08.04.2017, 17:00 Uhr

Saisonbeginn Sehenswerte Ausstellungen zu interessanten Themen in den Museen im Landkreis Cham

Foto: Franz BauerFoto: Franz Bauer

Die Museumslandschaft im Landkreis Cham ist reichhaltig. Die einzelnen Museen sind jeweils einem anderen Spezialthema zur Kultur- und Zeitgeschichte der Region gewidmet. Sie sind ansprechend gestaltet und bieten wertvolle Exponate, anschauliche Informationen und Erlebnis mit allen Sinnen.

LANDKREIS CHAM Auch Museen, die in den Wintermonaten geschlossen waren, öffnen vor Ostern wieder ihre Pforten. Zusätzliche Ausstellungen laden zum Besuch ein. Zwölf kommunale Museen werden vom Kultur- und Museumsreferat des Landkreises Cham fachlich betreut.

Im Wallfahrtsmuseum Neukirchen beim Heiligen Blut wird die Geschichte der bedeutenden Marienwallfahrt dargestellt. Das Museum dokumentiert außerdem verschiedene Aspekte katholischer Volksfrömmigkeit, mittelalterliches Pilgerwesen, Schnitzerei, Wachswaren und Rosenkranzherstellung. Eigene Abteilungen sind der überregional bekannten Neukirchener Hinterglasmalerei und dem Wallfahrtswesen im benachbarten Böhmen gewidmet. Für Kinder liegen verschiedene Rätselbögen bereit. Das Wallfahrtsmuseum präsentiert derzeit zusätzlich die Ausstellung "Mit den Marionetten ins Märchenland". Gezeigt werden historische Marionettenfiguren, Requisiten und Kulissenbilder aus Böhmen aus der umfangreichen Sammlung des Chodenmuseums Taus/Domažlice. Die Tradition des Marionettentheaters in Böhmen lässt sich bis zur zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückverfolgen. Zu den beliebtesten Stücken gehörten in der Frühzeit die Geschichten von Doktor Faust und Don Juan, im 19. Jahrhundert die Stücke mit "Kašpárek" ("Kasperle") als Hauptfigur, der auch "Pimperle" genannt wurde. Gewöhnlich eröffnete der Kasperl die Vorstellung, meist mit seinem unzertrennlichen Freund, dem Schimmel. Der Schimmel war lange das einzige Tier im Marionetten-Repertoire. Erst später wurde er durch einen Drachen ergänzt. Das Wallfahrtsmuseum ist geöffnet: dienstags bis freitags jeweils 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr (Karfreitag nur 10 bis 12 Uhr). Samstags, sonntags und an den Feiertagen von 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr.

Das Grenzland- und Trenckmuseum Waldmünchen startet im Mai in die Museumssaison 2017 mit Präsentation der Sonderausstellung "Helena Ackermann – Glas Potpourri. Technische und künstlerische Vielfalt". Bitte Tagespresse beachten.

Das Museum ehemalige Klöppelschule Tiefenbach befasst sich mit der Geschichte des Spitzenklöppelns im Oberpfälzer Wald. Das "Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald" ist als immaterielles Kulturerbe anerkannt, es wurde 2016 mit dieser Auszeichnung des Bundes bedacht. Es zeigt Entwürfe, Musterzeichnungen, Musterbriefe und Klöppelspitzen aus Tiefenbach. Das Museum im Rathaus, der ehemaligen Klöppelschule, ist geöffnet: an Werktagen montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr, freitags 8 bis 12 Uhr sowie ab 2. April an jedem 1. Sonntag im Monat von 13 bis 16 Uhr

Im Oberpfälzer Handwerksmuseum Rötz-Hillstett beginnt die Museums-Saison 2017 am 30. April mit einem Frühlingsmarkt von 10 bis 17 Uhr. Geöffnet ist dann samstags, sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr, im Juli und August zusätzlich freitags.

