11.11.2010, 11:32 Uhr

„Wen soll denn das stören?” Kampf um Ostenturm ist noch nicht vorbei

Foto: Stadt RegensburgFoto: Stadt Regensburg

Allen schlechten Aussichten zum Trotz: Projektentwickler Konrad Habbel hat den Kampf um den Ostenturm noch nicht aufgegeben.

Mitte November, so hatten Konrad Habbel und Alexander Ruscheinsky kürzlich angekündigt, wollen sie eine Entscheidung zum Ostenturm treffen. Der Ton dieser Pressemitteilung hatte ausgesprochen resigniert geklungen, vor allem der schleppende Genehmigungsprozess stand im Zentrum der Kritik der beiden Projektentwickler: „Es fällt uns schwer, aber wir müssen als Wirtschaftsunternehmen nun intensiv abwägen, ob wir das Projekt weiter verfolgen wollen”, resümierte das erfolgreiche Unternehmer-Duo.

Seit dieser Ankündigung ist für viele Regensburger das Aus für das 98-Meter-Hochhaus an der Osttangente beschlossene Sache. Jetzt ist der Zeitpunkt „Mitte November” fast da. Doch wer Konrad Habbel dieser Tage nach der Entscheidung fragt, hört statt Resignation eher neuen Kampfgeist in seiner Stimme.

Ruscheinsky und er haben offenbar noch nicht aufgegeben: „Nächste Woche haben wir ein Gespräch mit unseren Investitionspartnern, auch mit der Stadt wollen wir noch einmal reden. Wie wir mittlerweile erfahren haben, soll die nächste Sitzung des Welterbesteuerungskomitees am 19. November sein – vielleicht sollten wir diesen Termin doch noch abwarten”, sagt Habbel.

Konkret hofft er auf ein neutrales bis positives Votum des Komitees: „Die Mitglieder könnten zu dem Schluss kommen, dass der Turm die Altstadt nicht beeinträchtigt, weil er ausreichend weit draußen steht. So ist es ja tatsächlich. Und vielleicht reden sie dann über eine Höhe, mit der wir leben können.”

Nimmt man jedoch die Äußerungen von Bayerns oberstem Denkmalpfleger Egon Greipl zum Maßstab, mutet Habbels Hoffnung utopisch an. Gegenüber dem Wochenblatt hatte Greipl erklärt, dass eine Höhe über 65 Meter nicht in Frage komme; bei der nächsten Sitzung des Steuerungskomitees sei vielmehr darüber zu diskutieren, wie weit man unter diese Marke gehen müsse.

Mit Habbels Vorstellungen ist dies überhaupt nicht in Einklang zu bringen: Er wünscht sich, „dass der Turm-Charakter erhalten bleibt”, von den ursprünglich geplanten 98 Metern könne man dann nicht viel weg nehmen. Mit 65 Metern und noch weniger kann er sich partout nicht anfreunden: „Das wäre ein Stumpen, der kaum über die Silos im Hafen hinaus ragt.”

In das von der Stadt in Auftrag gegebene „Stadtbildverträglichkeitsgutachten”, das Ruscheinsky und er anfangs heftig kritisiert hatten, setzt Konrad Habbel inzwischen übrigens gewisse Hoffnungen: „Das sollten sich alle noch einmal genau anschauen. Ich finde vor allem die Bildmontage vom Dreifaltigkeitsberg herunter aussagekräftig. Da ist der Ostenturm völlig aus dem Blickfeld. Wen soll denn das stören?” 


0 Kommentare