27.01.2014, 08:56 Uhr

Politik Piraten klammern sich für Unterschriften an alle Strohhalme

Ewa Tuora-Schwierskott von den Piraten bei einer Nackt-Demo gegen den US-Botschafter. Foto: HildebrandEwa Tuora-Schwierskott von den Piraten bei einer Nackt-Demo gegen den US-Botschafter. Foto: Hildebrand

Die Regensburger Piraten müssen befürchten, noch nicht einmal auf dem Wahlzettel zu stehen bei der Kommunalwahl. Jetzt suchen sie sich Unterstützung bei einem Künstler.

REGENSBURG Jakob Friedl vom Burgweintinger Kunstverein Fvfu-uüiUF.e.V. setzt sich dafür ein, dass im Bürgerbüro Burgweinting im BUZ genügend Unterschriften für die Piraten abgegeben werden, damit diese zur Stadtratswahl antreten können. Schließlich unterstützen die Piraten die Maibaumaufstellung in der Käthe Kollwitz-Siedlung, was grundsätzlich jeder Partei offensteht - allerdings auch mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Stadtteil und der Kunst verbunden ist. Piraten und Kunstverein werden deshalb am Dienstag, den 27.01 vor Ort einen gemeinsamen Informationsstand aufbauen und zusammen mit Passanten in Erinnerungen an vergangene Kunstprojekte und Happenings schwelgen, das Ende des partizipativen Art BuZZ`l Projekts und den nun wieder ungenutzten Leerstand im BUZ bedauern und dabei zukünftige Kunstvorhaben im Stadtteil bereden. Natürlich sind auch die Kernthemen der Piraten, die Arbeit im Stadtrat, gemeinsame Forderungen für Regensburg ein Thema. Die Piraten sind die erste Partei, die sich aktiv mit einem thematisch auf Burgweinting zugeschnittenen Wahlkampfstand daran beteiligt, die Maibaumaufstellung in der Käthe-Kollwitz-Siedlung bekannt zu machen, für die parteien- und vereinsübergreifend noch weitere Unterstützer gewonnen werden sollen. Schließlich muss der Maibaum noch von Burgweintingern gefällt, transportiert, geschält und mit den Betonportraits aller OB Kandidaten geschmückt und aufgestellt werden. Den Maibaum wird übrigens ein zwei Meter hoher, aus Eiche geschnitzter, kopfloser, schwangerer Bayern zieren, eine Arbeit von Anja Lemke vom Fvfu-uüiUF.e.V. Ein Modell wird am gemeinsamen Informationsstand zu sehen sein. Ziel der geplanten Maibaumaufstellung ist es an der Grenze zum Landkreis eine Tradition wirkungsvoll neu zu begründen und dafür alte und neue Burgweintinger aus den unterschiedlichen Quartieren zu gewinnen. Die Piraten und der Förderverein für unter-und überirdische UrbanismusForschung/Fvfu-uüiUF.e.V., sind sich wie viele andere auch, darüber einig, dass es für die Stadt Regensburg wichtig ist, Kunst im öffentlichen Raum zuzulassen und auch in den Stadtteilen zu realisieren. Nur die kulturpolitischen Rahmenbedingungen dafür sind nicht hinnehmbar. So hat z.B. das wegweisende Art BuZZ`l Kunstprojekt im Jahr 2013, nach einem Jahr täglicher ehrenamtlicher Arbeit nur 200 Euro für Material vom Kulturreferat abstauben können. Der Stadtteilbücherei Burgweinting stehen lediglich 30 Euro pro Monat zur Finanzierung des Kasperltheaters zur Verfügung. Pro Stadtteil gibt es für soziale Projekte von Vereinen lediglich 1.500 Euro aus dem „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ Programm des Bundesministeriums für Familie. Die Stadt Regensburg selbst hat keinen Etat für soziale oder künstlerische Projekte in den Stadtteilen. "Hier würden wir gerne Abhilfe schaffen und die Stadtteilbüchereien, die zweifelsohne zentrale Anlaufstellen für viele Bewohner der Stadtteile sind, mit eigenen nennenswerten Kulturetats ausstatten: Einerseits soll mit diesen Mitteln das Kulturprogramm der Büchereien selbst (z.B. Lesungen u.ä.) stärker ausgebaut werden; Andererseits sollen wechselnde Kultur & Kunstprojekte in öffentlichen Räumen unterstützt werden. Dezentrale Strukturen in der Mittelvergabe und flache Hierarchien begünstigen eigenständiges Handeln und einen breit angelegten Lernprozess auch innerhalb der Institution Kulturreferat", heißt es von den Piraten.


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