03.11.2015, 17:51 Uhr

Traurig OB Wolbergs hat sich von seiner Frau getrennt

Oberbürgermeister von Regensburg Joachim Wolbergs mit seiner Ehefrau Anja Wolbergs bei der Eröffnung der Thurn und Taxis Festspiele am 18. Juli 2014 zur Opernaufführung "Rigoletto"
© Isa Foltin Foto: Isa FoltinOberbürgermeister von Regensburg Joachim Wolbergs mit seiner Ehefrau Anja Wolbergs bei der Eröffnung der Thurn und Taxis Festspiele am 18. Juli 2014 zur Opernaufführung "Rigoletto" © Isa Foltin Foto: Isa Foltin

Der Regensburger Oberbürgermeister hat sich von seiner Frau Anja getrennt. Das Paar hat zwei Kinder.

REGENSBURG Wer an lauen Sommerabenden durch die Stadt spazierte, vorbei am Alten Rathaus, der fragte sich unweigerlich: Ist das normal, dass das Licht im Büro des Oberbürgermeisters noch immer brennt? Kann es gut sein, dass der OB noch spätabends arbeitet? Wer Wolbergs in den letzten Monaten treffen wollte, der hatte für Termine meist die Samstag- oder Sonntagabende oder alternativ das Mittagessen zur Auswahl – im Orphee trifft sich Wolbergs mit Vorliebe für wichtige Gespräche. Unweigerlich stellt man sich die Frage: Wie kann das eine Ehe nur aushalten? Wann macht der OB Dienstschluss? Und wie geht es den beiden Kindern damit?

Nun hat die Öffentlichkeit eine bittere Antwort auf diese Frage bekommen.

Auf Anfrage des Wochenblattes bestätigte Wolbergs: Es stimmt, er und seine Frau Anja haben sich getrennt. Von Nachfragen bittet er, auch aus Sorge um seine Noch-Ehefrau und die Kinder, abzusehen.

Wer verstehen will, wie Wolbergs sein Amt führt, der kann das am besten durch diese Episode: Am vergangenen Freitag, während eines Telefonats mit dem Wochenblatt, kracht es am anderen Ende der Leitung. „Jetzt habe ich einen Unfall gebaut“, sagt Wolbergs, der mit Freisprechanlage telefonierte. Wolbergs steht ständig unter Strom, jedes Detail ist ihm wichtig. Doch wer ihn näher kennt, wer ihn sieht, wie er von einem Termin zum anderen hetzt, der spürt: Da ist einer, der seine Aufgabe ernst nimmt. Die Unfall-Episode endet in einem Totalschaden des Privatfahrzeugs von Joachim Wolbergs. Wenn man ihn fragt, warum er überhaupt ohne Chauffeur fährt, sagt er: „Der muss doch auch mal frei haben.“ Der Chauffeur schon, nur der Chef nicht.

Offenbar litt Wolbergs darunter, wie er seine Familie vernachlässigen musste, um das Amt so auszufüllen, wie er sich das vorstellt: Nämlich mit einem Arbeitseinsatz, der übermenschlich ist. Der volle Terminkalender des Oberbürgermeisters ist selbst im Vergleich zum manischen Vorgänger Hans Schaidinger überbordend voll. Das kann man nun gut finden, schließlich haben die Regensburger Wolbergs gewählt, sie haben also ein Recht darauf, dass er sich auch mit allen Fasern einsetzt. Andererseits fragt man sich mittendrin, warum er jede Gelegenheit nutzt, auch einen Umweltpreis in einer dritten Grundschulklasse zu überreichen. Die Resonanz darauf ist allerdings groß. Auch jene, die noch Vorbehalte gegen ihn als OB hatten, überzeugt er dadurch, dass er rhetorische Brillanz mit einer Verbindlichkeit verknüpfen kann, die einem das Gefühl gibt, er ist absolut präsent. Dem Vernehmen nach hat OB Wolbergs die Trennung von seiner Frau herbei geführt und lebt in einer neuen Beziehung.

Wolbergs lebt in einer neuen Beziehung Anja Wolbergs galt bei vielen Regensburgern als absolut charismatische Frau zum Anfassen. Das Traumpaar wirkte ganz natürlich im Umgang miteinander, selbst wenn man näher an das Paar heran kam, hatte man den Eindruck, da haben sich zwei verständigt: Der eine muss nun alles für sein politisches Amt tun, während sich Anja Wolbergs liebevoll um die beiden Kinder kümmert. Doch nun scheint es so zu sein, dass das harte Brot des öffentlichen Amtes eine große Liebe zerstört hat. Das ist bitter. Aber wohl auch etwas, das in den besten Beziehungen vorkommen kann: Am Ende hat die Realität die Liebe eingeholt. Schade drum. Aber das Leben geht weiter ...


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