11.08.2016, 14:58 Uhr

Kultur Neuer Roman 'Grasmond': Gerda Stauner lässt Realität und Fiktion verschmelzen

Foto: privat/SüdOst VerlagFoto: privat/SüdOst Verlag

Gerda Stauner aus Regensburg hat ihr neues Buch herausgebracht: "Grasmond".

REGENSBURG Wir schreiben das Jahr 1973, in Regensburg wird Bürgerfest gefeiert, politisch stellt man sich die Frage, wie das denn so ist mit dem Altstadtkern und einer autofreundlichen Stadt. In dieser aufgekratzten Atmosphäre lebt Melchior, ein junger Volontär, der dringend Abstand braucht von seiner Familie und dem kleinen Dörfchen Fichtenried. Doch das Dorf lässt ihn nicht los, denn in der Stadt trifft er auf einen Staatssekretär – und so auch auf ein dunkles Geheimnis, das das Örtchen Fichtenried beherbergt ...

Gerda Stauner wurde im Jahr 1973 geboren, seit 1999 lebt sie in Regensburg – und nun ist ihr Buch „Grasmond“ erschienen, in dem sie jene Geschichte des Volontärs Melchior erzählt, der dem bis dahin gut gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur kommt. Dass ausgerechnet das Bürgerfest 1973 eine Rolle spielt, das Fest in ihrem Geburtsjahr, sei Zufall, berichtet Stauner, vieles Historische aber hat sie abgeleitet von Erzählungen ihrer eigenen Großmutter. "Das hat sich tief eingepflanzt", sagt Stauner. Schon lange habe sie sich mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt, einige der realen Geschichten hat sie nun zusammengefasst und ergänzt und so in "Grasmond" verwendet. Ihr Glück: Noch gibt es einige wenige Zeitzeugen, die berichten können, wie es war zu jener dunklen Zeit hier in der Oberpfalz. Sie konnte noch mit Zeitzeugen sprechen, mehr erfahren über die Kriegstage in der Region. "Es ist etwas ganz anderes, diese Geschichten von Menschen zu hören, die sie erlebt haben", sagt sie. Sie habe Glück gehabt, diese Geschichten nicht nur in Büchern nachlesen zu müssen. Es ist ihr wichtig, dass diese Zeit der Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, irgendwann, so Stauner, „gibt es niemanden mehr, der noch darüber sprechen kann“. Und so sei es wichtig, den wenigen Zeitzeugen, die es heute noch gibt, zuzuhören und ihre Geschichten, die Gefühle und auch die Ängste zu bewahren. "Grasmond" versucht hier den Spagat zwischen damals und heute, zwischen dunkler Zeit und Bürgerfeststimmung. Und das hat Melchior nun entdeckt? Das verraten wir an dieser Stelle nicht. Nur so viel: Der heutige Regensburger wird sich immer mal wieder im Buch finden – und wenn es nur um das mögliche Fällen einer Kastanie im Biergarten geht ...

Gerda Stauner hat etwa ein halbes Jahr an ihrem ersten Werk geschrieben – das zweite ist auch schon in Arbeit. Drei Testleserinnen stehen ihr zur Seite. "Ich habe viel gelernt bei diesem ersten Buch", sagt sie. Das wird ihr nun für das neue Buch zugutekommen.

Wer Gerda Stauner kennenlernen möchte, der hat am Mittwoch, 21. September, Gelegenheit dazu. Die Autorin wird ab 19 Uhr im Degginger in Regensburg aus ihrem Buch "Grasmond" lesen.


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