08.09.2010, 15:10 Uhr

Ein Experte macht Mut Stadion: „Unproblematisch machbar”

Die Politik will wieder mal Gas geben beim Dauerthema „Neues Fußballstadion”. „Da muss jetzt was vorwärts gehen”, sagte beispielsweise SPD-Fraktionschef Norbert Hartl im letzten Wochenblatt. Diese angekündigte Offensive ist Grund genug, den immer wieder als potentiellen Investor genannten Regensburger Unternehmer Alexander Ruscheinsky nach seiner Sicht der Dinge zu fragen.

REGENSBURG „Ich bin ein optimistischer Mensch”, sagt der Gründer und Hauptgesellschafter der 24-Autobahn-Raststätten GmbH mit Sitz im BusinessPark und lenkt diese Zuversicht gleich mit voller Wucht aufs Thema: „Das Stadion-Projekt ist unproblematisch machbar.”

Eine Aussage von frappierender Klarheit, schließlich hat die Öffentlichkeit wegen der fehlenden greifbaren Fortschritte den Eindruck, dass wechselweise die Stadt nicht will und der SSV Jahn nicht kann. Doch von solchen Schuldzuweisungen hält Ruscheinsky nichts: „Die Stadt würde durchaus Termine bereit stellen, aber beim Jahn fehlt die Ruhe für dieses Thema, weil es immer irgendwo brennt. Das ist kein Vorwurf, die Macher beim Jahn haben tatsächlich Wichtigeres zu tun.”

Der frühere SSV-Wirtschaftsbeirat weiß, wovon er spricht: Anfang dieses Jahres hat er sich als Berater von Geschäftsführer Franz Gerber und Vorstand Matthias Klemens intensiv mit dem Thema Stadion auseinander gesetzt. „Die Dinge wurden sehr ausführlich ausgearbeitet, bis hin zum Gastronomie-Konzept. Es steht im Prinzip alles”, berichtet Ruscheinsky.

Doch dann gab es neue Turbulenzen beim Jahn, an deren Nachwehen der Verein bis heute knabbert und die das Thema Stadion wieder auf einen hinteren Platz der Agenda beförderten. Wenn’s aber tatsächlich mal los gehen sollte, würde es schnell gehen und auch gut funktionieren. Davon ist Ruscheinsky überzeugt: „Die ausgewählten Grundstücke an der Autobahn sind absolut top. Weltklasse, Beispiel gebend für ganz Deutschland”, schwärmt der erfahrene Standort-Entwickler. In Kombination mit seiner Fußball-Leidenschaft kann er über jedes neue Stadion in diesem Land kompetent referieren. In Regensburg, so glaubt er, ließe sich für maximal 15 Millionen Euro eine Ideal-Lösung bauen.  

Und wer käme als Investor in Frage? „Ich bin keiner”, sagt Ruscheinsky erst, um dann sofort zu ergänzen: „Wenn, dann nur als Notnagel.” Seiner Meinung nach steht die Stadt hier vor einer Grundsatz-Entscheidung: „Man kann Geldgeber von auswärts nehmen, die volle Renditen erzielen und sich das Risiko von der Stadt absichern lassen wollen. Oder man sucht Leute aus der Region, die nicht unbedingt das große Geschäft machen wollen, aber einen Bezug zum Jahn haben und ihr Engagement als eine Mischung von Investition und Liebhaberei sehen. Diese Leute gibt es.”

Er wäre einer davon.


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