01.02.2011, 00:00 Uhr

Bye-bye Frankie-Boy!

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Frankenbergers Abgang als Stadtrat – ein unglaublicher Vorgang hinter den Kulissen.

PASSAU „Gibt es denn in Passau wirklich nichts anderes mehr als diesen Frankenberger?” fragte sich am Montag ein CSU-Stadtrat und gibt sich die Antwort gleich selber: „Scheinbar nicht!” Und da hat er recht. Wenn man den Bürger auf der Straße fragt, welchen Passauer Stadtrat er kenne, kommt wie aus der Pistole geschossen der Name Frankenberger. Was der Stefan Raab fürs Show-Bizz ist, ist Sebastian Frankenberger für die Passauer Kommunalpolitik: Was er anfasst, wird zu Gold. Selbst seinen Abgang hat er jetzt wieder einmal fabelhaft medial inszeniert. Frankenberger Superstar – er lässt den Rest aus dem 44-köpfigen Passauer Stadtratsgremium ziemlich blass aussehen.

Aber nicht nur, wegen der pfiffigen Verkaufsstrategie seiner eigenen Person. Er tut sich einfach leicht in der Dreiflüssestadt, weil der Rest seiner Ratskollegen schlichtweg ziemlich blass ist. Die spargezwungene Stagnation in der Ära Dupper hat zur Folge, dass der Stadtrat ein Gremium aus Schlafwandlern geworden ist. Und frühere Scharfmacher – damals in der Opposition – wurden so in die Führungsriege eingebettet, dass sie nicht mehr recht aus können. Man hört nicht mehr viel von einem vormals lauten Urban Mangold oder Karl Synek. Nur vom Frankenberger.

Gerade deshalb aber tat sich der Polit-Shootingstar des Jahres 2010 in diesem Gremium, respektive der eigenen ÖDP-Fraktion, so schwer. Weil er mehr wollte, weil er aufbegehrte, weil er den Mund aufmachte. Vielleicht hätte er wirklich manchmal lieber geschwiegen, aber dann wäre er nicht der Frankenberger. So jedenfalls entlarvte er die ÖDP vor Ort als eine Fraktion, die mit schillernden Persönlichkeiten nicht umgehen kann, dafür aber sehr rigide mit unliebsamen Parteigängern.

Man muss sich das mal vorstellen: Der Bundesvorsitzende der ÖDP wird von der ÖDP in Passau quasi aus dem Stadtratsamt gemobbt. (Zum Artikel!) Eigentlich ein ziemlich unglaublicher Vorfall! Das wäre gleichbedeutend, als würde die FDP in Passau ihren MdB davonjagen oder die CSU ihren Bundesstaatssekretär. Das kann im Grunde nur zwei Dinge bedeuten: Der Pfennig gilt nichts, wo er geschlagen wird. Oder: Es kann nur einen geben. Wahrscheinlich stimmt irgendwie beides.

Na auf alle Fälle ist Frankenberger jetzt weg und der Passauer Stadtrat kann aufatmen, den Störenfried los zu sein. Außer jener CSU-Ratsherr – der hält Frankenberger für einen Pfundskerl, der seinen Weg machen wird…


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