13.12.2013, 14:41 Uhr

Rettungsgasse Der Weg der Retter zu einer Unfallstelle ist meistens dicht – eine Schneise kann Leben retten

Foto: Ursula HildebrandFoto: Ursula Hildebrand

Werner Brückl von der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg (VPI) kann ein Lied davon singen. Wenn auf den Autobahnen rund um Regensburg etwas passiert, dann kämpft er sich zusammen mit Feuerwehr und Rettungsdienst durch eine Blechlawine. Platz machen die meisten erst nach Aufforderung. Innenminister Joachim Herrmann will hier nun das Bewusstsein für die Rettungsgasse schärfen.

REGENSBURG/BAYERN Meist, so Brückl, müsse man im Einsatz mit Blaulicht und Martinshorn auf sich aufmerksam machen, denn die wenigsten wissen, dass die Rettungsgasse auf zwei oder dreispurigen Bundesstraßen und Autobahnen immer gebildet werden muss, also auch dann, wenn noch gar kein Unfall passiert ist. Bei Blaulicht und Martinshorn erinnern sich dann "99 Prozent der Autofahrer", so Brückl, an die Rettungsgasse, „aber es gibt immer einen, der stehen bleibt“. Bei den ganz Hartnäckigen muss die Polizei dann etwas nachhelfen und den Fahrer auf die Seite bitten. Das kostet dann auch, denn wer die Rettungsgasse blockiert, ist mit einem Bußgeld von 20 Euro dabei. Das alles ist in der Straßenverkehrsordnung geregelt.

Brückl sieht durchaus Aufklärungsbedarf in Sachen Rettungsgasse, deshalb begrüßt er die Aktion des Innenministeriums ausdrücklich. Fünf Banner werden hier zunächst in einem Versuch an Autobahnbrücken an der A9 aufgehängt, acht weitere finden an der A3 zwischen Wörth an der Donau und Schwarzach ihren Platz. Künftig wird es auch Polizeifahrzeuge geben, die im Leuchtbalken, der sonst zum Anhalten auffordert, zur Bildung der Rettungsgasse auffordern. "Wenn sich unsere neuen Rettungsgassen-Banner bewähren, werden wir damit weitere besonders staugefährdete Autobahnabschnitte ausrüsten", so Herrmann bei der Präsentation. "Die Rettungsgasse hilft Leben retten", zog Herrmann als Fazit. "Das muss in die Köpfe der Autofahrer!"

Werner Brückl sieht dies genauso – und erinnert noch an eine weitere Sache im Zusammenhang mit der Rettungsgasse. Wenn nämlich die Einsatzfahrzeuge die Gasse passiert haben, dann sei es meist so, dass diese Gasse durch die Autofahrer wieder geschlossen wird. Dabei sei es sehr wichtig, dass die Gasse offen bleibt, denn oftmals seien weitere Einsatzfahrzeuge, wie zum Beispiel ein Abschleppdienst, notwendig. Wenn die Gasse dann durch nachrückende Fahrzeuge blockiert werde, dann gehe meiste gar nichts mehr. Brückl bittet dabei die Autofahrer um Geduld: Eine Rettungsgasse könne Leben retten, da dürfe es nicht darauf ankommen, möglichst schnell aus dem Stau zu kommen. Und: Ein Ausweichen auf den Standstreifen, um am Stau vorbeizukommen, werde von der Polizei nicht geduldet!


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