02.11.2012, 13:42 Uhr

"Stadt hätte handeln können": Bündnis "Keine Bedienung für Nazis" stellt sich gegen "Frei.Wild"-Konzert

Foto: Keine Bedienung für NazisFoto: Keine Bedienung für Nazis

Am Samstag, 3. November, findet in der Donau-Arena in Regensburg ein Konzert der Rockband "Frei.Wild" statt. "Frei.Wild" ist eine Band, die immer wieder im Zusammenhang mit Rassismus und Rechtsextremismus genannt wird.

REGENSBURG Das Bündnis "Keine Bedienung für Nazis" findet es "beschämend und gefährlich", dass dieser Band die Donau-Arena, die die Regensburger Badebetriebe GmbH als Tochtergesellschaft der Regensburger Stadt­werke betreibt, zur Verfügung gestellt wird. "Angeblich fehlende Handlungsmöglichkeiten der Stadt­werke lassen wir nicht gelten. Ein Vertragsabschlusszwang besteht hier nicht. Sie können grundsätz­lich frei entscheiden, an wen sie ihre Räumlichkeiten vermieten. Warum halten sich die Stadtwerke nicht an die Vorgaben, die für die Jugendzentren der Stadt gelten?", fragt Ludwig Simek vom Bündnis,

Die Stadt hätte ausreichend Gelegenheit gehabt, sich über "Frei.Wild" zu informieren. "Wir fragen uns, wel­che Anstrengungen die Stadt unternommen hat, um dieses Konzert in städtischen Räumlichkeiten zu verhindern." Demokratische Kultur sei unvereinbar mit der Unterstützung und Bedienung bis hin zum Shuttle-Service, den "Frei.Wild" in Regensburg erfährt. „Die Stadt Regensburg fördert faktisch mit dieser Vermietung der Donau-Arena an diese Band die Mobilisierung und Organisierung im extrem rech­ten Milieu. Darüber hinaus erleichtert sie die Normalisierung und Akzeptanz von Botschaften, die zum Teil offen und zum Teil unterschwellig gerade durch Musik eingängig transportiert werden", so Simek. Solche Musik und Konzerte seien der „kulturelle Kitt“ für die rechtsextreme Szene. "Wozu dann noch das jährliche 'Bunte Wochenende’ am Gries?"

Mittlerweile beteiligen sich über 150 Regensburger Gastronomen an der Initiative und bedienen Nazis nicht. Davon haben über 80 den Aufkleber "Rassisten werden hier nicht bedient" (Foto) an ihrem Eingang angebracht. Die Initiative hat hierfür bundesweite Anerkennung er­halten. "Die Stadt Regensburg konterkariert alle Bestrebungen, Nazis und anderen Rassisten Räume und Wirkungsmöglichkeiten zu entziehen, wenn sie selbst das Gegenteil tut. Wir fordern die Stadt Regensburg, den Oberbürgermeister und alle Stadtfraktionen auf, dass sie die Einflussnahme von extrem Rechten im städtischen Bereich verhindern!"

Auch das Wochenbklatt hatte am Mittwoch vom Konzert und den Hintergündne berichtet.


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