31.07.2012, 09:04 Uhr

Stadt schweigt weiter: Nazi-Demo findet nicht am Karavan-Denkmal statt – aber wo dann?

Foto: Keine Bedienung für NazisFoto: Keine Bedienung für Nazis

Die Stadt Regensburg bleibt dabei. Der Veranstaltungsort, an dem die rechtsextreme NPD ihre Kundgebung im Rahmen der "Deutschlandfahrt" angemeldet hat, wird nicht bekanntgegeben. Oberbürgermeister Hans Schaidinger ließ aber auf Wochenblatt-Anfrage mitteilen, dass definitiv nicht das Karavan-Denkmal auf dem Neupfarrplatz der Kundgebungsort sein wird.

REGENSBURG Man fahre gut mit der Taktik, den Veranstaltungsort von Demonstrationen egal welcher Art nicht bekanntzugeben, so OB Schaidinger. "Seit Jahren verhält sich die Stadt Regensburg als Versammlungsbehörde neutral, was dazu geführt hat, dass Versammlungen der NPD in der Regel völlig unbeachtet blieben und wirkungslos verpufften. Die Stadt gedenkt auch in Zukunft nicht, solche Versammlungen durch gezielte Informationen der Öffentlichkeit in ihrer Bedeutung aufzuwerten", teilt er auf Wochenblatt-Anfrage mit.

Unterdessen formiert sich der Protest gegen die Nazi-Kundgebung: Ab 10 Uhr wird es auf dem Haidplatz eine zentrale Kundgebung des Bündnisses "Kein Platz für Nazis" geben. Man habe "nahezu an allen in Frage kommenden Plätzen" Kundgebungen angemeldet, um so eine Nazi-Veranstaltung zu verhindern oder zumindest mit Proteste zu begleiten. "Mit etwas Glück verhindern wir so einen Auftritt der Nazis in Regenburg", so Andreas Schmal vom DGB.

Bereits im Vorfeld hatte sich die NPD eine ungeheuerliche Provokation geleistet: Die Kundgebung finde am "Karavan- oder Muldendenkmal am Neupfarrplatz" statt, so ist auf der Homepage der NPD zu lesen. Hier habe die Stadt gegenüber dem Veranstlter klar gemacht, „dass der Platz an diesem Tag nicht zur Verfügung steht“. Gerüchten zufolge, die bereits auf Facebook kursieren, soll die NPD-Demo nun am Kassiansplatz stattfinden. Dies wurde dem Wochenblatt zwischenzeitlich bestätigt. Bei den Gegner ist man vorgewarnt: "Neben vielen einzelnen Kundgebungen von KPfN findet unsere Hauptkundgebung am 1. August ab 10 Uhr am Haidplatz statt. Dort wird es einen Bericht über den Stand der Dinge geben und Reden bis wir den Standort des Lkws verifiziert haben", schreibt das Bündnis "Kein Platz für Nazis" auf Facebook.

Man darf davon ausgehen, dass sich neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürger auch einige Politiker unter die Demonstranten mischen werden, nur einer wird fehlen: OB Hans Schadinger, der wählt die Taktik des Wegschauens, denn wenn man eine solche Demo unbeachtet lassen, dann verpuffe sie wirkungslos. Man kann nur hoffen, dass sich Herr Schadinger da mal nicht täuscht …


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