvertreter Theo Lorenz treten bei der Kommunalwahl für die Burglengenfelder Wählergemeinschaft (BWG – Freie Wähler) an.

BURGLENGENFELD Das Bild oben zeigt Karg (3. v. re.) und Lorenz (2. v. li.) mit dem SPD-Fraktionschef im Stadtrat, Wolfgang Dantl (re.), sowie dem Parteivorsitzenden und Bürgermeisterkandidaten Bernhard Krebs (2. v. re.) bei der Feier zu Lorenz' 60. Geburtstag im März 2012. Damals war die Welt noch in Ordnung, und dies schien auch bis zuletzt so zu sein.

Krebs war als Nachfolger von Karg auserkoren worden, der nach 24 erfolgreichen Bürgermeister-Jahren aus Altersgründen nicht mehr kandidieren darf. Dennoch sollten und wollten Karg wie auch Lorenz gute Plätze auf der SPD-Stadtratsliste bekommen. Da dies entgegen der ursprünglichen Planung nicht so ist, tritt das Bürgermeister-Duo nun für die BWG an, ebenso wie SPD-Stadträtin Evi Vohburger.

Karg sagte zu den Gründen für den Wechsel zur BWG: „SPD-Ortsvorsitzender Bernhard Krebs und SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Dantl waren bei mir im Büro und haben mir mitgeteilt, dass meine Kandidatur auf der Stadtratsliste der SPD nicht erwünscht ist. Als Grund wurde angegeben, dass sie befürchten, meine Rolle in der künftigen SPD-Fraktion könne zu dominant sein." Das Nebeneinander von zwei Alphatieren funktioniere nicht, habe Krebs wörtlich gesagt.

Karg zeigte sich „menschlich schwer enttäuscht“. Bislang sei ihm von Seiten der SPD stets versichert worden, „dass man auf meine Erfahrung und meine Kompetenz dringend angewiesen sei. Bernhard Krebs hatte ursprünglich seine Bereitschaft zur Kandidatur für das Bürgermeisteramt sogar verknüpft mit der Bedingung, dass ich noch einmal auf der Stadtratsliste der SPD kandidiere“. Zum Schluss jedoch sollen Krebs und Dantl gefordert haben, dass Karg zwar nicht mehr kandidieren, aber Krebs trotzdem öffentlich unterstützen solle.

Das wirklich Pikante an der neuen Situation: Bislang hatte die BWG nie einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten aufgestellt, weil sie sich durch Heinz Karg stets bestens vertreten fühlte. Diese Tradition schien sich fortzusetzen, schon frühzeitig legte sich die BWG auf eine Unterstützung von Krebs fest. „Die Ereignisse der letzten Wochen machen eine komplette Neubewertung notwendig“, sagt der BWG-Vorsitzende Albin Schreiner jetzt.

Bedeutet dies, dass die BWG jetzt einen eigenen, neuen Kandidaten „von Kargs Gnaden" aufstellt? „Das kann man zum jetzigen Zeitpunkt weder ausschließen noch bestätigen. Das ist offen und liegt daran, wie sich Krebs nun verhält", so Schreiner auf Wochenblatt-Nachfrage.

Bernhard Krebs selbst zeigte sich in einer ersten Stellungnahme verwundert darüber, dass interne Gespräche und E-Mails nun Bestandteil einer BWG-Pressemitteilung geworden seien. Gleichwohl räumt der Bürgermeister-Kandidat der SPD ein: „Es ist im Ergebnis richtig, dass ich Heinz Karg gebeten habe, nicht mehr für die Liste zu kandidieren."

Die Zusammensetzung der Stadtratsliste der Burglengenfelder Sozialdemokraten sei konsequent in die Zukunft gerichtet, so Krebs weiter. „Es wäre deshalb das falsche Zeichen, wenn der amtierende Bürgermeister auf der Stadtratsliste auf einem vorderen Platz kandidieren würde.”

Ein hinterer Listenplatz wiederum wäre ihm angesichts seiner einzigartigen Lebensleistung kaum zuzumuten gewesen – abgesehen davon, dass er damit auch nicht einverstanden gewesen wäre, führt Krebs aus. An der Strategie der SPD Burglengenfeld ändere sich nichts: „Es ist unser Ziel, das Lebenswerk von Heinz Karg und den Burglengenfelder Sozialdemokraten fortzuführen – die Sicherung der Kontinuität ist nach wie vor eine zentrale Aufgabe unserer Politik."


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