27.09.2013, 10:19 Uhr

Politik CSU-Chef gratuliert Freier Wählerin: Ist dieser süße Apfel vergiftet?

Astrid Freudenstein (links, hier mit Tanja Schweiger) ist im Bundestag Foto: ceAstrid Freudenstein (links, hier mit Tanja Schweiger) ist im Bundestag Foto: ce

Novum zwischen Polit-Gegnern: Peter Aumer, CSU, gratuliert der Freien Wählerin Tanja Schweiger zum Wiedereinzug in den Landtag. Doch der charmant vorgetragene Gratulationsbrief könnte ein vergifteter Apfel sein.

REGENSBURG Mit „charmant“ betitelte das Wochenblatt in seiner Online-Ausgabe ein Gratulationsschreiben des bisherigen Bundestagsabgeordneten und CSU-Kreischef Peter Aumer an seine Kolleginnen Sylvia Stierstorfer und Tanja Schweiger. Charmant deshalb, weil Aumer nicht nur seiner Parteifreundin Stierstorfer gratulierte, sondern auch der Freien Wählerin – ein Novum?

Nun: Offenbar eher ein vergifteter Apfel für Schweiger. Denn die Landtagsabgeordnete will offenbar im März 2014 als Kandidatin um das Rennen für den Landratsposten antreten. Damit träte sie gegen Peter Aumer an, der Nachfolger von Herbert Mirbeth werden möchte. Aumers geschickte politische Attacke: „Bisher gehörten fünf Abgeordnete aus dem Landkreis Regensburg dem Bayerischen Landtag an: Neben den direkt gewählten Abgeordneten Sylvia Stierstorfer und Philipp Graf Lerchenfeld (beide CSU) waren dies über die jeweiligen Listen Tanja Schweiger (FW), Maria Scharfenberg (Grüne) und Thomas Dechant (FDP).“ Aumer beklagt, dass nun nur noch zwei Abgeordnete die Interessen des Landkreises in München vertreten würden.

Umarme Deinen Feind, um ihn zu besiegen Damit reicht Aumer Schweiger den vergifteten Apfel, in den sie herzhaft beißen soll: Tritt sie 2014 wirklich gegen ihn an, riskiert sie im Falle einer Wahl, ihr Mandat an einen Nachrücker abgeben zu müssen.

Der ist sicher nicht aus dem Landkreis Regensburg – damit wäre nur noch eine Abgeordnete mit Sylvia Stierstorfer aus dem Landkreis im Maximilianeum vertreten. Zwischenzeitlich hat Schweiger auch auf Aumers Brief reagiert, sie machte ihn ebenso öffentlich wie zuvor der CSU-Kreischef seinen: „Über Parteigrenzen hinweg gemeinsam zusammen zu arbeiten, ist von Anfang an mein Bestreben gewesen“, heißt es.

„Gerne greife ich daher Deine Anregung, jenseits politischer Unterschiede wichtige Weichenstellungen für unseren Landkreis gemeinsam voranzutreiben (...) auf und lade Dich auf den Adlersberg ein.“ Dort will Schweiger im gemeinsamen Gespräch mit Aumer „den Austausch suchen!“

Gut gekonntert, könnte man meinen. Oder mit einem chinesischen Sprichwort: Kannst Du Deinen Feind nicht besiegen, so umarme ihn ...


0 Kommentare