05.04.2013, 16:36 Uhr

Kirche Papst Franziskus fordert von Gerhard Ludwig Müller harte Gangart bei Missbräuchen

Papst Franziskus hat am Freitag, 5. April, bei einer Audienz den früheren Bischof von Regensburg und jetzigen Glaubenspräfekten Gerhard Ludwig Müller zu einer harten Gangart bei sexuellen Missbräuchen aufgefordert. Dabei war Müller als Ortsbischof selbst ins Visier der Kritiker geraten.

REGENSBURG Papst Franziskus hat die vatikanische Glaubenskongregation dazu angehalten, den Kampf gegen sexuellen Missbrauch durch Kleriker entschieden fortzuführen – und zwar „in der von Benedikt XVI. gewollten Richtung“. Franziskus traf an diesem Freitagmorgen den Präfekten der Glaubenskongregation, berichtete Radiovatikan.

Missbrauch in der katholischen Kirche, das war zentrales ein Thema bei der ersten offiziellen Papstaudienz für Erzbischof Gerhard Ludwig Müller an diesem Freitagmorgen. Papst Franziskus will auf dem von Benedikt XVI. beschrittenen Weg weitergehen, ist der Vatikanmitteilung zu dem Treffen zu entnehmen. Der Papst habe die Glaubenskongregation dazu angehalten, bei Fällen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker „mit Entschiedenheit“ zu handeln und dabei die von Benedikt XVI. begonnene Linie fortzuführen. Schutzmaßnahmen für Kinder sowie die Hilfe für die Opfer sexuellen Missbrauchs sollten gefördert werden und die notwendigen Strafverfahren gegenüber den Schuldigen fortgeführt werden, heißt es. Auch sollten die Bischofskonferenzen zur Ausformulierung und Anwendung von Maßnahmen in dem Bereich angehalten werden.

Gerhard Ludwig war selbst als Bischof  von Regensburg in Bedrängnis geraten, weil ein früher bereits verurteilter Priester erneut in einer Pfarrei im Bistum Regensburg eingesetzt wurde. In Riekofen verging sich der Mann, der zwischenzeitlich laisiert ist, erneut an Jungen. 

Die Glaubenskongregation hatte während des Pontifikates von Benedikt XVI. die nationalen Bischofskonferenzen dazu aufgefordert, Leitlinien für den Umgang mit sexuellen Missbrauchsfällen zu erarbeiten. Ausdrücklich wurde dabei der Opferschutz, eine Verbesserung der Priesterausbildung und die Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden bei Missbrauchsfällen betont. Der Großteil der Konferenzen hat dies bereits umgesetzt. Der Umgang mit dem Thema sei „für das Zeugnis der Kirche und ihre Glaubwürdigkeit sehr wichtig“, heißt es in der Vatikanmitteilung zur Audienz des Präfekten der Glaubenskongregation bei Papst Franziskus weiter. Den Opfern des sexuellen Missbrauchs gelte die Aufmerksamkeit und das Gebet des Papstes „in besonderer Weise“. 


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