04.12.2010, 00:00 Uhr

Am Montag im Kreistag Fahrplan für Krankenhäuser

Am Montag erstattet Krankenhaus-Geschäftsführer Clemens Kühlem (re.) dem Kreistag Bericht über die künftige Ausrichtung. Hier können Sie schon vorab lesen, wie der Fahrplan ausschaut.

ROTTAL-INN So wird es in Eggenfelden:

dasjenige, bei dem es am längsten dauern wird, bis das neue Krankenhauskonzept komplett umgesetzt ist. Hier soll ab 2013 alles so sein, wie es sich die Berater ausgedacht und die Kreisräte beschlossen haben. Ein Großteil der akuten medizinischen Kompetenzen und Ressourcen wird in Eggenfelden konzentriert werden. Zuvor erhält das Krankenhaus einen Anbau. Mitte 2012 soll der neue Trakt bezugsfertig sein, wenn alles klappt. Dort werden dann ambulante OPs und eine Pflegestation angesiedelt.Unter den drei Kreiskrankenhäusern ist Eggenfelden

Dass Eggenfelden der Standort des neuen Schwerpunkthauses wird, ist kein Zufall: Hier sind bereits Fachabteilungenetabliert, die es in den anderen beiden Krankenhäusern seit vielen Jahren nicht mehr gibt. Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie, Gefäßchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe. Die Innere Medizin hat in Eggenfelden bislang Schwerpunkte bei der Gastroenterologie und der Schlaganfall-Behandlung gesetzt – sie wird durch die neuen Strukturen ausgebaut: Neu hinzu kommt das Fachgebiet der invasiven Kardiologie, wofür ein eigener Linksherzkatheter-Messplatz eingerichtet wird. Ab 2013 ist die Innere Medizin der Kreiskrankenhäuser nicht mehr regional aufgeteilt – die Organisationsstruktur richtet sich ab dann nach inhaltlichen Funktionen und möglichst optimalen Prozessen.

Pfarrkirchen nach Eggenfelden wechseln. Das wurde bereits 2004 beschlossen. Mittlerweile sind die Gründe dafür noch stärker geworden: Das urologische Behandlungsspektrum der Belegabteilung hat sich deutlich ausgeweitet. Heute werden viel häufiger auch aufwändige und größere Operationen durchgeführt, die im Schwerpunktkrankenhaus mit seiner auf operative Akutmedizin ausgelegten Infrastruktur einfach besser aufgehoben sind.Schon jetzt zum Jahreswechsel wird die Belegabteilung Urologie von

Vieles, wofür das Krankenhaus Eggenfelden in der Region einenguten Ruf hat, bleibt so wie es ist. Beispielsweise in der Schlaganfall-Versorgung: Die hiesigen Spezialisten werden auch künftig über das Telemedizin-Netzwerk „TEMPiS“ rund um die Uhr unterstützt durch Neurologen aus München und Regensburg. Auch das zertifizierte Brustzentrum am Standort Eggenfelden gibt es weiterhin. Ergänzend sollen ein Hernienzentrum, ein Gefäßzentrum und ein Darmzentrum entstehen. 

Wenn die neuen Strukturen greifen, wird im Krankenhaus Eggenfelden auch etliches anders organisiert. Eine zentrale Notaufnahme wird geschaffen. Die radiologischen Geräte, die derzeit noch an verschiedenen Orten in der Klinik stehen, werden räumlich zusammengeführt – um Diagnostik-Prozesse zu vereinfachen und Wege zu verkürzen. Angegliedert an den Zentral-OP soll eine Einheit für ambulante Operationen entstehen, so dass die Ressourcen im OP-Trakt besonders flexibel genutzt werden können.

Um Platz für alle Neuerungen zu schaffen, erhält das Kreiskrankenhaus Eggenfelden einen Anbau. Dieser ersetzt auch die einst als Provisorien neben dem Klinikgebäude errichteten Module. Hierfür wird das bestehende Gebäude auf der Westseite um einen gut angebundenen neuen Flügel erweitert. Gebaut wird ab Sommer 2011 bei laufendem Klinik-Betrieb – aber so, dass es die Patienten des Hauses möglichst wenig stört. Im Anbau soll auch die Infrastruktur entstehen, um dort später eine Tagesklinik eröffnen zu können. In den kommenden zwei Jahren wird investiert, um aus dem Kreiskrankenhaus Eggenfelden eine Schwerpunktklinik zu machen – ein Haus, in dem die Menschen aus dem ganzen Landkreis mit moderner, leistungsfähiger Medizin versorgt werden können.

