21.11.2010, 00:00 Uhr

Gruggan und Woislaa Schimpfwörter aus dem Inntal

Der Trachtenverein „Altbachtaler“ Wittibreut hat ein neues Buch herausgebracht, in dem Schimpf- und Lästerwörter aus dem Hügelland zwischen Rott und Inn festgehalten sind.

WITTIBREUT Der Titel lautet „Von der Aufdagldn bis zum Zuagn“. Karl Moser hat dafür von 1985 bis 2010 über 600 Ausdrücke gesammelt.

„Viele dieser Wörter werden heute noch verwendet, einige davon sind inzwischen aus dem gebräuchlichen Wortschatz gestrichen. Es ist jedoch gut, so finde ich, dass auch diese Wörter aufgeschrieben werden, denn es kann leicht sein, dass unsere Nachkommen einmal nur noch in Englisch schimpfen“, schreibt der Wörtersammler Karl Moser im Vorwort des Buches, des druckfrisch beim Jahrtag der Wittibreuter Trachtler im Gasthof Friedlmeier vorgestellt wurde. Ein Grußwort ist auch von Franziska Burner drin, die mit Zeichnungen für die passende Illustration gesorgt hat.

„Bei manchen Schimpfwörtern waren wir schier auf die bildnerische Darstellung angewiesen. Die „Übersetzung“ war nämlich hin und wieder gar nicht so einfach“, gab Karl Moser zu.

Ludwig Gschneidner, der frühere Vorstand der Wittibreuter Trachtler, zeigte auf, wie es zu diesem Buch gekommen war, das das dritte Druckwerk der Trachtler ist. „Der Dialekt, die Sprache der Heimat, in der wir geboren und aufgewachsen sind, ist doch ein wertvolles Kulturgut, das es zu erhalten und weiter zu geben gilt“, so Gschneidner.

Jahrelang hat Karl Moser, Gründungsmitglied der Trachtler, alte Schimpfwörter gesammelt, aufgeschrieben, geordnet. Seine Schwiegertochter Christine machte die Arbeit am Computer, damit das Sammelwerk in den Druck gehen konnte. Karl Moser hat die Wörter so aufgeschrieben, wie er sie spricht, zum Beispiel „Bogschel“. Zur Erklärung hat er dazu vermerkt: „Ein sehr empfindlicher Mensch. Er ist leicht zu verärgern und kann wegen einer Kleinigkeit oft tagelang kein Wort von sich geben“.

Dann die „Grugga“: „Eine „Grugga“ ist ein Arbeitsgerät, das man im Stall zum Wegputzen von Mist und Dreck benutzt. Das zeigt schon, wenn der Name „Grugga“ für eine Frau verwendet wird, dass es sich nicht um das allerliebste Wesen handeln kann“.

Woislaa (Jammerlappen), Siemgscheida (von der Sorte Gescheit-Schmatza), Kiewee (Eine kleine dicke Frau, nicht besonders hoch, sondern mehr in die Breite gewachsen) – Der Leser kann sich bestimmt manches Schmunzeln nicht verkneifen, wenn er die Erklärungen zu den Mundartausdrücken liest.

Auf den letzten Seiten findet man die Geschichten „Eisenbahndenkmal von Wittibreut“, geschrieben von Fanni Burner und „Gemeinde Wittibreut im Landkreis Rottal/Inn“ von Karl Moser.

Vorstand Josef Hainthaler bedankte sich bei den Buchautoren recht herzlich und überreichte ihnen die ersten Exemplare. Das Buch kann unter anderem bei Regina Niss, in der Gemeinde Wittibreut oder bei Daniela Wagner im Geschäft „Das Faߓ in Pfarrkirchen für 14,50 Euro käuflich erworben werden.


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