26.04.2017, 16:25 Uhr

Wirtschaft Wöhrl-Insolvenz endet nun doch noch gut – Standort in den Arcaden ist gesichert

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Ein Sorgenkind weniger in Regensburg: Die Gläubiger von Wöhrl haben der Übernahme der Geschäftsaktivitäten durch Christian Greiner, einem Enkel des Firmengründers Rudolf Wöhrl, zugestimmt. Der Standort in den Arcaden ist damit offenbar gesichert.

REGENSBURG_25NÜRNBERG Der Weg zur Übernahme der Geschäftsaktivitäten von Wöhrl durch den Textilunternehmer Christian Greiner ist frei: Am heutigen Mittwoch stimmten die Gläubigerversammlungen der Rudolf Wöhrl AG und deren 100-Prozent-Tochtergesellschaft Rudolf Wöhrl, das Haus der Markenkleidung GmbH & Co. KG, den jeweiligen Insolvenzplänen zu. Die Zustimmung erfolgte in allen Gläubigergruppen einstimmig.


Die Insolvenzpläne bestimmen im Rahmen der laufenden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung die Veräußerung des operativen Geschäfts des Modehandelsunternehmens auf eine Gesellschaft des Investors Christian Greiner mittels eines so genannten Asset Deals. Damit kann die mit dem Investor abgeschlossene Vereinbarung zum 1. Mai 2017 vollzogen werden. Der wirtschaftliche Übergang der Geschäftsaktivitäten auf Herrn Greiner findet rückwirkend zum 1. März 2017 statt.


Nach neuesten Erkenntnissen rechnet die Eigenverwaltung der Rudolf Wöhrl AG mit einer angepassten Insolvenzquote für die Insolvenzgläubiger (§ 38 InsO) in der Spanne von ca. 16 Prozent bis 21 Prozent (bundesweiter Durchschnitt: ca. 5 Prozent laut Statistischem Bundesamt). Bisher wurde von einer Insolvenzquote von 10 Prozent bis 20 Prozent ausgegangen.


Zudem sieht der Insolvenzplan eine erhöhte Abschlagszahlung an alle Insolvenzgläubiger von 10 Prozent anstatt der bisher geplanten 7,5 Prozent ihrer Forderungen zum 30. Juni 2017 vor. Die Schlussverteilung erfolgt nach Abschluss aller Verfahrensschritte.

Dr. Christian Gerloff, Restrukturierungsvorstand der Rudolf Wöhrl AG: „Mit dem positiven Votum der Gläubiger für die Insolvenzpläne nähert sich die Restrukturierung von Wöhrl dem erfolgreichen Abschluss. Der Übergang der Geschäftsaktivitäten an Christian Greiner ist nach unserer Überzeugung im besten Interesse der Mitarbeiter, Kunden und Gläubiger. Ich bin sehr froh, dass es in den Verfahren gelungen ist, mehr als 95 Prozent der Arbeitsplätze in der Gruppe zu erhalten und eine überdurchschnittliche Befriedigungsquote für die Gläubiger zu erreichen. Wöhrl hat jetzt alle Chancen für eine gute Zukunft.“ 


Andreas Mach, Vorstandsvorsitzender: „Ich freue mich sehr, dass der ‚neue Wöhrl‘ nun Wirklichkeit wird. Wir haben das Insolvenzverfahren genutzt, um umfassende Restrukturierungen vorzunehmen, aber auch Weichenstellungen im Geschäftsmodell. Unsere Sortimente und Häuser, unsere Werbung und unser Erscheinungsbild sind bereits stark verbessert, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Wir werden diesen Weg konsequent weitergehen mit Christian Greiner als Eigentümer und das Unternehmen wieder zu dem Marktplatz der Mode in Franken und Bayern machen, für den es immer bekannt war. Wöhrl ist in Franken und darüber hinaus unverändert eine starke Marke. Diese müssen wir pflegen und weiterentwickeln, gemeinsam mit den engagierten Mitarbeitern, die für den Erhalt ihres Unternehmens gekämpft haben. Wir sind auf einem guten Weg.“


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