15.02.2013, 12:52 Uhr

"Anlass zu größter Sorge" Bayerns oberster Denkmalpfleger: Steine für Sanierung der Steinernen Brücke reichen nicht

Foto: Ursula HildebrandFoto: Ursula Hildebrand

Der Verlauf der Sanierungsarbeiten an der Steinernen Brücke in Regensburg gibt nach Ansicht von Generalkonservator Egon-Johannes Greipl – so wörtlich – "Anlass zu größter Sorge".

REGENSBURG Dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 1/"Mittags in Niederbayern und der Oberpfalz") sagte Greipl am Freitag, 15. Februar, die für die Sanierung bereitgestellte Menge an Grünsandstein reiche nicht. Grünsandstein ist notwendig, um die Brückenbögen auszubessern. Das Problem sei nicht nur, dass zu wenig Steine bereitliegen, sondern auch, dass nach Angaben Greipls, Bayerns oberstem Denkmalpfleger, "nicht alle vorhandenen Steine in Ordnung sind".

Ein Sprecher der Stadtverwaltung meinte dazu, ihm sei bisher nicht bekannt, dass zu wenig Steine bereitgestellt wurden. Den Plan, den originalen mittelalterlichen Steinbruch des Materials der Steinernen Brücke zu reaktivieren, wurde verworfen. Dieser Steinbruch bei Ihrlerstein im Landkreis Kelheim würde noch genügend Material für die Ausbesserung enthalten. Im April soll es nun ein Gespräch der Beteiligten mit Oberbürgermeister Hans Schaidinger geben.

Die Steinerne Brücke in Regensburg ist neben dem Dom das bedeutendste Wahrzeichen der UNESCO-geschützten Altstadt von Regensburg. Sie wurde von 1135 bis 1146 erbaut und ist die älteste Steinbrücke Deutschlands. Sie wurde vom Kreuzfahrerheer im 12. Jahrhundert für den Donauübergang genutzt und war über 800 Jahre lang die einzige feste Donaubrücke weit und breit. Diese Sonderstellung macht die Sanierung auch zu einem einmaligen Vorgang. Die Sanierung der Steinernen Brücke läuft seit 2010 und soll nach den bisherigen Schätzungen ca. 20 Millionen Euro kosten. In der vergangenen Woche hat die Stadt dem ausführenden Bauunternehmen gekündigt und eingeräumt, dass die Fertigstellung auf einen nicht absehbaren Zeitpunkt verschoben wird. Ursprünglich sollte die Sanierung 2014 vollendet werden. Zu diesem Zeitpunkt wird nun voraussichtlich der erste Bauabschnitt fertig sein.


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