06.12.2013, 17:36 Uhr

Bildung Akademische Jahresfeier: "Leuchtendes Jahr 2013" für die OTH Regensburg

Rund 300 Gäste haben an der Akademischen Jahresfeier der OTH Regensburg teilgenommen. "Es sind viele Dinge, die das Jahr 2013 zum Leuchten gebracht haben", sagte Prof. Dr. Baier, Präsident der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) in seinem Jahresrückblick am Freitag, 6. Dezember.

REGENSBURG Höhepunkt des Jahres 2013 sei die Verleihung des Titels "Ostbayerische Technische Hochschule" gewesen, so Präsident Prof. Dr. Baier. Neben dem Blick zurück, ging Präsident Prof. Dr. Baier aber auch auf die bevorstehenden Entwicklungen und die Zukunft des Verbunds "Ostbayerische Technische Hochschule (OTH)", gemeinsam mit Amberg-Weiden, ein. Passend dazu sprach Festredner Prof. Dr. Peter Frankenberg, Minister a.D. für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg über "die Zukunft des Hochschulsystems in Deutschland".

Weiterer Programmpunkt der Akademischen Jahresfeier war die Preisverleihung. Neun verschiedene Stiftungen verliehen Preise an insgesamt 27 Studierende der OTH Regensburg. Zudem haben Prof. Dr. Rudolf Bierl, Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik, und Prof. Wolfgang Stockbauer, Fakultät Bauingenieurwesen, je einen Preis für ihre besonderen Leistungen bei der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft von der Stiftung zur Förderung der Hochschule Regensburg e.V. erhalten. An der diesjährigen Akademischen Jahresfeier nahmen insgesamt rund 300 Gäste aus Politik, Institutionen, Ämtern, Schulen, Unternehmen, Industrie und aus der Hochschullandschaft teil.

Als Schlaglichter des Jahres 2013 nannte Präsident Prof. Dr. Wolfgang Baier in seiner Rede die Höchstzahl bei den Bewerbungen um Studienplätze der OTH Regensburg, letztlich dann über 3.300 Studienanfänger und, die neue Rekordzahl, insgesamt 9.700 Studierende. Er gehe davon aus, dass die Gesamtzahl an Studierenden noch etwas zulegen werde, so Prof. Dr. Baier, und appellierte deshalb an den Freistaat um weitere finanzielle Unterstützung, damit auf gleichbleibend hohem Niveau ausgebildet werden könne. In seinem Ausblick berichtete Präsident Prof. Dr. Baier von anstehenden "Lichtblicken": den bereits laufenden zwei Neubauten, die geplante Restverlagerung der OTH Regensburg von Prüfening an den Campus am Galgenberg und von dem Bau des Hauses der Studierenden im kommenden Jahr. Für die Herausforderungen der Zukunft, zum Beispiel den demographischen Wandel, sieht sich Präsident Prof. Dr. Baier im Verbund mit der OTH Amberg-Weiden gewappnet. "Wir sind davon überzeugt: sichern wir unseren eigenen Wissenschaftsstandort, dann stärken wir auch die regionalen Wirtschaftsstrukturen." Der Beitrag der OTH sei es, die akademischen Fachkräfte für die Region zu qualifizieren und zu sichern.

Damit die "Lichter der OTH dauerhaft strahlen", sei es notwendig, die Mittel für die OTH sehr bald aufzustocken. "Was wir für die Zukunft brauchen, ist eine nachhaltige und verlässliche Hochschulfinanzierung", so Präsident Prof. Dr. Baier abschließend.

Studierendenvertreter Michael Thurner lobte in seiner Ansprache die Zusammenarbeit mit der Hochschule. „Wir können uns aktiv einbinden und die OTH Regensburg mitgestalten“, so Student Thurner. Dies zeuge von "Vertrauen in die Tätigkeit von jungen Menschen". Er setze auch weiterhin auf diese vertrauensvolle Zusammenarbeit. Denn: "Studierende sollten im Mittelpunkt stehen. Ohne Studierende gebe es keine Hochschule", so Thurner.

Von der "Zukunft des Hochschulsystems in Deutschland" war anschließend in der Festansprache von Prof. Dr. Peter Frankenberg, Minister a.D. für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg die Rede. Er berichtete von der derzeitigen Ausdifferenzierung des deutschen Hochschulsystems, zwischen den verschiedenen Hochschularten, aber auch innerhalb der verschiedenen Hochschularten. Nicht alle Hochschulen könnten forschungsstark sein, so Prof. Dr. Frankenberg. Um konkurrenzfähig zu bleiben, seien zum Beispiel Verbünde ein geeignetes Mittel, Verbünde von Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen, aber auch Verbünde von Hochschulen untereinander, wie zum Beispiel die OTH. Prof. Dr. Frankenberg warnte außerdem, vor einer "Überakademisierung" in Deutschland. Er forderte deshalb eine "Umschichtung" der Studierenden zwischen Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften und dualen Hochschulen. Besonders an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und an dualen Hochschulen würden die Studierenden auf akademische Arbeitsplätze vorbereitet, so Prof. Dr. Frankenberg. Im Folgenden nannte er die Herausforderungen der Hochschulen für angewandte Wissenschaften auf ihrem Weg hin zu einer forschungsstarken Hochschule. Das zu große Lehrdeputat für forschende Professoren, das fehlende eigene Promotionsrecht, welches Prof. Dr. Frankenberg an eine Akkreditierung, nicht an eine Hochschulart gebunden wissen. Des Weiteren der fehlende personelle Mittelbau in forschungsstarken Hochschulen und die Besoldung, die oftmals nicht mit der Bezahlung in der freien Wirtschaft konkurrenzfähig sei. Es gebe außerdem, so Prof. Dr. "Frankenberg, immer mehr Studierende, jedoch mit unterschiedlichem Wissensstand. Ein "College-Jahr“ nach amerikanischem Vorbild wäre seiner Meinung nach geeignet, um künftig die Studierfähigkeit der Studierenden zu gewährleisten. Die Finanzierung war ebenfalls ein Thema in der Rede von Prof. Dr. Frankenberg. Die Grundfinanzierung müsse durch eigene Einwerbung von Mitteln aufgestockt werden, um forschungsstark sein zu können, so Prof. Dr. Frankenberg. Die deutschen Hochschulen stünden vor "Riesenaufgabe"“, so der Gast aus Baden-Württemberg. Wenn, würden diese aber zuerst in Bayern und Baden-Württemberg bewältigt, machte Prof. Dr. Frankenberg abschließend Mut.


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