22.02.2013, 11:20 Uhr

Nockherberg in Passau Doppelbock-Anstich der Innstadt-Brauerei - einfach sauguad

Foto: Wolfgang KorduletschFoto: Wolfgang Korduletsch

Das Innstadt-Starkbierspektakel am Donnerstagabend in der Passauer X-Point-Halle bot ein kabarettistisches Feuerwerk mit einer fulminanten Wiederauferstehung von Franz Josef Strauß und nicht ganz so viel Lokalkolorit wie in den vergangenen Jahren. Fazit: Sauguad!

PASSAU Dieses Jahr hatte sich unter den zahlreichen Promis auch OB Jürgen Dupper als Ehrengast eingefunden und zapfte mit drei Schlägen das Doppelbock-Fass an. Optischer Hingucker: Natürlich Starkbierkönigin Carina I.

Den Kabarett-Auftakt auf der als Sudhaus prachtvoll dekorierten Bühne machte Wolfgang Krebs zunächst als Angela Merkel, um dann als Verwandlungskünstler über Horst Seehofer und Christian Ude mit seiner Paraderolle als Edmund Stoiber zu glänzen – einfach unglaublich, wie der Mann den CSU-Ehrenvorsitzenden drauf hat.

Da die „Irreparablen" dieses Jahr mit ihren lokalpolitischen Musik-Attacken nicht mehr dabei waren, gab es die Premiere mit Strauß-Parodist Helmut Schleich. Absolut brillant, wie er als wiedergeborener FJS auf der Bühne eine Fastenpredigt hielt, wie sie das Original von der Rhetorik und vom Sprachduktus her wohl nicht besser hingekriegt hätte. Zitat: „Die Bayern sehnen sich wieder nach einem Herrscher, bei dem man nicht an einen Rehpinscher denkt, wenn man sagt: ,A Hund is der scho' "

Manfred Kempinger war dann für das lokalpolitische Finale furioso zuständig und konzentrierte sich auf zwei Hauptthemen: Tunnelbau („Die einzige Angströhre in der Ilzstadt, die ich kenne, ist der Bieselwagen vom Haferlfest") und Goldhaubenfrauen („Die letzte paramilitärische Einheit, die nicht unter NATO-Aufsicht steht. Die kann überall hinmarschieren").

Fast war man ein bisserl überrascht, als Kempinger bereits kurz vor halb 11 Uhr sein Programm unter tosendem Applaus beendete – man hätte sich dann doch noch ein paar Spitzen mehr in Richtung Lokalprominenz erhofft. Trotzdem: Ein sauguader Auftritt – und ein extrem kurzweiliger Abend. Bravo!


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