22.08.2013, 08:31 Uhr

Kurioses aus der Tierwelt Jedes Sommerloch hat sein Tier – 2013 ist es "Lotti" in Irsee

Foto: Rebecca SollfrankFoto: Rebecca Sollfrank

Man kann eigentlich schon die Uhr danach stellen: Jedes Jahr taucht irgendwann ein Tier auf in den Schlagzeilen. Mal groß, mal klein, mal mit Fell und mal Panzer. Und gelegentlich wird ein Mensch verletzt. Tiere haben im Sommerloch Konjunktur!

IRSEE/DEUTSCHLAND Das wohl bekannteste Sommerloch-Tier ist "Nessi", 1975 tauchte es in Loch Ness in Schottland auf. 1994 schwamm Kaiman "Sammy" in einem Baggersee in Dormagen. Er war seinem Besitzer beim Baden ausgekommen. 2001 war es Riesenwels "Kuno", der Reden von sich machte, als er im Volksgartenweiher in Mönchengladbach einen Dackel verspeiste. 2006 folgte dann Problembär "Bruno", für den der Auftritt am Ende tödlich endete. 2011 machte Kuh „Yvonne“ von sich Reden, als sie sich aus dem Staub machte. 2012 war es Krokodil "Klausi", das angeblich im Klausensee im Landkreis Schwandorf sein Unwesen trieb. Am Ende stellte sich heraus, dass eine scheue Bartagame dort ausgesetzt worden war. Und 2013 beschert und Schildkröte "Lotti", die in einem Weiher im Ostallgäu schwimmen soll, das Sommerloch-Thema.

"Lotti" scheint den ganzen Rummel um ihr Auftauchen nun auszusitzen. Nachdem die Alligator-Schildkröte, eine solche soll "Lotti" nämlich sein, am Montag, 5. August, einem Achtjährigen die Achillessehne durchgebissen haben soll, wird nach dem Tier gefahndet. Ab Donnerstag, 8. August, war der Weiher abgesperrt, ab Samstag dann wurde langsam das Wasser abgelassen und 500 Fische wurden umgesetzt. "Der See bleibt leer, bis wir die Schildkröte gefunden haben. Notfalls eben bis zum Winter", sagt Lieb damals. Mittlerweile hat er seine Meinung geändert. Da "Lotti" nicht bereit war, aus dem Schlamm zu klettern, wird der Weiher nun langsam wieder gefüllt, damit "Lotti" sich vielleicht doch noch aus ihrem Versteck traut. Zahlreiche Schaulustige haben den Weg zum Weiher gefunden und beobachten das Schauspiel. "Ein paar Leute haben mir erzählt, die Schildkröte in den letzten Tagen gesehen zu haben, auch beim Schwimmen noch. Ich selbst hatte sie noch nicht vor Augen", erzählt Bürgermeister Lieb. Das einzige, was krabbelnderweise gefunden worden ist, ist ein kleiner Krebs. Hat vielleicht der zugebissen und es gibt gar keine Schildkröte?

Ein Exemplar einer Alligator-Schildkröte lebt in Burgweinting, genauer gesagt im dortigen Reptilienzoo (Foto). Chef Alexander Stromsky kennt keinen Spaß, wenn Reptilien einfach so an Seen ausgesetzt werden. „Absolut unverantwortlich“ sei dies. Wer seinen kleinen Liebling nicht mehr halten kann, der solle sich lieber mit einer Auffangstation oder ähnlichem in Verbindung setzen. Unter www.reptilienzoo.de findet man hier den nötigen Kontakt.

Derweil ist ein Team aus Fachleuten, die von der Auffangstation für Reptilien München e. V. kommen, samt seines Leiters, dem Tierarzt Dr. Markus Baur, in Irsee eingetroffen, um nach Lotti zu suchen. Zeitlich sei die Suche kaum abschätzbar, so Baur. Wir dürfen also gespannt sein, ob man ein Tierchen findet im Oggenrieder Weiher in Irsee – und ob es am Ende tatsächlich eine Alligator-Schildkröte ist!


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