13.04.2017, 11:57 Uhr

90. Geburtstag Bundestagspräsident Norbert Lammert würdigt Benedikt XVI.

Bilder eines Pontifikates – Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, war bis zu seinem Rücktritt Papst. Foto: Christian Eckl Foto: Christian EcklBilder eines Pontifikates – Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, war bis zu seinem Rücktritt Papst. Foto: Christian Eckl Foto: Christian Eckl

Als "herausragenden Theologen, wahrhaftigen Diener Gottes und konservativen politischen Denker" hat Bundestagspräsident Norbert Lammert den emeritierten Papst Benedikt XVI. aus Anlass seines 90. Geburtstag am kommenden Ostersonntag gewürdigt.

REGENSBURG/ROM Benedikts Argumentation sei nie bequem gewesen, heißt es in einem Grußwort des Bundestagspräsidenten an eine Konferenz zu Ehren Papst Benedikts in Warschau. In seinem geduldigen Bemühen, den Glauben in unsere Zeit zu tragen, nicht aber den Zeitgeist in den Glauben, habe er immer wieder Anstoß erregt. Benedikts Bücher, Vorträge und Aufsätze präsentierten "einen wahrhaftigen Diener Gottes, der an der politischen Verfassung der Welt nicht weniger interessiert ist als an der Situation der Kirche, für die er als Papst die oberste Verantwortung übernahm".

Benedikts Bemerkungen zum Verhältnis von Politik und Moral und zur Praxis der Politik, insbesondere auch zu den vorpolitischen moralischen Grundlagen eines freiheitlichen Staates, seien "konservativ im allerbesten Sinne des Wortes: selten aufregend, immer anregend und an der Erhaltung der Ordnung ebenso interessiert wie an der Veränderung der Welt", so Lammert.

Lammert erinnert in diesem Kontext an Benedikts Rede vor dem Deutschen Bundestag am 22. September 2011, in der der Papst "Grundzüge seines Staatsverständnisses" formuliert und deren Wurzeln er in der Bibel gesehen habe. Der Maßstab eines Politikers und der tatsächliche Grund für seine Arbeit dürfe danach nicht Erfolg und schon gar nicht materieller Gewinn sein – sondern Politik müsse Mühen um Gerechtigkeit sein und so die Grundvoraussetzung für Frieden schaffen.

Der Bundestagspräsident verweist auch auf die Wahl Benedikts zum Nachfolger des Papstes Johannes Paul II. vor zwölf Jahren. "Dass auf den Papst aus Polen ein Deutscher folgte, erschien vor dem Hintergrund der Geschichte beider Länder manchem als mehr als eine glückliche Fügung", betont Lammert.


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