13.02.2013, 11:38 Uhr

Fasching Schüler aus dem Unterricht geworfen, weil er in Frauenkleidern kam!

Er fragte auf Facebook, ob er als Frau am Unsinnigen Donnerstag in die Mittelschule Neutraubling kommen soll: Axel L.s Mutter, eine Rheinländerin, schminkte den Jungen sogar. Doch der Rektor flippte völlig aus!

REGENSBURG _25 NEUTRAUBLING Vielleicht ist Axel L.s (Name geändert) Pech, dass seine Mutter Rheinländerin ist. Dort nämlich feiert man Fasching meist mit einem rauschenden Fest. In Neutraubling indes, wo der 16-Jährige auf die Mittelschule geht, da ist Fasching offenbar nicht so beliebt. Weil er als Frau am Unsinnigen Donnerstag in die Schule ging, soll ihn der Rektor aus dem Unterricht ausgeschlossen haben. Gleichzeitig soll der Rektor per Durchsage allen Schülern mit einem Verweis gedroht haben, die Bilder von Axel als Mädchen auf Facebook stellen. „Ich bin entsetzt“, sagte die Mutter des Jungen auf Anfrage. Eltern anderer Schüler hatten sich ans Wochenblatt gewandt.

„Der Rektor hat mich in die Schule zitiert, weil mein Junge nicht ordentlich gekleidet sei“, sagte die Mutter unserer Zeitung. „Ich sollte ihn abholen und ihm anständige Kleider mitbringen. Dabei habe ich ihn doch selbst geschminkt!“ In der Tat kam der Junge am Weiberfasching mit einem Kleid und in Damenstrümpfen in die Schule. Auf einem Bild sieht Axel richtig aus wie ein Mädchen – die anderen Schüler scheinen vom Outfit begeistert gewesen zu sein. Sie zückten ihre Handys und fotografierten ihn vielfach – verbotenerweise, denn in der Mittelschule Neutraubling herrscht Handy-Verbot. Das scheint den Rektor auf den Plan gerufen zu haben, der für eine Stellungnahme nicht erreichbar war. Der nahm den Jungen aus der Klasse. „Er hat ihm mit einem verschärften Verweis gedroht“, erzählt die Mutter. „Außerdem sollte die Klassenleiterin noch die Bemerkung im Zeugnis ändern!“

Axel wurde in eine andere Klasse gesetzt, musste eine Strafaufgabe schreiben.

„Was, wenn ich jetzt transsexuell wäre?“

Ein bisschen wie Bart Simpson aus der Zeichentrickserie, der zu Beginn jeder Folge an der Tafel steht und einen Satz wiederholen muss. Doch Axel schrieb einen herzzerreißenden Kommentar: „Da ich in Frauenkleidung in die Schule gegangen bin, muss ich diese Seite schreiben. Ich persönlich frage mich, was daran so schlimm ist. Ich meine, wenn ich jetzt ein Transsexueller wäre, würde niemand was sagen. Ich persönlich würde es normal finden.“ Axel habe auf Facebook geschrieben, wenn er eine bestimmte Zahl von „Gefällt mir“-Klicks bekäme, dann würde er sich trauen, als Frau zur Schule zu gehen. „Ich meine, die Leute wollen doch, dass wir unsere Versprechen halten“, schreibt der Schüler. Zudem fand er es nicht witzig, dass der Rektor offenbar der Tatsache, dass er keinen Vater hat, das „ungebührliche Verhalten“ anrechnete. „Meine Mutter ist die Beste, besser als jeder Vater sein kann. Natürlich fehlt da etwas aber meine Mutter versucht alles, um mich glücklich zu machen“, schreibt er in der Strafarbeit. Im Schulamt kennt man den Fall, will sich aber nicht weiter dazu äußern. „Nur so viel: In Bayern arbeitet man zu Fasching, das mag im Rheinland anders sein. Dafür haben wir ja auch eine Woche Ferien“, so ein Schulamtsdirektor.


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