30.10.2016, 15:20 Uhr

Verkehr Beispiel aus Erlangen macht 'Mut zur Stadtbahn Regensburg'

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Dr. Christian Korda, Abteilungsleiter für Verkehrsplanung im Amt für Stadtentwicklung Erlangen, macht den Regensburgern Mut für die Stadtbahn!

REGENSBURG Nachdem Professor Walter Weber, die Anwesenden im vollbesetzten Saal herzlich begrüßte stellte Dr. Korda zunächst die Stadt Erlangen, dann verschiedene Verkehrsmodelle und letztlich das äußerst erfolgreich angelaufene Projekt „Stadt-Umland-Bahn Erlangen“ vor.

Die Stadt Erlangen habe viele Parallelen zu Regensburg, so Korda. Sie wurde im Krieg nicht zerstört, hat eine sehr kleinteilige und kompakte Altstadt, besitzt sehr viel Industrie und eine Universität. Wohnraum ist äußerst knapp, so dass viele in Erlangen tätige täglich einpendeln. Um die 67.000 Einpendler hat Erlangen täglich. Die Erkenntnis, dass der motorisierte Individualverkehr immer stärker zunimmt und weiter zunehmen wird, aufgrund der Stadtentwicklung sowie der industriellen Entwicklung führte zu der Erkenntnis, dass dringender Handlungsbedarf gegeben ist. Dr. Korda verglich hernach die Modelle Stadtbahn, Busbahn und konventioneller Bus und kam zu dem Schluss, dass eine Busbahn nicht attraktiv ist und mehr Nachteile als Vorteile aufweist. Abschließend stellte er das Projekt Stadt-Umland-Bahn Erlangen vor. Wie mit großer Bürgerbeteiligung nicht Politik gegen die Bürger sondern mit und für die Bürger in Erlangen realisiert wird.

Interessant für Regensburg waren seine Ausführungen zur "Standardisierten Bewertung". So Korda: „böse Zungen behaupten, dass eine standardisierte Bewertung in jede gewünschte Richtung gerechnet werden kann, zum Erfolg oder Misserfolg“. Klar sei, dass es sehr viele Stellschrauben bei dieser Prüfung gibt und wenn Projekte positiv gerechnet worden sind er keinen einzigen Fall in Deutschland kenne, bei dem es anschließend zum Misserfolg bzw. Nichtzutreffen der errechneten Werte kam. Das begründete er damit, dass die "Standardisierte Bewertung" eine "Worst-Case-Analyse" sei und in der Regel viel bessere Ergebnisse in der Realität zu erzielen sind. Viele "Soft-Faktoren", die gar nicht einfließen in die Bewertung führen regelmäßig zu einem stark wachsenden Anteil des ÖPNV im Verkehrsmix, wenn ein innerstädtisches Schienensystem realisiert wurde.

Zum Fazit waren sich die Teilnehmer einig, Regensburg müsse hier ein neues Kapitel aufschlagen.


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