21.05.2012, 11:53 Uhr

Kirche BR: Bischof Müller bleibt wohl doch in Regensburg

Bischof Gerhard Ludwig mit Taktstock Foto: ceBischof Gerhard Ludwig mit Taktstock Foto: ce

Regensburgs Bischof Gerhard Ludwig Müller bekommt keinen Ruf nach Rom. Gut informierte Kreise bestätigten dem Bayerischen Rundfunk in Regensburg entsprechende Informationen. Pikant: Der BR hatte Müller schon 2009 nach Rom berufen, nur der Papst sah das damals anders.

REGENSBURG _25 ROM Bischof Müller war vergangenen Mittwoch vom Papst in Privataudienz empfangen worden. Dabei habe ihn der Papst, so heißt es, auch informiert, dass er nicht nach Rom an die Spitze der Glaubenskongregation berufen werde. Unklar ist im Moment, was den Ausschlag gegen eine Berufung Müllers gegeben habe. Die Aussage, es sollten nicht zu viele Deutsche in der Spitze der katholischen Kirche mitarbeiten, gilt als Sprachregelung. Beobachter waren bereits am vergangenen Wochenende erstaunt über den Wirbel, den Bischof Müller am Rande des Katholikentags in Mannheim verursacht hat.

Er hatte zunächst sein Erscheinen bei einer Reihe von Terminen zugesagt, auch weil das Bistum Regensburg Gastgeber des nächsten Katholikentags im Jahr 2014 ist. Dann hatte Müller kurzfristig mehrere Termine abgesagt, er reiste stattdessen zur Feier des 80. Geburtstags des Prager Kardinals Miloslav Vlk nach Tschechien. Dann wiederum war Müller beim Katholikentag mit kritischen Äußerungen zum 2. Vatikanischen Konzil aufgefallen. Er sagte: "Manche machen daraus die Gründungsurkunde einer ganz neuen Kirche. Das kann nicht sein." Auch am Rande des Katholikentags hatte es Informationen gegeben, dass Bischof Müller in Regensburg bleibt.

Sehr aufmerksam wurde offenbar in Rom auch registriert, dass sich Müller von der Fotografin Herlinde Koelbl für ihre neue Ausstellung in Dresden in vollem Bischofsornat und im Trainingsanzug fotografieren ließ. Das Bild im Trainingsanzug soll, so heißt es, im Vatikan nicht gut angekommen sein. Der oberste Wächter über den Glauben von über einer Milliarde Katholiken in aller Welt könne sich nicht im Trainingsanzug abbilden lassen. Bischof Müllers nächste öffentliche Termine sind ein Pastoralbesuch am Freitag in Hirschau / Lkr. Amberg / Sulzbach, die Fußwallfahrt des Bistums nach Altötting und die Erwachsenenfirmung am Pfingstsonntag in Regensburg. Vom Bistum Regensburg war zunächst keine Stellungnahme zu der jüngsten Entwicklung zu bekommen.

Der BR hatte selbst im Jahr 2009 berichtet, Müller würde als Nachfolger des Kurienkardinals Walter Kasper gehandelt. Doch der Papst hatte das damals wohl anders gesehen.


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