25.07.2013, 15:17 Uhr

Interview im SWR Mollath-Anwalt Strate: Es gibt "viele unbekannte Mollaths, die sich keinen Anwalt leisten können"

Foto: Ursula HildebrandFoto: Ursula Hildebrand

Seinen Namen kennt zwischenzeitlich jeder – Dr. Gerhard Strate ist der Anwalt von Gutsl Mollath, dem mann, der seit 2006 in der geschlossenen Psychiatrie sitzt und dafür kämpft, endlich wieder entlassen zu werden.

REGENSBURG/BAYREUTH Doch das dauert, nach der Entscheidung des Landgerichtes Regensburg vom Mittwoch, 24. Juli, das die Wiederaufnahmeanträge abgelehnt hat, scheint eine Entlassung nun weiter entfernt zu sein als gedacht. "Ich habe nicht geahnt, dass ich so dicke Bretter bohren muss", äußerte sich dazu Strate am Donnerstag, 25. Juli, im SWR in der Sendung "SWR1 Leute".

"Ich dachte, ich wäre mit dem Fall Mollath in zwei bis drei Monaten fertig. Jetzt bin ich es nach sieben Monaten immer noch nicht. Aber ich denke, wir werden sie schon durchbohren, auch wenn es jetzt etwas länger dauert. Ich habe schon noch einiges an Atem in der Geschichte", so Strate weiter. Mollath selbst habe die Ablehnung der Wiederaufnahme mit "Gleichmut" aufgenommen, Schock oder Enttäuschung habe Strate nicht aus der Reaktion heraushören können. "Wir haben von der dieser Strafkammer in Regensburg nichts anderes erwartet!" Strate hatte selbst am Donnerstag mit Mollath telefoniert. "Es hat alles seine Grenzen, und diese Entscheidung ist keine Ehre für die bayerische Justiz, es ist eher das Gegenteil. Ich meine schon, dass irgendwo, nicht der liebe Gott, aber der liebe Gott zum Beispiel in Form des Bundesverfassungsgerichts hier hinein regieren wird, es wird nicht bei dem bleiben", so Strate im SWR.

Strate glaubt nicht, dass der Fall Mollath ein Ausnahmefall ist, es gebe "viele unbekannte Mollaths,die sich keinen Anwalt leisten können".  


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