02.06.2015, 15:50 Uhr

Initiative Graf Lerchenfeld unterstützt Forderung nach kostenlosem Internetzugang für Flüchtlinge

Foto: Büro LerchenfeldFoto: Büro Lerchenfeld

Eine Regensburger Initiative will Flüchtlingen in Stadt und Landkreis mit einem in Bayern in dieser Form einzigartigen Gemeinschaftsprojekt den Zugang ins Internet ermöglichen. Der Regensburger Bundestagsabgeordnete Philipp Graf Lerchenfeld unterstützt die Aktion – und geht mit gutem Beispiel voran. Sein Regensburger Bundestagsbüro ist jetzt ein öffentlich zugänglicher WLan-Hotspot.

REGENSBURG Regensburg – Das Internet ist für viele Flüchtlinge ihre einzige Verbindung in die Heimat – nur darüber können sie sich in Zeitungen und Blogs über die aktuelle Lage zu Hause informieren und per E-Mail mit Familie und Freunden in Kontakt bleiben. Doch in den meisten Unterkünften in Stadt und Landkreis Regensburg gibt es keinen Internetzugang für die Flüchtlinge. Eine Regensburger Initiative möchte das jetzt ändern und ein freies, für alle zugängliches drahtloses Funknetzwerk aufbauen, von dem in einem ersten Schritt nicht nur, aber vor allem die Flüchtlinge profitieren sollen. Gemeinsam mit dem Regensburger Bundestagsabgeordneten Philipp Graf Lerchenfeld wollen die Initiatoren von „Freifunk Regensburg“ in den nächsten Wochen möglichst viele Unterstützer in der Region gewinnen.

Die Grundidee des Freifunks ist simpel: Jeder, der zu Hause einen Internetanschluss hat, kann bei sich einen zweiten Router installieren, der Teil des „Freifunk-Netzwerks“ wird. 70 solcher Zugangspunkte gibt es bereits in der Stadt Regensburg, zum Beispiel am Domplatz und am Gutenbergplatz. Jeder kann sich dort kostenlos verbinden und so ins Internet gehen. "Spezielle technische Vorkehrungen garantieren, dass der lokale Rechner und das lokale Netzwerk geschützt sind und ein Zugriff nicht möglich ist", sagte Bastian Mäuser, einer der Initiatoren im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Graf Lerchenfeld. Der W-Land-Verkehr laufe zentral über die Server des Freifunks. "Unser System ist sicher und rechtlich einwandfrei, es gibt keinerlei Risiko", betonte auch Sven Seeberg, der ebenfalls zu den Gründern der Freifunk-Initiative in Regensburg gehört. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden.

Die Idee, Flüchtlingen auf diesem Wege den Zugang zum Internet zu ermöglichen, entstand im Rahmen des Projekts "Campus Asyl". Dort kümmern sich rund 200 Studenten der Regensburger Uni um die in der Stadt untergebrachten Asylbewerber. "Das Internet ist nicht nur die oft einzige Verbindung in die Heimat, sondern auch eine hervorragende Möglichkeit, selbständig Deutsch zu lernen", sagt Herrmann Josef Eckl von der Katholischen Hochschulgemeinde. Diese unterstützt das Freifunk-Projekt und arbeitet eng mit den Initiatoren zusammen. Der Studentenpfarrer wird auch seine persönliche Internetverbindung zur Verfügung stellen, wenn in den nächsten Wochen eine Richtfunkverbindung von Regensburg in die Flüchtlingsunterkunft nach Kürn in der Gemeinde Bernhardswald "ans Netz" geht. "So etwas gibt es in Bayern bisher nicht", sagt Sven Seeberg von Freifunk.

Die große Herausforderung: Richtfunk erfordert eine Sichtverbindung. "Viele Orte in Stadt und Landkreise können wir so nicht erreichen“, betont auch Bastian Mäuser. "Wir brauchen deshalb die Unterstützung der Bürger vor Ort, damit alle Flüchtlinge in Stadt und Landkreis einen Internetzugang bekommen können." Auf diese Weise könnte beispielsweise auch die Unterkunft der jugendlichen Flüchtlinge in Kallmünz angeschlossen werden. Dort stehen auf Vermittlung Graf Lerchenfelds bereits mehrere Computer. "Wir brauchen aber die Hilfe der Nachbarn, damit das Projekt ein Erfolg wird", sagt Graf Lerchenfeld. Er hofft, dass sich möglichst viele Bürger in Stadt und Landkreis der Initiative anschließen. Die Initiatoren sind unter der Mailadresse regensburg@freifunk.net zu erreichen. Alle Infos finden Interessierte auch unter regensburg.freifunk.net.

Der Abgeordnete selbst geht mit gutem Beispiel voran: Sein Regensburger Bundestagsbüro in der Ziegetsdorfer Straße ist bereits Teil des "Freifunk-Netzwerks". Graf Lerchenfeld will das Projekt auch in seinen Gesprächen mit Bürgermeistern, Gemeinderäten und Multiplikatoren im Landkreis zum Thema machen. "Mit sehr überschaubarem Aufwand kann jeder dazu beitragen, den Flüchtlingen ihren Aufenthalt bei uns ein wenig menschlicher zu gestalten", sagt der Abgeordnete.


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