17.11.2010, 15:37 Uhr

Josef Alzheimer ist wieder da Alternativer Kulturförderpreis für Europabrunnen-Rebell

Künstler haben Zeit. Ganz offensichtlich. Bereits am frühen Nachmittag war der Auer Bräu rappelvoll, als am Mittwoch die Verleihung des Kulturförderpreises der Josef-Alzheimer-Kulturanstiftung auf dem Programm stand.

REGENSBURG Genau 15 Jahre nach seinen spektakulären, bundesweit beachteten Auftritten im damaligen Regensburger Wahlkampf ist Josef Alzheimer alias Heinz Mierswa wieder da. „Dass die Maxime einer Bewegung – ,Vergessen wir, was war’ – zur Leitkultur der Regensburger Kommunalpolitik geworden ist, hätte vor 15 Jahren niemand zu träumen gewagt”, sagte der heutige Vorsitzende der Kulturanstiftung.

Zum „Comeback” überredete ihn sein Kompagnon Hubert Lankes, weil die Stadt ausgerechnet im Jahr 2010, in dem sie eigentlich Europas Kulturhauptstadt hätte werden wollen, die Verleihung des Kulturförderpreises „vergessen” hatte. Laut offizieller Version wurden zwar lediglich keine Vorschläge gemacht – doch das spielte für Alzheimer keine Rolle mehr. Ab sofort verleiht er „auf unbestimmte Zeit jährlich im November” seinen eigenen Preis, der mit „mindestens 1.500 Euro” dotiert ist und obendrein die Aushändigung einer Alzheimer-Büste umfasst.

Erster Preisträger ist Jakob Friedl, der mit seinem Europabrunnendeckel-Projekt am Ernst-Reuter-Platz seit Jahren die Stellung hält und sich ebenso lange von der städtischen Kulturverwaltung missverstanden fühlt. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich in Regensburg jemals einen Preis bekomme”, sagte der junge Künstler sichtlich erfreut bei der Preisverleihung, deren eigentliches Highlight die hochklassig-schräge Musik-Begleitung war. 


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