17.06.2013, 16:57 Uhr

"Übel zugerichtet" Erstversorger des Opfers von Siegenburg berichten Erschreckendes

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"So einen übel zugerichteten Menschen hab ich in der letzten Zeit nicht gesehen", das soll der Rettungsassistent zum Notarzt gesagt haben, als sie das Opfer versorgten, das in Siegenburg eine unsägliche Tortur erleben musste, weil die anderen ihn für schwul hielten.

REGENSBURG Am dritten Verhandlungstag wegen versuchten Mordes gegen drei Männer aus Siegenburg, die einen anderen jungen Mann wegen dessen angeblicher Homosexualität fast zu Tode geprügelt haben, sagten die Freundin eines der Täter und die Erstversorger, die das Opfer in die Notaufnahme des Uniklinikum Regensburg gebracht haben, aus.

Von der Freundin war allerdings nur wenig neue Erkenntnis zu gewinnen, sie wusste nur, dass ihr Freund Lothar B. sie in der Nacht angerufen habe und ihr am Handy gesagt hab, dass sie jemanden zusammengeschlagen haben. Als sie Daniel A., den sie auch versucht hatte anzurufen, in der Nacht zurückrief, sagte dieser nur, dass nichts passiert sei. Am nächsten Tag hätten dann die Täter allerdings realisiert "dass es bißchen scheiße ist, was passiert ist". 

Rettungsassistent berichtet von massiven Verletzungen

Doch was wirklich erschreckend war, waren die Aussage des Rettungsassistenten und des Notarztes, die das Opfer schwer verletzt erstversorgten. Der Rettungsassistent sagte: "Der Patient war blutüberströmt und konnte nicht mehr reden. Sein Gesicht war massiv angeschwollen. Er hat die Augen nicht mehr aufgebracht, so massiv waren die Verletzungen". 

Der Notarzt sagte, dass der Rettungsassistent ihm bei der Übergabe gesagt hätte, dass er so einen übel zusammengerichteten Menschen lange nicht gesehen hätte und dass er ins Gesicht gestiefelt worden sei. "Er hat den Mund kaum aufgebracht vor Schmerzen. Es war alles verquollen.

Keine unbeschriebenen Blätter

Was dann fast auch nicht mehr wunderte, war der Auszug aus dem Bundeszentralregister. Alle drei Angeklagten haben dort Eintragungen, besonders aber  Tobias B., der sogar schon einmal wegen gefährlicher Körperverletzung zwei Wochen im Jugendarrest verbringen musste. Auch die anderen beiden Angeklagten haben sich schon des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmittel und der Sachbeschädigung strafbar gemacht.

Urteilsverkündung wird diese Woche erwartet

Der Prozess, der mittlerweile große öffentliche Aufmerksamkeit erregt, wird am Donnerstag, 20. Juni, fortgesetzt. Das Urteil wird für Freitag, 21. Juni, erwartet. Das Wochenblatt wird weiter davon berichten.  


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