15.12.2010, 11:59 Uhr

Spitzen-Fußballer: Champions League gucken im Picasso

Foto: AltunerFoto: Altuner

Drei Spitzenfußballer haben sich vergangene Woche im Picasso zum Champions League-Gucken getroffen. Ein Profi von Borussia Dortmund war ebenso mit dabei wie ein türkischer Nationalspieler und ein Kicker vom FC Florenz. Allen dreien ist ihr Migrationshintergrund gemeinsam.

REGENSBURG Seit sich Nationalspieler Mesut Özil mit Kanzlerin Angela Merkel in der Umkleidekabine der Deutschen Nationalmannschaft fotografieren ließ, ist klar: Fußball ist nicht nur die perfekte Bühne für Politiker, der Sport eignet sich auch hervorragend dafür, Vorbilder ins Rampenlicht zu rücken jenseits einseitiger Integrations-Debatten. Seither sind Profi-Fußballer mit ausländischen Wurzeln auch ein Sinnbild dafür, dass junge Menschen mit Integrations-Hintergrund etwas aus ihrem Leben machen können.

Zwei lebende Beispiele dafür machten vergangenen Dienstag die Regensburger Altstadt unsicher. Özer Hurmaci wurde 1986 in Kassel geboren und spielt seit dieser Saison bei  Fenerbahçe Istanbul. Er ist türkischer Nationalspieler. Patrick Owomoyela war deutscher Nationalspieler, er hatte sich gezielt für das deutsche Team entschieden und eine Anfrage der nigerianischen Nationalmannschaft abgelehnt. Patricks Vater ist Nigerianer. Bekannt wurde der heute bei Dortmund spielende Patrick Owomoyela durch eine Hetzkampagne der rechtsextremistischen NPD.

Der dritte Fußball-Profi im Bunde war am vergangenen Dienstag Stevan Jovetić. Er ist vom FC Florenz und hat Deutschland als Tourist kennen gelernt – Regensburg ist dafür ja wahrlich eine gute Ausgangsposition.

Özer Hurmaci verbrachte zwei Wochen bei Reha Eder in Donaustauf, sein Bruder gastierte derweil im Hotel Goliath. Als er am Dienstag entlassen wurde, gönnten sich die drei Fußballer und Özers Bruder noch einen Abend in der Domstadt. Um Fußball kamen die drei Profis allerdings nicht herum. „Nach dem Pizzaessen waren wir noch im Picasso und haben dort das Champions League-Spiel angesehen”, erzählt der in Regensburg lebende freie Journalist Salih Altuner. Eigentlich wollte er Özer interviewen, aber die strengen Regeln des istanbuler Vereins ließen dies nicht zu. „Die Stadt hat ihm sehr gut gefallen und Özer meinte, er würde gerne privat nach Regensburg reisen und hier Urlaub machen”, erzählt Altuner. 

Özer ist nicht nur ein perfektes Beispiel dafür, dass man sehr wohl gut integriert in den beiden Welten Türkei und Deutschland leben kann. „Özer ist hier geboren und kann perfekt Deutsch”, schildert Altuner. „Er ist die absolute Neuentdeckung in der Türkei, weil er dort als Nachfolger des Mannschaftskapitäns Alex de Souza gehandelt wird, der sogar schon einmal Brasiliens Fußballer des Jahres war”.

 Deutsche und türkische Wurzeln sind eben eine wirklich gute Voraussetzung …


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