Das Schulmuseum Fronau ist in einem Waldlerhaus aus dem 18. Jahrhundert untergebracht, ein Originales Schulgebäude aus dieser Zeit. Es zeigt anschaulich die früher typische Einheit von Dorfschule und Lehrerwohnung unter einem Dach. Neben dem Klasszimmer mit den alten Schulbänken, Lehrerkatheder, Schiefertafeln, Schulranzen und Tintenfässern aus der Zeit um 1900 befindet sich die Stube des Lehrers und eine Kammer, die dem Lehrer als Schlaf-, aber auch als Arbeitsraum diente. Das Museum ist ab 2. April ansonsten an Sonntagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet, auch Ostersonntag und Ostermontag von 14 bis17 Uhr zu besichtigen.

Das Kreismuseum Walderbach bleibt 2017 wegen umfassender Sanierungsarbeiten am Klostergebäude geschlossen.

Die Dauerausstellung des Museums Jagd und Wild auf Burg Falkenstein präsentiert Präparate von teils gefährdeten Tieren aus der Region, vor allem von Vögeln. Daneben werden Jagdtrophäen und historische Jagdwaffen gezeigt. Besucher haben in den kommenden Frühlingswochen Gelegenheit, im Eingangsbereich der Burg Falkenstein "via Liveschaltung" bei der Familiengründung der Falkensteiner Turmfalken dabei zu sein. Eine fest installierte Beobachtungskamera ermöglicht ungestörte Einblicke in das Turmfalkennest, das diese Greifvögel seit Jahren in einer Mauernische der Burg Falkenstein immer wieder einrichten. Die Bilder werden auf einen Monitor in der Burg sowie auf die Webcam des Marktes Falkenstein (www.markt-falkenstein.de) übertragen. Das Museum ist geöffnet Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Karfreitag, Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag ist geöffnet. Burgführungen werden für Gruppen nach Vereinbarung angeboten.

Ab 19. Mai ist die Ausstellung des Museums Mensch und Natur Oldenburg "Von der Kunst mit Vögeln zu jagen – Das Falkenbuch Friedrichs II." zu sehen.

Das Museum "Spur" ist im ehemaligen "Armenhaus" der Stadt Cham (Foto), einem spätgotischen Gebäude, in der Schützenstraße direkt am Regen gelegen, eingerichtet. Das südwestlich vor dem Biertor gelegene Gebäude zählt zu den ältesten noch erhaltenen Profanbauten der Stadt. Das Haus zeigt Malerei, Plastik und Arbeiten auf Papier der Gruppe SPUR, einer Künstlergruppe, die in den 1950er-Jahren in München zusammenfand. Mit den vier Mitgliedern Heimrad Prem, Helmut Sturm, Lothar Fischer und HP Zimmer bestand die Gruppe SPUR bis 1965. Das Museum "Spur" ist ab 15. April wieder nach der Winterpause geöffnet, es ist an Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen (Karfreitag geschlossen). Dann ist das Haus wie gehabt Mittwoch, Samstag, Sonn- und Feiertag von 14 bis 17 Uhr zugänglich. Aktuell wird im Erdgeschoss die heimatgeschichtliche Ausstellung des Stadtarchivs Cham unter dem Titel "... mit doppelter Mauer züchtig umgürteten Stadt  ... – Cham und seine Stadtmauer" gezeigt.

Die Städtische Galerie Cordonhaus Cham zeigt bis 23. April die Ausstellung „Thomas Heyl – Malerei und Scherenschnitte“. Thomas Heyl wurde 1960 in Coburg geboren. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und ist Professor für Kunst und Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Heyl arbeitet auf Papier, das er auf verschiedene spannende Weisen bearbeitet. Von kalligrafischen gestischen Zügen ausgehend verdichtet er die Strukturen in langen Zeiträumen zu überraschenden Strukturräumen. Bei den Scherenschnitten werden anschließend Formteile herausgeschnitten, die als Relief, Leerraum und Schattenplastik ein eigenartiges und eigenständiges Leben auf der Bildfläche führen. Am Sonntag 23. April 2017 findet um 14 Uhr ein Künstlergespräch mit Thomas Heyl statt. Im 2. Obergeschoss des Cordonhauses ist die Prähistorische Ausstellung „Aus grauer Vorzeit“ zur Vor- und Frühgeschichte von Cham und Umgebung zu sehen. Anhand von Verbreitungskarten, Fundkarten, Bodenfunden (Originale und Nachbildungen) und Erläuterungstexten zu den einzelnen Kulturstufen werden die Spuren erster menschlicher Begehung und Besiedlung der Cham-Further Senke aufgezeigt. Außerdem vermittelt die Ausstellung einen Einblick in die lokale Forschungsgeschichte. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag und Feiertage 14 bis 17 Uhr, Donnerstag 14 bis 19 Uhr. Ostersonntag 16. April und Ostermontag, 17. April geöffnet; Karfreitag 14. April geschlossen.

