06.03.2014, 13:31 Uhr

Rotlicht Piraten sperren sich gegen Ausweitung der Sperrbezirksverordnung in Regenbsburg

Foto: Tobias GrießerFoto: Tobias Grießer

Das Wochenblatt hatte bereits im Juni 2013 darüber berichtet, dass die Sperrbezirksverordnung der Stadt Regensburg ausläuft. Jetzt ist die Debatte am kochen – die Piraten haben sich nun geäußert.

REGENSBURG Das Wochenblatt hatte bereits im Juni 2013 darüber berichtet, dass die Sperrbezirksverordnung der Stadt Regensburg ausläuft. Im April soll der Stadtrat über die Neuordnung der Sperrbezirksverordnung diskutieren, die im Juli ausläuft. Nach Auffassung von Betroffenen, Polizei und VertreterInnen des deutschen Verbandes für die Rechte von SexworkerInnen ist die Straßenprostitution in Regensburg so stark rückläufig, dass Verbote hier sinnlos wären. Der überwiegende Teil der Regensburger Prostitution findet in Wohnungen außerhalb der Innenstadt statt und ist dort bisher weitestgehend problemlos.

Deshalb fordern die Piraten, dass bei der Neuordnung der innere Sperrbezirk, der Prostitution auch in Gebäuden verbietet, auf keinen Fall erweitert werden darf. Auch die Ausnahmen des äußeren Sperrbezirkes sollten erhalten werden, da ein Verbot und eine Verlegung des Straßenstrichs in unbelebte Industriegebiete für SexworkerInnen zu gefährlich ist.

Dazu Tina Lorenz, OB-Kandidatin der Piraten Regensburg: "Alle Maßnahmen, die zu einer Verdrängung von Prostitution in die Illegalität führen, sind dringend zu vermeiden. Wohnungsprostitution im äußeren Sperrbezirk fügt sich seit jeher diskret und problemlos in Wohnviertel ein; SexworkerInnen können dort in relativer Eigenständigkeit arbeiten. Eine Verdrängung sorgt dafür, dass SexworkerInnen Freiern und Zuhältern schutzloser ausgeliefert sind, dass ihre Arbeitsbedingungen noch prekärer und unsicherer werden und dass sie noch weiter aus dem sozialen Netz gedrängt werden. Wir setzen auf Dialog mit den Betroffenen, nicht auf Verdrängung einer Berufsgruppe, die von der Stadt als Problem wahrgenommen wird."

Die Piraten schlagen deshalb vor, eine Anhörung von Interessensverbänden, Polizei und Anwohnern vor der Entscheidung im Stadtrat zu veranstalten, in der alle Aspekte beleuchtet werden können. 


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