06.11.2010, 17:12 Uhr

Abzock-Schreiben unterwegs

Täglich liest und hört man von Abzocker-Schreiben, und auch in Regensburg sind wieder zahlreiche solcher Finten im Umlauf. Dem Wochenblatt liegen drei Schreiben an Gewerbetreibende vor, die den Anschein erwecken, als handle es sich um offizielle Stellen, die zur Registrierung des Betriebs auffordern. Die Polizei indes warnt davor, sich an teure Verträge zu binden.

REGENSBURG _25 LONDON „Gewerbeauskunft-Zentrale” prangt am Kopf eines dieser Schreibenm das ein Regensburger Kleinstbetrieb erhalten hat. „Erfassung gewerblicher Einträge”, steht zudem drüber. Das Papier ist recycelt und sieht aus wie das, welches von staatlichen Stellen wie etwa dem Finanzamt verwendet wird. Auch sonst ähnelt das Schreiben täuschend echt Dokumenten von  Behörden. 

„Ergänzen oder korrigieren Sie bitte bei Annahme fehlende oder fehlerhafte Daten”, heißt es da. Wer dies tut und das Dokument unterschrieben zurück faxt oder schickt, hat automatisch ein Abo – für eine mehr oder weniger sinnlose Internet-Adresse, nämlich www.gewerbeauskunft-zentrale.de. Die Kosten sind vergleichsweise mit anderen Abzock-Schreiben sogar moderat: 39,85 Euro kostet das im Monat, die Sinnhaftigkeit sei dahin gestellt. Wohl auch deshalb warnt die Polizei: „Ein neuer, alter Stern am Himmel der Branchenbuch-Abzocker ist die GWE-Wirtschaftsinformationsgesellschaft, die ein neues Nutzlos-Register betreibt”, schreibt etwa eine Polizeidienststelle aus Norddeutschland. 

„Die Masche ist wie üblich: Es werden kleine Gewerbetreibende angeschrieben mit dem Formular, das den Anschein erweckt, als handele es sich um einen kostenfreien Service”. Rechne man aber die Kosten zusammen, so kommt man auf fast 1.000 Euro gerechnet auf die zwei Jahre Laufzeit, die man eingehen muss.

Kurz darauf flattert uns ein neues Schreiben auf den Tisch: Diesmal geht es um www.gewerbeerfassung.info, eine Firma aus Wiesbaden bedient sich der selben Masche. Monatliche Kosten für die Unterzeichner: 49 Euro. Ein saftiger Betrag.

Und weil manchmal aller schlechter Dinge drei sind, sind derzeit auch noch Schreiben für das dubiose Portal www.gelbes-branchenbuch.info im Umlauf. Diese Firma schreibt wenigstens ehrlich drauf, was das Ganze im Jahr kosten soll: 739 Euro nämlich.

Allen drei Portalen und Firmen ist eines gleich: Die Gewerbetreibenden sollen abgezockt werden, die Gegenleistung besteht quasi darin, auf einem wertlosen, weil viel zu selten frequentierten Portal zu erscheinen. Und das für saftige Abo-Kosten, aus den Verträgen kommt man so schnell nicht heraus. Am perfidesten aber ist: Anders als Privatleute haben Gewerbetreibende kaum Chancen, von einem solchen Geschäft zurück zu treten. …


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