23.08.2016, 13:39 Uhr

Wahlkampfgelder Wo sind die 50.000 Euro Spenden an Schlegl-Wahlverein geblieben?

Foto: ArchivFoto: Archiv

Mehrere Bauträger spendeten an den Verein Bürger für Regensburg – doch wo ist das Geld geblieben? Der spätere CSU-Oberbürgermeister-Kandidat Christian Schlegl verrät es nicht – er schimpft lieber auf Journalisten.

REGENSBURG Wo sind die knapp 50.000 Euro hingekommen, die der Verein Bürger für Regensburg für den Wahlkampf von Christian Schlegl sammelte? Das Wochenblatt hat sowohl den Vereinsvorsitzenden Konrad Brenninger kontaktiert und mit der Frage konfrontiert, als auch Christian Schlegl. Beantworten wollte man uns diese Frage nicht direkt. Und offenbar weiß man auch bei der CSU nichts von dem Verbleib des Geldes.

Nach Exklusiv-Informationen des Wochenblattes hatte sowohl das Bauteam Tretzel im Jahr 2012 am Stück 30.000 Euro an den Verein Bürger für Regensburg gespendet, als auch in zwei Tranchen der Firma Schmack zugeordnete Spender knapp 20.000 Euro. Wir haben Schlegl und Brenninger gefragt, wo das Geld ist. Brenninger antwortet: „Sie wissen es doch selbst, dass früher die „Bürger für Regensburg“ als bürgerliche Alternative zur Regensburger CSU galten. Über diesen früheren Streit haben doch gerade Sie auch herzlich berichtet“, so Brenninger. „Da der Verein Bürger für Regensburg damals noch mit einer eigenen Liste zur Kommunalwahl antreten wollte, wurden auch Spenden gesammelt. Diese wurden im Wesentlichen für das Wahlkampfkonzept für den damaligen BfR-Kandidaten Christian Schlegl verwendet“, so Brenninger. Der Verein sei damals laut Brenninger professionell beraten worden, „die Vorbereitung und Bearbeitung des Wahlkampfkonzeptes war im Jahre 2012 längst in die Wege geleitet und auf die Beine gestellt. Wir hatten als erste ein bestens durchdachtes Wahlprogramm veröffentlicht.“

Der Verein hätte nur noch „den Schalter umlegen müssen“, um mit einer eigenen Stadtratsliste anzutreten. Das ist dann nicht geschehen. War das Geld da schon ausgegeben? An die CSU hat man es offenbar nicht weitergegeben – dort weiß man jedenfalls nichts davon. Brenninger sagt auch, 2013, nach dem Friedensschluss mit der CSU, „gab es dann keine Spendenzahlungen oder -weiterreichungen des BfR an die CSU Regensburg-Stadt. Wir haben hier stets auf strikteste Trennung geachtet, selbst wenn nach dem sogenannten Friedensschluss Christian Schlegl freilich der von uns unterstützte Kandidat verblieb.“ Aber durch den Friedensschluss und die OB-Kandidatur Schlegls für die CSU seien die Umstände – für Brenninger nicht vorhersehbar – plötzlich anders gewesen „und den Stab des OB-Wahlkampfes hatte dann konsequenterweise die CSU Regensburg-Stadt zu übernehmen.“ Für einen CSU-Wahlkampf des Herrn Schlegl „hat der Verein Bürger für Regensburg keinen Cent ausgegeben.“ Pikant ist das auch deshalb, weil sowohl Schmack als auch Tretzel davon ausgegangen waren, dass die Spenden für den Wahlkampf von Schlegl verwendet werden würden.

„Falschberichterstattung – und das seit Jahren!“

Wir haben auch Christian Schlegl gefragt, was mit dem Geld passiert ist. Er schrieb uns, dass wir mit unserer erneuten Anfrage in der Causa wieder mal „dokumentieren, wie schlampig oder bewusst falsch Sie bei Ihrer ,Recherche‘ arbeiten.“ Das sei „alles für Sie ganz typisch und normal. Denn so arbeiten Sie seit Jahren. Als Politiker muss man so etwas hinnehmen, da man sich Ihrer Falschberichterstattung  nicht erwehren kann.“ Auf die Frage, was mit den Spenden geschehen ist, antwortete er nicht.


0 Kommentare