19.10.2017, 22:25 Uhr

Bildung Sprache als Schlüssel für Integration: Die Stadt Regensburg schult Gemeindedolmetscher

Foto: Peter FerstlFoto: Peter Ferstl

Die Sprachbarriere ist für viele neu zugewanderte Menschen eine große Hürde. Aktuell besonders für Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan oder Eritrea, in denen ein anderes Alphabet verwendet wird.

REGENSBURG Bei medizinischen Fragestellungen und Problemen wird das besonders deutlich. Das Amt für Integration und Migration der Stadt Regensburg bildete deshalb im Rahmen des Projekts "Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Bayern (MiMi-Bayern)" 18 Regensburgerinnen und Regensburger zu so genannten MiMi-Gemeindedolmetschern fort.

Unter der Anleitung der Referentin, Britta Lenk-Neumann vom Bayerischen Zentrum für Transkulturelle Medizin, spielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der viertägigen Schulung in praxisnahen Übungen typische Situationen durch. Darunter etwa ein Termin beim Hausarzt, in dem die Beteiligten sich nicht verständigen konnten und ein Dolmetscher von Nöten war. Um auch in problematischen Situationen professionell handeln zu können, wurden spezielle Techniken eingeübt, beispielsweise verschiedene Sitzpositionen oder der Umgang mit schwierigen Klienten. Außerdem wurde das je nach Kultur unterschiedliche Verständnis von Gesundheit und Krankheit thematisiert.

Bei einem Kliniktag im Caritas-Krankenhaus St. Josef erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblick in die Abläufe im Krankenhaus, von der Aufnahme bis zur Entlassung, sowie in die alltäglichen Probleme, die durch Sprachbarrieren auftreten. Zusätzlich erläuterte das Gesundheitsamt die Aufgaben des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Am letzten der vier Tage legten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Prüfung über ihre neu erworbenen Kenntnisse ab und erhielten nach erfolgreichem Bestehen ein Zertifikat. Die fertigen Gemeindedolmetscher decken 19 unterschiedliche Sprachen ab, unter anderem Arabisch, Farsi, Tigrinya, Amharisch, Türkisch, Russisch und Ungarisch.

Das Amt für Integration und Migration vermittelt diese und weitere ehrenamtliche Dolmetscherinnen und Dolmetscher an städtische Dienststellen und andere lokale Organisationen. Die Dolmetscherinnen und Dolmetscher können gegen eine Gebühr von 30 Euro pro Einsatz über die städtische Webseite angefordert werden. Inzwischen sind mehr als 170 Freiwillige registriert, aber der Bedarf, gerade für seltenere Sprachen wie Tigrinya oder Somali, ist nach wie vor hoch.

Interessierte an der Arbeit als ehrenamtlicher Dolmetscher wenden sich bitte an das Amt für Integration und Migration unter der Telefonnummer 0941/ 507-3772 oder aim@regensburg.de.


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