28.08.2011, 08:55 Uhr

Baden-Württemberg: Historische Sommer-Residenz der Thurn und Taxis vor Verkauf?

Das Haus Thurn und Taxis hat sich in den letzten Jahren von vielen seiner Liegenschaften und Immobilien getrennt. Jetzt steht angeblich Schloss Taxis bei Dischingen zum Verkauf – für neun Millionen Euro. Der Bürgermeister ist nicht entsetzt.

REGENSBURG _25 DISCHINGEN Immer wieder verkauft die Familie Thurn und Taxis derzeit das Tafelsilber. Beispielsweise verkaufte Fürst Albert Schloss Haus in Neueglofsheim im Landkreis Regensburg. Dieses war einst der Sitz des Erbrinzen-Paares, also des Nachfolgers eines „regierenden Fürsten“, wie man das in Regensburg nannte und oftmals heute noch nennt, sowie seiner Frau. Lange lebte auch Fürst Franz Joseph zusammen mit seiner Frau im Sommer in dem Schloss, doch im Jahr 2008 fand das ehrwürdige Gemäuer einen Käufer. Die neuen Besitzer sanierten die Liegenschaft – und erhielten sogar einen Denkmalschutz-Preis für ihre Bemühungen.

Offenbar war das Schloss aber nicht der letzte historische Besitz der Familie, der veräußert werden sollte. Einst lag der Sommersitz der Familie Thurn und Taxis in Dischingen im schönen Baden-Württemberg. Schloss Dischingen ist ein herrliches Anwesen und sieht ein bisschen nach König Ludwigs Neuschwanstein aus: Zinnen und Türmchen zieren das Prachtschloss. Auch der verstorbene Fürst Johannes war einst mit seiner blutjungen Gattin Gloria und ihren drei Kindern mitsamt Dienerschaft im Sommer gerne dort vorbei gekommen. „Ich glaube, die Familie war die letzten zehn Jahre schon nicht mehr hier“, erzählt der Dischinger Bürgermeister Alfons Jakl.

Von dem geplanten Verkauf des Schlosses hatte Jakl vergangenes Jahr im Internet erfahren: „Für neun Millionen Euro, hieß es in einer Anzeige, könne man das Schloss kaufen“, so der Politiker. Beim Schloss ist ein ebenso wertvoller Park, der Englische Wald, einst ritten die Fürsten durch ihre Liegenschaften und erholten sich darin. „Wir haben einen Antrag auf dem Tisch, wonach ein Waldfriedhof darin geplant ist“, so Jakl zum Wochenblatt. Zwischenzeitlich sei die Anzeige verschwunden, man wisse also nicht, „ob das fürstliche Haus vom Verkauf absieht oder es schon verkauft hat. Aussage der Waldfriedhof-Betreiber war jedenfalls, dass der Verkauf nach wie vor verfolgt wird – das ist aber schon zwei Monate her“, so der Bürgermeister.

Mit dem Verkauf des Schlosses in Dischingen würde ein weiteres Stück der alterehrwürdigen Geschichte des Hauses Thurn und Taxis ein Ende haben. Andererseits: „Die Bürger hatten eh keinen Zugang zum Schloss und vielleicht ändert sich das ja bei einer neuen Nutzung“, so Bürgermeister Jakl. Über das fürstliche Haus kann Jakl übrigens nichts schlechtes sagen: „Erst letztes Jahr hat die Familie Thurn und Taxis viel Geld in die Hand genommen und das Dach repariert.“ Die Braut wurde wohl hübsch gemacht für einen potentiellen Käufer … 


0 Kommentare