Statement Clemens Kühlem:

„Die Bürger haben es gewollt, und nun ist es soweit: Die drei Kreiskrankenhäuser sind immer noch in kommunaler Hand. Mit ihrem neuen Konzept können sie in einigen Jahren wirtschaftlich solide dastehen und aus eigener Kraft investieren. Zusammen mit den beiden anderen Standorten bietet die neue Schwerpunktklinik Eggenfelden ein abgestimmtes Versorgungskonzept für die ganze Region – umfassend und ohne belastende Kompromisse.

„Dass in Eggenfelden nun so viele Disziplinen und Kompetenzen unter einem Dach arbeiten, bringt dauerhaft Vorteile, gerade für die medizinische Qualität: Denn hier werden abgerundete Versorgungskonzepte und Behandlungszentren möglich, wie sie in der modernen Medizin gefordert und gefördert werden. Interdisziplinäre Zusammenarbeit spielt dabei eine große Rolle. Außerdem Patientenzahlen, die in kleinen Häusern nie zusammenkommen – für bestimmte Leistungen müssen Kliniken inzwischen ihre Expertise durch eine Mindestzahl an Fällen jährlich nachweisen.“

So wird es in Pfarrkirchen:

Zwei neue Fachkliniken gibt es im Krankenhaus Pfarrkirchen ab Januar 2011: die Fachklinik für Orthopädie und die Fachklinik für Altersmedizin. Parallel besteht die Abteilung für Innere Medizin bis Ende 2012 weiter. Wie bisher wird es am Krankenhaus Pfarrkirchen auch künftig eine chirurgische Nothilfe geben. Außerdem wird in Pfarrkirchen die Palliativstation einziehen, die bisher am Krankenhaus Eggenfelden angesiedelt war.

Patienten aus der ganzen Region können sich in der neuen Fachklinik für Orthopädie von insgesamt elf Fachärzten behandeln und operieren lassen. Mit dabei sind die drei Orthopäden, die bislang die Belegabteilung für Orthopädie in Eggenfelden betreut haben: Stefan Rossmüller, Martin Schwarberg und Rudolf Mühlbauer. Zwei Chirurgen aus dem Eggenfeldener Krankenhaus werden ebenfalls in Pfarrkirchen operieren, Chefarzt Marc Wick und Oberarzt Anton Härtl. Hinzu kommen weitere niedergelassene Fachärzte, die teils schon lange Jahre in Pfarrkirchen operieren: Bernhard Bloier aus Simbach am Inn, Thomas Dick aus Bad Griesbach sowie Stefan Jurka Träger aus Passau. Ebenfalls beteiligt sind drei Ärzte, die in Pfarrkirchen eine orthopädische Praxis betreiben – Gernot Bauer, Bernhard Bonke und Michael Fent. Das Behandlungsspektrum der Klinik ist dank der elf Ärzte denkbar breit angelegt: Moderner Gelenk-Ersatz ist ebenso möglich wie die Operation von Sportverletzungen und Hilfe bei Osteoporose. Auch Schmerztherapie und ein Rückenschmerzzentrum gehören zum Angebot, Akupunktur und zahlreiche begleitende Therapien. Die Fachklinik ist mit etwa 60 Betten geplant.

Die benachbarte Fachklinik für Altersmedizin setzt sich aus zwei Bereichen zusammen: Die Geriatrische Rehabilitation bleibt ein Schwerpunkt am Pfarrkirchener Krankenhaus. Hier werden ältere Patienten, die eine Zeit stationär in der Klinik verbracht haben, wieder auf das Leben in ihrem Alltag vorbereitet. Beweglichkeit, Selbstständigkeit und Lebensqualität der Patienten sind hier die Ziele. Neu hinzu kommt der Bereich Akutgeriatrie: Dies ist ein Fachgebiet der Inneren Medizin, das ganz auf die besondere Situation älterer Menschen zugeschnitten ist. Diese Patienten leiden meist an mehr als einer Krankheit gleichzeitig. Sie bringen chronische Gesundheitsprobleme mit, wenn sie aus einem akuten Anlass ins Krankenhaus kommen.

