04.03.2016, 15:41 Uhr

Bewegender Besuch Regensburger Bundestagsabgeordnete trifft in Israel eine alte Bekannte aus Stadtamhof

Foto: Büro FreudensteinFoto: Büro Freudenstein

Ein Israel-Besuch ist für eine Deutsche Bundestagsabgeordnete kein Spaziergang, schließlich hat Deutschland gegenüber Israel aus seiner Geschichte heraus eine ganz besondere Verantwortung. Doch gerade deshalb war es für die Regensburger Bundestagsabgeordnete Dr. Astrid Freudenstein mit Kolleginnen aus der Unionsfraktion eine ganz besondere Ehre, dieses Land zu besuchen.

REGENSBURG/ISRAEL Doch neben dem offiziellen Programm bewegte Freudenstein noch etwas anderes: Das unverhoffte Wiedersehen mit einer alten Bekannten aus Regensburg! "Es war schon eine harte Kost, weil man derzeit dort überhaupt keine Chance auf Frieden gibt", sagt Freudenstein zurück in Deutschland. Die Reise bewegte sie sehr, weil sie dort auch in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte eintauchte. Gemeinsam mit einer Bundestagskollegin besuchte sie die Auschwitz-Überlebenden Sirma Feldman in deren Wohnung in Jerusalem. Die heute 91-Jährige hatte den Horror von Auschwitz am eingenen Leib erfahren, eine tätowierte Nummer am Unterarm zeugt heute noch davon. "Auch wenn unsere Generation keine unmittelbare Schuld mehr trifft, fühlt man sich als Deutscher immer noch schlecht", sagt die Bundestagsabgeordnete über diesen bewegenden Besuch. Um so erstaunter war sie, dass diese alte Dame überhaupt nicht verbittert war, sondern die beiden Bundestagsabgeordneten herzlich empfing, um ihnen ihre Lebensgeschichte zu erzählen.

Zinkl hilft, Mädchen eine Chance zu geben

Dass die Welt ein Dorf ist, musste Freudenstein feststellen, als sie mitten in Israel auf eine alte Bekannte aus Regensburg traf: Gabriele Zinkl. Frau Freudenstein und Frau Zinkl kennen sich aus Stadtamhof, denn Frau Zinkl war in Regensburg die erste Frau, die für die Diözese kirchliche Ehenichtigkeitsverfahren schlichtete. Seit Sommer 2015 lebt die ehemalige Regensburgerin in Jerusalem und absolviert im Pilgerhaus der Borromäerinnen ein Postulat, die Vorstufe zum Noviziat. Doch Gabriele Zinkl arbeitet dort nicht nur im Pilgerhaus, sondern auch in einem Kindergarten in West-Jerusalem, in dem palästinensische Mädchen betreut und unterrichtet werden. Das ist deshalb so wichtig, weil palästinensische Mädchen in ihren Familien oft immer noch vernachlässigt werden und sie so eine Chance auf ein besseres Leben bekommen. "Das ist eine sehr sinnvolle Aufgabe", lobt Freudenstein den Einsatz von Frau Zinkl. "Ein sehr netter Zufall, dass wir uns in Israel getroffen haben", freut sich Freudenstein über diese unverhoffte Begegnung fern der Heimat.

"Man fährt mit keinem zuversichtlichen Gefühl nach Hause"

Doch auch die andere Seite der Mauer, also Ost-Jerusalem und Ramallah besuchte die Delegation. Damit in dieser angespannten Sicherheitslage nichts passierte, waren acht Beamte des Bundeskriminalamtes notwendig, welche die Delegation begleitete. Nach all diesen interessanten Einblicken fährt die Regensburger Bundestagsabgeordnete aber mit einem gemischten Gefühl nach Hause: "Dieses Land lebt in Unsicherheit. Man fährt mit keinem zuversichtlichen Gefühl nach Hause."


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