02.02.2015, 18:29 Uhr

Krankenhäuser seien „Fass ohne Boden“ FDP Rottal-Inn fordert Privatisierung der Rottal-Inn-Kliniken GmbH

Foto: Rottal-Inn KlinikenFoto: Rottal-Inn Kliniken

Die Vorstandschaft der Kreis-FDP hat sich einmütig dafür ausgesprochen, die kreiseigene Rottal-Inn-Kliniken GmbH zu privatisieren. „Die Landkreis-Politiker sind als Betreiber grandios gescheitert, wie die akuten Probleme zeigen“, sagte der FDP-Kreisvorsitzende Siegfried H. Seidl nach einer Sitzung am Samstag.

ROTTAL-INN Die „plötzliche“ Finanzkrise kommt laut Seidl einem Offenbarungseid der Krankenhaus-Politik gleich – siehe auch den Online-Bericht über die dringliche Anordnung Landrat Michael Fahmüllers, mit der er den Kliniken-Liquiditätsengpass behoben hat.

Die Kliniken offenbarten sich als „Fass ohne Boden“. Dass die Entwicklung weiter nach unten geht und kein grüner Zweig zu erreichen ist, zeigen laut Seidl die von der Geschäftsführung bereits im letzten Jahr eingeleiteten Krisenpläne, das Pfarrkirchener Haus zu schließen. Das Aus für eine Klinik sei aber noch keine Garantie dafür, dass damit das Ruder herumgerissen wird. Die Patienten stimmten jetzt schon zuungunsten mit den Füßen ab.

  „Es ist Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen“, betont Seidl. Kliniken ließen sich kostendeckend führen, wie viele Beispiele zeigten. Die medizinische Versorgung im Landkreis Rottal-Inn muss nach Ansicht von Seidl zukunftssicher gemacht werden: "Diese Perspektive haben die aufsehenden Landkreis-Politiker seit dem Bürgerentscheid nicht geschaffen. Vom Management wird aufgrund der politischen Vorgaben zum Teil Unmögliches verlangt. Behörden- und Kirchturmdenken helfen in einem dynamischen Gesundheitsmarkt nicht weiter.“

Es helfe auch nicht, den Schwarzen Peter auf die bundesweiten Rahmenbedingungen zu schieben. „Die Lösung muss hier fallen.“ Die Auffassung, dass der Bevölkerung die Krankenhäuser jedes Defizit, egal ob ein, zwei, 3,9 oder 5,0 Mio. Euro im Jahr, wert sein müssten, seien Überlegungen einer Staatswirtschaft wie der DDR. Mit Blick auf die Patienten und Mitarbeiter beruhigt Seidl: „Es ist besser, in einer privatisierten Klinik behandelt zu werden oder zu arbeiten, als permanent mit dem Damokles einer Schließung leben zu müssen.“


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