13.11.2014, 09:15 Uhr

Kunst Rewag Kulturstiftung: Tanz-Kunstpreis an Alexandra Karabelas verliehen

V.l.n.r.: REWAG-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes, stv. Kuratoriumsvorsitzender, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, Kuratoriumsvorsitzender, Alexandra Karabelas, Preisträgerin, Peter Wolfrum, REWAG-Vorstandsmitglied, und Dr. Klaus Schulz, Stiftungsvorsitzender, bei der Preisverleihung im Reinigergebäude der REWAG. Foto: RewagV.l.n.r.: REWAG-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes, stv. Kuratoriumsvorsitzender, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, Kuratoriumsvorsitzender, Alexandra Karabelas, Preisträgerin, Peter Wolfrum, REWAG-Vorstandsmitglied, und Dr. Klaus Schulz, Stiftungsvorsitzender, bei der Preisverleihung im Reinigergebäude der REWAG. Foto: Rewag

„Die multimedial aufbereitete Choreografie ist komplex und intelligent inszeniert und ermöglicht durch ihre Interdisziplinarität den Betrachtern viele Zugänge zur Kunst.“ So begründet die Jury die Entscheidung für die Regensburger Choreografin Alexandra Karabelas.

REGENSBURG Bei einem feierlichen Festakt durfte Alexandra Karabelas am Mittwochabend, 12. November, den mit 5.000 Euro dotierten Kunstpreis der Regensburger Kulturstiftung der REWAG entgegen nehmen. Im historischen Reinigergebäude der REWAG haben der Kuratoriumsvorsitzende, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs, sowie der stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende und Vorstandsvorsitzende der REWAG, Olaf Hermes, zusammen mit Susanne Wiedamann, Laudatorin und Mitglied der Jury, Alexandra Karabelas gewürdigt. Gemeinsam mit Stiftungsvorstand Dr. Klaus Schulz, übergaben sie anschließend offiziell den Kunstpreis. Fünf Choreografen und Choreografenkollektive aus der Region hatten sich an der Ausschreibung zum Kunstpreis 2014 beteiligt und für die Endausscheidung qualifiziert. Am Freitag, 7. November, haben die Beteiligten ihre Choreografien im Rahmen der Regensburger Tanztage im Theater der Universität Regensburg präsentiert. Alexandra Karabelas konnte die Jury mit ihrem Werk „Hungry Butterflies 4“ überzeugen.

Die Begründung der Jury „Die dargebotenen Produktionen waren sehr unterschiedlich und sorgten bei den Jurymitgliedern für kontroverse Diskussionen. Nach langem Ringen hat sich die Jury für eine Choreografie entschieden, die – wie viele Produktionen aus dem Finale das Beziehungsthema aufgreift – aber sich durch die sehr eigenständige Weise unterscheidet. Die multimedial aufbereitete Choreografie ist komplex und intelligent inszeniert und ermöglicht durch ihre Interdisziplinarität den Betrachtern viele Zugänge zur Kunst. Die Herangehensweise ist mutig, da sie den Tanz in aktuelle, gesellschaftspolitische Kontexte stellt.“

Die fachkundige und überregionale Jury bestand aus Anke Hellmann, Dozentin für Tanzgeschichte und –theorie, Jury-Mitglied beim Bayerischen Landesverband für Zeitgenössischen Tanz und beim Förderpreis Tanz der Landeshauptstadt München; Anna Beke, diplomierte Bühnentänzerin und Choreographin; Susanne Wiedamann, Journalistin; sowie Thomas Reher, Dramaturg, Regisseur, Tänzer und Jurymitglied im Bayerischen Landesverband für Zeitgenössischen Tanz.

Der Kunstpreis Der Kunstpreis der Regensburger Kulturstiftung der REWAG ist mittlerweile eine feste Größe in der Regensburger Kulturszene. Oberbürgermeister Joachim Wolbergs dazu: „Mit dem Kunstpreis können wir ganz gezielt herausragende Künstler fördern. Das ist wirklich eine tolle Sache!“ REWAG-Vorstandsvorsitzender Olaf Hermes ergänzt: „In diesem Jahr haben wir eine Sparte gewählt, die in der Öffentlichkeit bisher nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Ich finde es schön, dass wir den Choreographen und Tänzern so zu ein wenig mehr Anerkennung verhelfen können.“

Der Kunstpreis wird seit 2008 alle zwei Jahre ausgelobt, bisher in den Sparten Bildende Kunst, Musik und Literatur.

Die Regensburger Kulturstiftung der REWAG Die Kulturstiftung wurde im Dezember 1997 mit einem Stiftungsvermögen von damals 1 Million Mark gegründet. Aufgestockt aus dem Pater-Emmeram-Nachlass um eine weitere Million und mit einem Zuschuss der Sparkasse versehen sowie dank eigener Rücklagen beläuft sich das Grundstockvermögen zurzeit auf rund 1,16 Millionen Euro. Insgesamt wurden bisher 530.000 Euro an Fördergeldern für unterschiedliche Bereiche der regionalen Kultur ausgezahlt. Die Erträge fließen in Kunstausstellungen, Veranstaltungen und verschiedene kulturelle Projekte.

Die Preisträgerin des Kunstpreises 2014 Alexandra Karabelas studierte Neuere Deutsche Literatur, Politikwissenschaft und Philosophie an den Universitäten in Tübingen und Genf mit Magisterabschluss und absolvierte zudem die tanzwissenschaftlichen Diplom- und Masterstudiengänge („Tanzkulturen“) an der Universität Bern. Von 2000 bis 2004 war sie als leitende Pressereferentin und Dramaturgin beim Stuttgarter Ballett tätig. Seit 2005 lebt sie in Regensburg und kreiert seitdem eigene Choreografien und Dramaturgien. 2009 gründete sie ihr Label „Tanz_Denken“ (www.tanz-denken.de), unter dem sie Choreografien, Dramaturgien, Texte und Projekte im Bereich des Zeitgenössischen und Klassischen Tanzes sowie der Bildenden Kunst realisiert. Seit 2013 ist sie künstlerische Leiterin von „Schleudertraum: Festival für aktuellen Tanz“ und Initiatorin des Symposiums „2BC // Bayerische Biennale Choreografie“. An der LMU München erfüllt sie im Fachbereich Tanzwissenschaft der Theaterwissenschaft an der LMU-München einen Lehrauftrag. Choreografische Verfahrensweisen unterrichtet sie außerdem im Rahmen des Projektes "Zeitung in der Schule" des Bayernwerks. Gefördert von der Stadt Regensburg, kreiert sie aktuell für die Europäische Kulturhauptstadt Pilsen 2015 mit tschechischen und deutschen Tänzern das Performanceprojekt "Zoes Bios Box 2. Episodes About Who We Are".

Die Choreographie Hungry Butterflies 4 Alexandra Karabelas: „Das Stück bildet den Epilog meiner 2011 begonnenen Duett-Serie über das Paar. Waren die ersten Stücke kammerspielartige Versuchsanordnungen über die Frage, wie die Tiefen im Zwischenmenschlichen über den Dialog von Körpergesten auszuloten sind, beschäftigen mich aktuell die Kriege in der Welt. HUNGRY BUTTERFLIES 4 ist ein theatraler Reigen von traumähnlichen Bildern geworden, zu denen das, was mich beschäftigt, geronnen ist: Verstörung, Druck, Gewalt, Heimatlosigkeit und das Potenzial des Tanzes.“


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