In der Akutgeriatrie werden diese Patienten vom ersten Tag an individuell und ganzheitlich behandelt – Fachleute kümmern sich ebenso um den Oberschenkelhalsbruch wie um Diabetes oder Herz-Krankheiten. Auch in der Akutgeriatrie gehören von Anfang an Elemente der Rehabilitation zur Behandlung. Für Altersmedizin herrscht in der älter werdenden Gesellschaft eine ständig steigende Nachfrage. Statistiken beweisen zudem: Eine Akutgeriatrie entlässt deutlich weniger Patienten ins Pflegeheim und ermöglicht viel mehr älteren Menschen, nach einem Klinikaufenthalt wieder zuhause zu leben, als dies ein konventionelles Krankenhaus kann. Bis zu 70 Betten wird die Fachklinik für Altersmedizin belegen.

Neben der Akutgeriatrie, die ein Spezialgebiet der Inneren Medizin ist, wird auch das bisherige Spektrum der allgemeinen Inneren Medizin bis voraussichtlich Ende 2012 weiterhin in Pfarrkirchen angeboten. Ab dann sind die Internisten der Altersmedizin zuständig für Situationen, in denen im Krankenhaus Pfarrkirchen internistische Nothilfe gebraucht wird. Die chirurgische Nothilfe wird fortgesetzt, genau so, wie es sie in der Pfarrkirchener Klinik schon seit Jahren gibt. Montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr können sich Patienten dort in Notfällen chirurgisch ambulant versorgen lassen. In der Urlaubszeit übernehmen – wie bisher auch – niedergelassene Ärzte die chirurgische Nothilfe.

Die Geschäftsführung der Kreiskrankenhäuser strebt Kooperationen mit niedergelassenen Ärzten an, um das medizinische Angebot am Krankenhaus weiter auszubauen. Ein vergleichbares Modell hat sich am Krankenhaus Simbach seit Jahren mit dem dortigen medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) und dem Chirurgenteam um Dr. Robert Hoffmann bewährt. Unverändert beibehalten werden der Notarzt-Standort und die Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes in Pfarrkirchen.

Statement Clemens Kühlem:

„Wer in und um Pfarrkirchen in eine medizinische Notlage gerät,  keine Sorgen machen. Zum einen, weil wir am Notarzt-System nichts geändert haben – Pfarrkirchen ist und bleibt ein Notarzt-Standort mit Rettungswache. Helfer sind ebenso schnell vor Ort wie bisher. Und zum anderen, weil wir im Krankenhaus auch künftig für Notfälle gewappnet sind. Die chirurgische Nothilfe bleibt unverändert bestehen: Einer unserer Chirurgen leistet dort weiterhin von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr chirurgische Nothilfe.muss sich

Die internistische Nothilfe übernimmt bis Ende 2012 die Abteilung für Innere Medizin – und danach sind ja die Internisten der Akutgeriatrie im Haus. Parallel wollen wir niedergelassene Ärzte ans Krankenhaus holen. Durch integrierte Versorgung gewinnen alle Beteiligten – vor allem die Patienten. In Simbach hat sich das bereits bewährt.“ 

„Die beiden Abteilungen für Orthopädie in Eggenfelden und Pfarrkirchen hatten schon einen guten Ruf – die neue Fachklinik hat das Zeug dazu, diesen noch deutlich zu übertreffen. Sowohl die fünf Spezialisten aus Eggenfelden als auch die sechs weiteren, die bislang schon in Pfarrkirchen aktiv waren, sind im Landkreis und darüber hinaus bekannt. In meinen Augen ist so viel geballte Kompetenz eine tolle Sache. Damit wird die neue Fachklinik für Orthopädie in Niederbayern ein richtiges Schwergewicht.“

„Wir hören immer wieder, dass die Altersmedizin kritisiert wird.  besteht jedoch kein Anlass! Hier entsteht eine sehr moderne, spezialisierte Klinik, die dafür sorgen soll, dass ältere Menschen nicht oder möglichst spät ins Altersheim müssen. Ist es nicht das, was wir uns alle für uns selbst wünschen? Hier zielt die Therapie darauf ab, Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten. In einer Gesellschaft, die immer älter wird, ist das die Medizin der Zukunft.“Für Skepsis

So wird es in Simbach am Inn:

Ein Erfolgskonzept wird ausgebaut: Schon seit Jahren ist die Abteilung für Psychosomatik sehr gefragt. Zum Jahreswechsel entsteht im Krankenhaus Simbach am Inn nun eine Fachklinik für Psychosomatik. Die Innere Medizin der Kreiskrankenhäuser Rottal-Inn wird nach Eggenfelden verlagert. Damit die medizinische Nothilfe für die Bevölkerung in der Region Simbach weiterhin funktioniert, gibt es ein Netz an Helfern.

