27.11.2011, 12:07 Uhr

Podiumsdiskussion: Regensburger Wirte entschlossen gegen Nazis und Rassismus

Foto: Keine Bedienung für NazisFoto: Keine Bedienung für Nazis

Das Wochenblatt berichtete bereits über die Wirte-Initiative „Keine Bedienung für Nazis!" – jetzt hat sich das Bündnis wieder zu Wort gemeldet. „Je mehr Widerstand aus der Bevölkerung kommt, desto unwahrscheinlicher werden solche Mordfälle", sagte einer der Initiatoren, Ludwig Simek, der Nachrichtenagentur dpa. Jetzt findet eine Podiums-Diskussion statt, um ein Zeichen zu setzen.

DEUTSCHLAND _25 WELT Der Terror von mindestens drei in Zwickau lebenden Neonazis hat auch in Regensburg für Aufsehen gesorgt. Erst kürzlich beklagte der Regensburger Extremismus-Experte Dr. Andreas Angerstorfer, dass der Verfassungsschutz die Gefahr von Neonazis, die vor allem von Kameradschaften wie dem Freien Netz Süd ausgingen, kleingeredet würden. 

Jetzt hat sich die Initiative „Keine Bedienung für Nazis!" erneut zu Wort gemeldet. Gegründet wurde die Initiative, in der mittlerweile weit über 100 Wirte aus Regensburg organisiert sind, nach einem Übergriff von Rechtsextremen auf einen Barkeeper des Picasso. Dieser hatte zuvor eine farbige Mutter mit Kind in Schutz genommen, als die Rechtsextremen sie bedrängt hatten. Die Täter sind zwischenzeitlich verurteilt. 

Am Dienstag, 29. November, von 19 bis 21 Uhr findet im W1 – Zentrum für junge Kultur Weingasse zwischen Haidplatz und Donau, eine Veranstaltung der Wirte-Initiative mit zahlreichen Experten statt. Zum Thema „Keine Bedienung für Nazis! – Rassisten den öffentlichen Raum nehmen“ werden drei Podiumsteilnehmer ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschen und diese an die Regensburger Gastronomie weitergeben. Das Podium besteht aus zahlreichen namhaften Experten, Initiatoren der Wirte-Initiative, aber auch Politikern und Juristen.

Miriam Heigl ist Leiterin der Fachstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt München. Sie wird darüber berichten, wie die Stadt München in einer vorbildlichen Weise gegen öffentliche Raumbesetzungen und Einmietungen von verschiedenen rechtsextremen Organisationen vorgeht.

Klaus Rappert ist Regensburger Stadtrat für die SPD und Richter am Landgericht Regensburg. Er wird juristische Probleme zu diesem Thema aufklären, zum Beispiel hinsichtlich der Ausübung des Hausrechts der Gastronomiebetreiber und ungebetenen Einmietungen von Rechtsextremen.

Thomas Witzgall von Endstation Rechts Bayern wird über die rechtsextreme Szene in Regensburg berichten. Helga Hanusa, Mitinitiatorin von „Keine Bedienung für Nazis“, wird durch die Veranstaltung führen und Richard Spieß, Stadtrat für Die Linke in Regensburg, übernimmt die Moderation der Diskussion.


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