27.09.2013, 14:33 Uhr

Politik Was wollen die Regensburger? Joachim Wolbergs will das jetzt ganz genau wissen

Der Sozial- und Wirtschaftspsychologe Peter Fischer und OB-Kandidat Joachim Wolbergs Foto: SPDDer Sozial- und Wirtschaftspsychologe Peter Fischer und OB-Kandidat Joachim Wolbergs Foto: SPD

„Wir wollen die Regensburgerinnen und Regensburger beteiligen!“ Joachim Wolbergs geht einen Schritt auf die Bürger zu. Am Samstag, 28. September, finden die Regensburger eine Umfrage in ihrem Briefkasten. Sie sollen sagen, was sie sich wünschen.

REGENSBURG 50.000 Schreiben stecken in 50.000 Briefkuverts, darin sind vier Blätter enthalten: Ein Anschreiben, mit dem sich Oberbürgermeister-Kandidat an die Regensburgerinnen und Regensburger wendet, sowie drei Seiten mit Fragen zu verschiedenen Themen wie Verkehr, Kultur und Lebenszufriedenheit. „Die Antworten der Regensburgerinnen und Regensburger werden Teil des Wahlprogramms der SPD“, verspricht Wolbergs. Er geht damit einen Weg, der ziemlich einzigartig sein dürfte: Prof. Peter Fischer von der Universität Regensburg „kennt jedenfalls keine vergleichbare Studie, bei der ein Politiker wissenschaftlich die Bürger befragt hat, wie der Ist- und wie der Soll-Zustand in ihrer Stadt ist“, so der Sozial- und Wirtschaftspsychologe.

Am Samstag, 28. September, wird die Umfrage in den Briefkästen der Regensburger landen. Allerdings nur, wenn auf dem Briefkasten nicht der Aufkleber „Keine Werbung“ klebt. Doch auch für jene Bürger, die den Brief nicht im Briefkasten haben werden, hat Wolbergs eine Lösung: „Jeder kann sich beteiligen. Auch online über meine Seite joachim-wolbergs.de oder auf Wunsch schicken wir den Fragebogen natürlich auch gerne zu!“

Spannend ist es sicher, was Wolbergs da auf die Beine gestellt hat. Denn neben der Umfrage, die morgen startet, wird separat auch eine Kinderstudie initiiert, bei der 400 Regensburger Kinder befragt werden, wie sie sich ihre Stadt vorstellen. „Als Bürgermeister bekomme ich oft Besuch von Schulklassen. Ich habe festgestellt, dass Kinder ganz genau wissen, was sie wollen. Mir ist wichtig, dass die Wünsche von Kindern umgesetzt werden, wenn ich Oberbürgermeister werde. Und deshalb will ich wissen, welche Wünsche Kinder in unserer Stadt haben“, sagte Wolbergs am Freitag bei der Vorstellung der beiden Studien.

Die Erwachsenen-Studie ist anonymisiert. Jeder, der den Fragebogen ausgefüllt zurück sendet, kann aber an einem Gewinnspiel teilnehmen, denn auf dem Anschreiben Wolbergs ist ein Gewinncode angegeben. Ob die Studie am Ende tatsächlich repräsentativ ist, weiß der Wissenschaftler Peter Fischer noch nicht. „In der Regel ist ein Rücklauf von zehn Prozent schon super“, sagt Fischer. Bürgermeister Wolbergs hofft auf eine hohe Beteiligung: „Egal, ob die Beteiligung 50 Fragebogen, 500 oder 15.000 umfasst: Wir werden die Ergebnisse publizieren“, so Wolbergs.

Wichtig war ihm, dass der Fragebogen keine Fragen beinhaltet, die eine vorgefasste Meinung widerspiegeln würden: „Wir haben nicht gefragt, ob man den Verkehr in Regensburg schlecht findet, sondern wir haben gefragt, ob man mit der Verkehrsplanung zufrieden ist“, so Wolbergs. Durch diese positiv formulierten Fragen wird die Umfrage „auch wissenschaftlich fundiert“, so Prof. Fischer, der sich aus den Ergebnissen wichtige Erkenntnisse verspricht. „Wir wissen aus vielen Studien, dass Menschen das Gefühl haben müssen, dass sie Mitsprache haben. Fehlt etwa in Unternehmen dieses Gefühl unter den Mitarbeitern, dann gibt es Burnouts“, so der Professor. Genau das ist Wolbergs wichtig: „Ich will, dass der Wille der Bürger in unser Wahlprogramm mit einfließt.“

Das Ergebnis der Umfrage wird ein wichtiger Teil des Wahlprogramms für den OB-Kandidaten werden. „Natürlich fließen auch die Ideen und Konzepte der Fraktion mit ein. Zum anderen haben wir Fachgespräche mit Organisationen, die wir zunächst nichtöffentlich führen, damit sie offener sind. Und dann werden wir die Ergebnisse der Kinderstudie und der Erwachsenenstudie mit einfließen lassen“, so der OB-Kandidat. Mit Ergebnissen rechnet er bis Mitte November. Man darf gespannt sein, was sich die Bürger wünschen, wo es ihnen unter den Nägeln brennt. Mit zwei Fragen versucht der Wissenschaftler Fischer, besonders genau herauszufinden, wo es hakt und was sich die Regensburger wünschen: Man stelle sich vor, man sei Oberbürgermeister. Welche drei Dinge würde man unbedingt bewahren? Und welche drei Dinge würde man unbedingt ändern? 


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