09.03.2016, 14:19 Uhr

VCD-Vorschläge mit Sorgfalt diskutieren Regensburger Grüne wollen das "Projekt Stadtbahn" noch schneller vorantreiben

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"Regensburg ist eine wachsende Stadt. Und schon deshalb kein ein ‚Weiter So!’ in der Verkehrspolitik nicht die Devise der Gegenwart sein", so der Stadtrat und Landtagsabgeordnete ürgen Mistol zu den Reaktionen auf die jüngst vorgestellten Vorschläge des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zum schienengebundenen Nahverkehr (SPNV) für die Region Regensburg.

REGENSBURG "Wir Grüne halten es im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung von Stadt und Region für dringend notwendig, zukunftsgerichtete Ideen mit der notwendigen Sorgfalt zu diskutieren und das Machbare dann auch Schritt für Schritt umzusetzen. Ein reflexhaftes 'Nein’ nach dem Motto 'Das haben wir schon immer so gemacht’, ist keine adäquate Antwort auf die drängenden Verkehrsprobleme in Stadt und Region."

Die Verkehrssituation in und um Regensburg beschreiben die Grünen aufgrund spezifischer örtlicher Bedingungen und der Stadtentwicklung der letzten Jahrzehnte als nicht ganz einfach. So sind alleine täglich 70.000 Menschen aus der Region in die Stadt zu ihrem Arbeitsplatz unterwegs. Dabei führt der viel zu hohe Anteil an motorisiertem Individualverkehr (MIV) von 51 Prozent oft zu verstopften Verkehrswegen, was für alle – für die, die auf der Straße unterwegs sind, aber auch für die, die dort wohnen – mit erheblichen Beeinträchtigungen, mit Emissionen, Feinstaub, Abgasen und Lärm verbunden ist. "Das ist ja auch der Grund, warum wir die Umweltzone beantragt haben", sagt stellvertretende Fraktionsvorsitzende Maria Simon. "Die Busse stecken zum einen vielfach im Stau, zum anderen ist das derzeitige Bussystem in einigen Streckenabschnitten wie zwischen Hauptbahnhof und Universität am Ende der Leistungsfähigkeit angelangt. Wir Grüne werden weiterhin dafür kämpfen, den Koalitionsvertrag in diesem Politikfeld auch konsequent umzusetzen."

Die aktuellen Vorschläge des VCD, der die Einführung der Stadtbahn und einen ausgeweiteten "Regensburger Stern", also eine Art S-Bahn auf den bestehenden Schienenstrecken, beinhalten, werden von der grünen Stadtratsfraktion ausdrücklich für gut geheißen, haben die Grünen doch seit Jahren das Thema Stadtbahn auf der politischen Agenda gehalten. Bürgermeister Jürgen Huber: "Die Menschen in Erlangen, die sich am letzten Wochenende bei einem Bürgerentscheid mit großer Mehrheit für die dort geplante Stadt-Umland-Bahn ausgesprochen hatten, ermutigen uns in Regensburg, das Projekt Stadtbahn noch schneller als bisher voranzutreiben." Huber ist überzeugt, dass die speziellen Probleme mit dem begrenzten Verkehrsraum in der Innenstadt und mit zu viel Lärm und Schmutz ohne Stadtbahn nicht zu lösen sind. "Wir sollten jetzt den entscheidenden Schritt zur Stadtbahn tun, und zwar beschleunigt. Separate Trassen müssen sowieso geschaffen werden und dann macht es Sinn, auch gleich auf ein schienengebundenes System zu setzen. Ich bin sehr überzeugt, dass wir – wenn wir es richtig anpacken – auch die Förderfähigkeit hinbekommen."


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