Das Museum der Büchsenmacherfamilie Kuchenreuter in Cham zeigt Feuerwaffen für Jagd und Sport, die seit 1640 in Handarbeit produziert werden. Das Museum ist für Gruppen ab zehn Personen nach Vereinbarung geöffnet, Infos gibt es unter der Telefonnummer 09971/ 1506.

Das Zündholzmuseum Grafenwiesen startet am Ostersonntag mit der Sonderausstellung "Tempel, Triumphbögen und Paläste – Historische Bauwerke als Zündholzminiaturen" in die neue Museumssaison. Die Dauerausstellung des kleinen Spezialmuseums im Tal des Weißen Regens dokumentiert die Entwicklung der regionalen Zündwarenproduktion vom Kleingewerbe zur spezialisierten Industrie. Sie zeigt Ausschnitte aus der umfangreichen Spezialsammlung von Zündwaren aus aller Welt. Geöffnet ist ab Ostersonntag, 16. April, Mittwoch, Donnerstag, Sonn- und Feiertage von 14 bis 16 Uhr sowie auf Anfrage. Auch am Ostermontag ist geöffnet, Infos gibt es unter der Telefonnummer 09941/ 940317. Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens bietet das Zündholzmuseum Grafenwiesen am Sonntag, 23. April 2017 von 14 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür an. Der Eintritt ist an diesem Tag frei. Interessierte können neben dem Besuch der Dauer- und Sonderausstellung auch einen Blick hinter die Kulissen werfen, an einer Verlosung teilnehmen und den Museumsbesuch bei Kaffee und Kuchen ausklingen lassen.

Das "Geschichtserlebnis" Freilichtmuseum Burgruine Runding bietet interessante Informationen über die Geschichte der Burg und die archäologischen Ausgrabungen von 1999 bis 2011, die viel Sehenswertes ans Tageslicht brachten. In Runding stand die größte Burganlage des Bayerischen Waldes. Sie umfasste etwa 18.000 Quadratmeter. Der begehbare Wall ist fast 400 Meter lang. Im ehemaligen Wohnturm informieren Texte und historische Ansichten über Bau- und Besitzgeschichte, die Funktionen der Burg und ihrer Bauten sowie über das Leben auf der Burg im Alltag und in Kriegszeiten. Mit Hilfe von weiteren Informationen an markanten Stellen können interessierte Besucher die Ruine selbst erkunden. In der Alten Kirche am Dorfplatz ist eine kleine Ausstellung eingerichtet, die die Geschichte der Burg dokumentiert und einige Grabungsfunde präsentiert. Ausgrabung und Ausstellung können bei freiem Eintritt von 8 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Das Pfingstritt-Museum Bad Kötzting in der Kirchenburg zeigt die Geschichte des Kötztinger Pfingstritts, dieser bedeutenden eucharistischen Prozession zu Pferde. Anhand historischer Objekte und einer reichen Materialsammlung wird in der spätmittelalterlichen Wehranlage mit befestigtem Friedhof, Kirche und Schloss die über 600-jährige Geschichte der Reiterwallfahrt von Bad Kötzting nach Steinbühl und die anschließende symbolische Pfingsthochzeit dokumentiert. Für Kinder liegt ein spannender Rätselbogen bereit. Geöffnet: an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt.

Am Samstag 9. April 2017 wird im Sinocur in Bad Kötzting (Bahnhofstr. 15) die Dauerausstellung der Familie Neidhardt "Faszination Universum – Eine Reise durch Raum und Zeit" in Zusammenarbeit mit Stadt Bad Kötzting und dem Förderverein Geodätisches Informationszentrum Wettzell e.V. eröffnet. Die Ausstellung ist ab 13 Uhr der Bevölkerung zugänglich. Geöffnet: Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, Freitag von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr (im Sommer durchgehend), Samtags von 10 bis 12 Uhr; Sonntag 10 bis 12 Uhr (Juli bis September).

