16.08.2016, 10:35 Uhr

Es tut sich was am Donauufer 450.000 Euro für ein Kunstwerk: Nördlichster Punkt wird vergoldet

Foto: Preihsl und Schwan - Beraten undFoto: Preihsl und Schwan - Beraten und

Ein neuer Platz soll die geographische Spitze der Donau für die Bürger markieren. Kosten: Schlappe 450.000 Euro, die von der Stadt getragen werden.

REGENSBURG Endlich kann man die Strecke wieder für Freizeitaktivitäten nutzen: Nachdem zwischen der Regensburger Altstadt und dem Westbad-Weiher entlang des Deichs Splitt aufgebracht wurde, hat man die Beschichtung zwischenzeitlich entfernt. Bereits als der Splitt aufgebracht wurde, wunderten sich viele der zahlreichen Jogger, Radfahrer und Fußgänger: schien der Belag doch viel zu locker und für Freizeitaktivitäten, wie sie viele Regensburger an dieser Stelle betreiben, auch völlig ungeeignet. Bereits im Juni warnte die Stadt dann auch: „Die Stadt ruft Radfahrer, Fußgänger und Jogger zur Vorsicht bei der Benutzung des neu angelegten Wegs entlang der Donau zwischen der Pfaffensteiner Autobahnbrücke und den Rudervereinen auf.“ Weiter hieß es damals: Der Radweg wurde dabei teilweise verbreitert, und er erhielt auf einer Gesamtlänge von rund 1,5 Kilometern eine neue Oberfläche. Aufgrund von Richtlinien der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung darf der Weg auf einem Damm entlang einer Bundeswasserstraße nicht asphaltiert werden. Zudem befindet sich der Weg entlang der Schillerwiese in einem Landschaftsschutzgebiet, in dem auch naturschutzfachliche Aspekte gegen eine Asphaltierung sprechen.

Deshalb entschieden sich die zuständigen Dienststellen für eine Wegbefestigung mit grobem Schotteruntergrund und einer feineren Oberfläche aus Splitt und Steinmehl. Damit dieser natürliche Materialmix fest wird, benötigt er eine Ruhezeit von etwa zwei bis vier Wochen, optimalerweise mit mehreren Regenschauern und Trockenphasen. Das Gartenamt sperrte die neue Wegstrecke mit Bauzäunen ab, um Schäden auf dem noch weichen Belag zu verhindern. „Unbekannte räumten jedoch die Bauzäune beiseite, und Radfahrer, die den frischen Weg intensiv nutzten, hinterließen tiefe, breite Spurrillen“, hieß es weiter. Schuld waren also die Radlfahrer und Jogger. Dass der Splitt von Anfang an wenig geeignet schien, blieb unerwähnt.

Rollsplitt soll doch nicht erneuert werden

In den letzten Wochen beseitigte das Gartenamt dann allerdings den Belag. Zunächst hieß es, dass der beliebte Weg erneut gesperrt werden müsste – und zwar ausgerechnet in der Ferienzeit im August. „Nachdem der von Radlern, Joggern und Fußgängern genutzte Weg entlang des nördlichen Donaubogens mit einer Kehrmaschine von überschüssigem Split gesäubert wurde, erweist sich der neu aufgebrachte Untergrund als dauerhaft haltbar. Es sind aktuell also keine weiteren Arbeiten am Weg vorgesehen, der vom Gartenamt nun weiterhin im üblichen Umfang gepflegt wird“, sagte ein Sprecher der Stadt dem Wochenblatt. Bislang findet sich vor Ort auch lediglich eine geringfügige Umleitung – und die ist an einem ganz besonderen Platz, dem nördlichsten Punkt der Donau nämlich. Und dort entsteht jetzt ein neues Kunstwerk. Die „ökologische und landschaftliche Aufwertung des Uferbereichs“ (O-Ton Stadt) münde nun in einem ganz besonderen Projekt, mit dem vor ein paar Wochen begonnen wurde: Am nördlichsten Punkt der Donau, einem geografisch also ganz besonderen, landschaftlich aber bislang eher unbedeutenden Punkt wird ein Platz gebaut.

„Dort entstehen unmittelbar am Donauufer großzügige, treppenförmig angelegte Sitzgelegenheiten und zudem zwei Kunstwerke: eine stilisierte Donauplätte und die künstlerische Umsetzung eines Weinlaubdaches“, so der Stadtsprecher. Die Kosten für den neuen Platz, der für zusätzliche Aufenthaltsqualität sorgen wird, liegen bei etwa 450 000 Euro. Die Stadt trägt die Kosten übrigens alleine ...


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