Wartezeiten bis zu sechs Monaten waren in der Abteilung für Psychosomatik während der vergangenen Jahre keine Seltenheit. Das Team um Chefarzt Dr. Jürgen Gosda genießt in Fachkreisen einen guten Ruf: Patienten aus ganz Bayern kommen hierher, um sich in akuten Lebenskrisen und bei psychosomatischen Beschwerden helfen zu lassen. Die neue Fachklinikhat 120 Betten, bislang waren es 80. Derzeit werden für das Team der Psychosomatik einige zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. 

Für chirurgische Patienten bleibt im Krankenhaus Simbach eine Anlaufstelle. Auch in Notfällen: Chirurg Dr. Robert Hoffmann übernimmt mit seinem Team einen Bereitschaftsdienst, wie bisher auch. Von 7 bis 22 Uhr ist über die Klinik-Pforte immer ein Facharzt rufbereit, sieben Tage pro Woche. Normale Sprechstunde ist nicht nur an den Werktagen, sondern auch samstags von 10 bis 11 Uhr in der Chirurgen-Praxis im Erdgeschoss des Krankenhauses. Die Praxis ist ein Teil des im Krankenhaus Simbach angesiedelten Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ), wo neben denChirurgen auch drei Augenärzte sowie eine Narkoseärztin arbeiten und operieren. Insgesamt etwa 1000 Eingriffe pro Jahr führen die MVZ-Ärzte im Operationssaal der Klinik durch. 

Die Geschäftsführung der Kreiskrankenhäuser will diesen Bereich ausweiten und andere niedergelassene Mediziner dafür gewinnen, ebenfalls im Krankenhaus zu praktizieren und zu operieren. So wird die bestehende Infrastruktur auch weiterhin sinnvoll genutzt.

Besonders wichtig ist der Geschäftsführung die Zusammenarbeit mit einem Internisten. Denn im neuen Krankenhauskonzept ist es vorgesehen, dass es auch künftig eine internistische Nothilfe in Simbach geben soll – nach einem ähnlichen Prinzip, wie es sich bei Chirurg Hoffmann bewährt hat. Bis ein geeigneter Partner gefunden ist, übernehmen österreichische Mediziner die Nothilfe: Die seit Jahren in Simbach angesiedelte Abteilung des Braunauer Krankenhauses St. Josef wird noch für mindestens zwölf weitere Monate Mieter bleiben in den Räumen der Kreiskrankenhäuser Rottal-Inn.

Während dieser Zeit sind die Internisten in der Klinik präsent und werktags zwischen 8 und 17 Uhr auch als Ansprechpartner für Notfall-Versorgung da – das österreichische Team arbeitet dann sozusagen in der Rolle eines Subunternehmers der Kreiskrankenhäuser Rottal-Inn. Während dieserÜbergangsphase will die Geschäftsführung eine langfristige Lösung finden. 

Aber Notfälle geschehen nicht nur werktags zwischen 8 und 17 Uhr – deswegen ist rund um die Uhr ein dichtes Netz an Helfern organisiert, die für die Notfallversorgung zuständig sind. Neben den niedergelassenen Ärzten, die abwechselnd Bereitschaftsdienst haben, gehört auch der Notarzt dazu. An der Notarzt-Präsenz in Simbach wird sich nichts ändern, der Notarzt-Standort bleibt unverändert erhalten. Mediziner aus der Belegschaft der Kreiskrankenhäuser sorgen gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten dafür, dass die Notarzt-Dienstpläne zuverlässig besetzt sind. Tag und Nacht, an 365 Tagen im Jahr. Wer in der Region Simbach einen medizinischen Notfall hat, kann außerdem die Leitstelle des St. Josef-Krankenhauses in Braunau aufsuchen.

Statement Clemens Kühlem:

„Im Dienstplan der Simbacher Notärzte wird es auch künftig keine Lücken geben. ganz Bayern bekannt wäre und wofür Leute sich monatelang auf Wartelisten setzen lassen, wären viele Leute hier stolz darauf. Solche Qualitäten hat auch die Psychosomatik: Hier hat ein Team über Jahre hinweg etwas aufgebaut, was bayernweit einen herausragenden Ruf genießt und eine tolle Reputation hat. Psychosomatik wird offensichtlich auch gebraucht: Immer mehr Menschen sind dem Druck in unserer Gesellschaft nicht mehr gewachsen und brauchen in Krisen Hilfe – solche Hilfe, wie es sie in Simbach gibt.“Wenn ein Industrie-Unternehmen im Kreis etwas herstellen würde, was in


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