31.03.2017, 13:42 Uhr

Absuche Ein menschlicher Schädel gibt Rätsel auf: Wo sind die weiteren sterblichen Überreste?

Foto: Alexander AuerFoto: Alexander Auer

Es ist eine gruselige Vorstellung – bei der Grünpflege entdecken Mitarbeiter des Bauhofes einen menschlichen Schädel. So geschehen am 9. Februar im Keilsteiner Hang bei Tegernheim. Am Montag, 27. März, fanden deshalb zum zweiten Mal Suchmaßnahmen in diesem Gebiet statt.

TEGERNHEIM Mittlerweile ist auch klar, dass es sich bei dem Schädel um den einer jüngeren Frau handelt, berichtete das Polizeipräsidium Oberpfalz in Regensburg am Montag. „Die Liegezeit des Schädels beträgt laut den Untersuchungen bereits mehrere Jahre. Die weiteren damals gefundenen Knochenfragmente sind ausschließlich tierischen Ursprungs und daher für die weiteren Ermittlungen nicht relevant“, heißt es weiter.

Aktuell ist noch unklar, um wen es ich bei der Toten handelt. Man sei dabei, den Fund mit der Vermisstendatei abzugleichen, bisher gebe es aber keinen Treffer. Alleine in der Oberpfalz gelten aktuell sechs Menschen als "langzeitvermisst", drei davon sind Frauen.

Die Regensburgerin Kerstin Langley wird seit dem Sommer 2007 vermisst. Schnell geriet ihr ehemaliger Lebensgefährte in den Verdacht, etwas mit dem Verschwinden zu tun zu haben. Am 16. August 2012 aber wurden die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes wegen mangelnder Beweislage eingestellt. Anfang Oktober 2007 verschwand Brigitte Neumayr aus Regensburg. Die damals 60-Jährige sollte von der Polizei im Rahmen einer „kriminalpolizeilichen Unterrichtung“ aufgesucht werden, der genaue Grund wird von der Polizei nicht genannt. Die Polizei konnte die Frau nicht antreffen, letztmalig sei sie im Oktober 2007 gesehen worden. Seit Mitte Juni 2012 ist die Ambergerin Anna Poddige nicht mehr aufzufinden, die damals 41-jährige gebürtige Italienerin war am 17. Juni 2012 das letzte Mal von ihrem Lebensgefährten gesehen worden, danach verliert sich ihre Spur. Ob mit dem Schädelfund bei Tegernheim nun einer dieser Fälle geklärt werden kann, ist aber noch völlig unklar.

Weiterr Absuche am Keilsteiner Hang

Am Montag, 27. März, fand nun eine weitere großräumige Absuche des Waldstückes im Bereich des Keilsteiner Hanges statt. „Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zur Identifizierung und zur Bestimmung einer Todesursache laufen auf Hochtouren“, so das Präsidium.

Bei der neuerlichen Absuche des Geländes am Montag mit einer Hundertschaft wurden erneut Knochenfragmente gefunden. Es gilt nun zu klären, ob diese wiederum tierischen oder diesmal doch menschlichen Ursprunges sind. Zudem wird geprüft, ob eine weitere Absuche des Geländes notwendig und sinnvoll ist.

Die Kripo in Regensburg ermittelt in alle Richtungen. Zusammenhänge mit einem Gewaltverbrechen sind nach Auskunft aktuell aber (noch) nicht erkennbar.


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