Das "WeltKunstMuseum" Schloss Altrandsberg präsentiert Nachbildungen von teilweise weltberühmten Museumsobjekten. Die Ausstellungsstücke bieten einen Querschnitt durch die gesamte Kunst- und Kulturgeschichte des Abendlandes von der Steinzeit bis zum Barockzeitalter. Die jungen Besucher können zur „Museumsrallye“ starten, einem spannenden Bilderrätsel, das nur durch einen aufmerksamen Ausstellungsrundgang gelöst werden kann. Das WeltKunstMuseum ist an Ostern noch geschlossen und öffnet seine Pforten ab 1. Mai sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr.

Während der Renovierungsarbeiten des Further Stadtturms ist das Landestormuseum/Drachenmuseum am Further Schlossplatz bis zum Sommer 2017 geschlossen. Nähere Infos finden sich im Internet unter www.landestormuseum.de.

Die Drachenhöhle ist ab dem 1. April wieder von Dienstag bis Sonntag von 10.30 bis 16 Uhr geöffnet (Ausnahme: geschlossen am 8. Aprl) An Ostern ist auch am Ostermontag von 10.30 bis 16 Uhr geöffnet, für die Kinder gibt es wieder ein Osterrätsel und eine kleine Überraschung. Die nächsten bewegten Führungen im April sind am 13. und 27. April um 16 Uhr.

Die Erlebniswelt "Flederwisch" in Furth im Wald beherbergt unter anderem Transmissionswerkstatt, historische Druckerei, Schmiede und Auswanderungsagentur. Die spannenden, unterhaltsamen und lehrreichen (Vor-)Führungen lassen den Besuch zu einem Erlebnis werden. Geöffnet zu folgenden Führungszeiten: jeden Montag um 11.30 Uhr und jeweils am Mittwoch/Freitag/Sonntag um 14 Uhr, ansonsten von Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Museen am Steinbruchsee Furth im Wald-Sengenbühl bieten zum einen Anschauungsmaterial zur Geologie und Pflanzenwelt der Umgebung. Die Sammlung von über 800 Präparaten einheimischer Tiere ist einzigartig. Im Uhrenmuseum sind mehr als 700 Zeitmess-Instrumente aus vier Jahrtausenden zu sehen. Geöffnet: täglich von 9.30 bis 17 Uhr.

Im Museum FrauenFleiss in Blaibach geht es um das Frauenleben anno dazumal. Besuchen Sie die Ausstellung historischer Textilien in nostalgischem Ambiente. Die umfangreiche Sammlung erzählt vom Leben und Wirken junger Mädchen, starker Frauen und alter Damen aus vergangenen Jahrhunderten. Durch fachkundige, spannende Führungen der Sammlerin (Kulturführerin, Lehrerin, Museumspädagogin) werden den Besuchern die Themenbereiche der Dauer- und Sonderausstellung lebendig nahe gebracht. Anschließend empfiehlt es sich bei Kaffee und Kuchen die herrliche Aussicht auf Blaibach und in das Regental zu genießen. Geöffnet ab Ostersonntag zu folgenden Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Sonn- und Feiertage von 14 bis 17 Uhr. Für Schulklassen, Vereine und Busse auch nach Vereinbarung.

Das Fahrradmuseum Arnschwang präsentiert von 2. April bis 30. April die Ausstellung „Tschechische Kinderkunst“ der Kunstschule Domazlice. Am Ostermontag findet eine Tortenparty statt! Geöffnet am Dienstag, Donnerstag und Sonntag von 8 bis 12 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr.

In der kostenlosen Broschüre "Museen im Landkreis Cham" finden sich weiterführende Informationen zu diesen und vielen weiteren Museen, Galerien und Sammlungen im Landkreis. Das Heft kann über das Kulturreferat des Landkreises Cham unter der Telefonnummer 09971/ 78-218 oder per Mail an kultur@lra.landkreis-cham.de angefordert werden, es liegt außerdem in Rathäusern, Gemeindeverwaltungen, Tourist-Infos und Ämtern auf. Die Broschüre ist auch in tschechischer Sprache erhältlich ("Muzea v okresu Cham").


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