07.01.2015, 12:29 Uhr

Leerstand Das ist der Hammer: Jetzt ist die scheußliche Max Bahr-Immobilie auch noch pleite!

Foto: Verena AllescherFoto: Verena Allescher

Das ist der Hammer: Die Immobilien-Gesellschaft, die das Gebäude des früheren Max-Bahr-Baumarktes in der Frankenstraße verwaltete und besaß, ist pleite – das teilte Alexandra Tumulka mit, der die Immobilie bis vor kurzem noch gehörte. Hintergrund ist offenbar, dass die Bank in Hamburg den Kredit eingefordert hat und damit die Immobilien-GmbH in die Insolvenz zwang.

REGENSBURG Investorin Tumulka erklärte wörtlich gegenüber dem Wochenblatt: „Die Immobilie war an die Baumarktkette Max Bahr mit einem 20-jährigen Mietvertrag vermietet. Nachdem Max Bahr im Jahr 2013 Insolvenz angemeldet hat, wurde der Mietvertrag seitens des Insolvenzverwalters von Max Bahr gekündigt. Die Alexandra GmbH & Co. Immo KG als Vermieterin ist durch die Insolvenz der Mieterin damit völlig unverschuldet in eine Notlage geraten“, so Tumulka. Und weiter: „Ich habe als Geschäftsführerin der Alexandra GmbH & Co. Immo KG seit Oktober 2013 mit namhaften Maklern alles versucht, um die Immobilie wieder zu vermieten. Eine Vermietung an eine andere Baumarktkette war nicht möglich und hier wurden alle Anfragen abgesagt. Seit Juli 2014 gibt es vier Mietinteressenten für die Immobilie. Die Immobilie hätte somit für vier Mieteinheiten umgebaut werden können, die Pläne dazu wurden erarbeitet und liegen seit Juli 2014 der Stadt Regensburg vor.“

Dazu hätte es einer Nutzungserweiterung bzw. -änderung seitens der Stadt Regensburg bedurft, da die Immobilie nur eine völlig eingeschränkte Nutzung für einen Baumarkt hat. Dann macht Tumulka der Stadt Regensburg schwere Vorwürfe: „Diese Nutzungsänderung oder -erweiterung wurde seitens der Stadt verweigert und nicht in Aussicht gestellt und daher war weder eine Vermietung noch ein Verkauf, obwohl es auch Kaufinteressenten gab, möglich. Ich hatte als Investorin und Geschäftsführerin der Alexandra GmbH & Co. Immo KG eine 100-prozentige Finanzierung abgeschlossen und die Gesellschaft ist auch der Erbbaunehmer der beiden städtisch verwalteten Erbbaugrundstücke, auf welchem die Baumarkt-Immobilie errichtet wurde.“

„Keine Gläubiger außer der Hamburger Bank“ Die Alexandra GmbH & Co. Immo KG verfüge zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages immer noch über ein Bankguthaben von über 500.000 Euro und habe keine Gläubiger außer der finanzierenden Bank und den Erbbaurechtsgeber. Diese beiden Gläubiger seien ausreichend abgesichert. Der Erbbaurechtsgeber mit dem Erbbauzins über das bestehende Barvermögen von über 500.000 Euro und die finanzierende Bank über die Grundbuchsicherung der Immobilie. „Die finanzierende Bank hat das Gesamt-Darlehen jetzt fällig gestellt und die Alexandra GmbH & Co. Immo KG war damit ohne jegliches Eigenverschulden gezwungen, Insolvenz anzumelden, und mir als Investorin wurde alles genommen“, so Tumulka. Das heißt zu Deutsch: Die Bank drehte den Hahn zu, forderte das Darlehen ein. Insider sagen, für das Fitnessstudio McFit sei die beantragte Nutzungsänderung in dem Gebäude an der Frankenstraße erfolgt. „Doch ein Textiler, der einziehen hätte sollen und 6.000 Quadratmeter belegen wollte, war altstadtrelevant – das konnte man nicht genehmigen.“ Ein Schuhgeschäft sowie ein Discounter seien ebenso im Gespräch gewesen, so der Insider. Jedes Sortiment, das die Altstadt gefährdet, kann von der Stadt abgelehnt werden. Viele halten diese Regelung in Zeiten des Online-Handels indes für völlig überholt. Kritiker sagen auch, der frühere Oberbürgermeister Hans Schaidinger sei die Antriebsfeder für den Baumarkt an dieser Stelle gewesen – findet man nicht schnell eine Nachnutzung, ist es wohl die größte Schaidinger-Gedächtnis-Brache in der Geschichte der Stadt Regensburg.


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