12.09.2010, 18:14 Uhr

Polizei Passau zieht durchwachsene Herbstdult-Bilanz Zum Dultabschluss brutale Maßkrug-Attacke – keine Probleme mit Rauchverbot

Eine durchwachsene Herbstdult-Bilanz zieht die Passauer Polizei: Zum Abschlusswochenende stieg die Anzahl der Einsätze. Trauriger Höhepunkt: Ein brutale Maßkrug-Attacke von Samstag auf Sonntag. Das Rauchverbot hingegen wurde von den Dultgästen brav gefolgt.

PASSAU Die Passauer Herbstdult 2010 bescherte den Polizeibeamten der Dultwache erwartungsgemäß viele Einsätze. Begann die Herbstdult am ersten Wochenende noch verhältnismäßig ruhig, so steigerte sich die Einsatzbelastung spürbar zum zweiten Dultwochenende hin.

In insgesamt16Fällen ermittelt die Polizei wegen Gewaltdelikten, drei davon wegen gefährlicher Körperverletzung. Hauptsächlich handelte es sich um wechselseitige Körperverletzungen, bei denen geschubst, geohrfeigt oder auch mit den Fäusten zugeschlagen wurde.

Den traurigen Höhepunkt setzte ein 19-Jähriger aus dem östlichen Landkreis, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag (11. / 12. September) kurz nach Mitternacht im Dultstadl mit einem Maßkrug auf einen 18-jährigen Passauer einschlug. Der Maßkrug zerbrach und der 18-Jährige erlitt erhebliche Schnittwunden im Gesicht. Er musste in das Klinikum Passau verbracht werden. Der Täter flüchtete zunächst, konnte jedoch von der Polizei außerhalb des Dultgeländes festgenommen werden.

Auch die Polizei wurde Ziel von Attacken: ein 47-jähriger Passauer erhielt in der Nacht von Freitag auf Samstag nach einer Rangelei auf dem Dultgelände von der Polizei einen Platzverweis. Statt dieser Aufforderung Folge zu leisten, griff er einen Polizeibeamten tätlich an. Der renitente Mann musste gefesselt werden und wurde zur Dultwache verbracht. Ihn erwartet unter anderem eine Anzeige wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Außerdem wurde in derselben Nacht von einem bei der Dultwache geparkten Polizeifahrzeug das Blaulicht herunter geschlagen. Zudem wurde die Seite des VW Busses erheblich verkratzt. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

Bei allen Gewaltdelikten war reichlich Alkohol im Spiel. Mehrere Gewalttäter mussten sich daher Blutentnahmen unterziehen. InsgesamtsechsDultbesucher verbrachten die Nacht in der Ausnüchterungszelle. Eine Vielzahl weiterer Gewaltdelikte konnte durch die Polizeipräsenz bereits im Keim erstickt werden. Gerade hier erwies sich die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst als professionell: Noch bevor sich Schlägereien anbahnen konnte, wurden betrunkene und aggressive Störenfriede des Platzes verwiesen.

Das Rauchverbot brachte für die Polizei wenig Arbeit. Nur ein Fall ist bekannt, wo die Security um polizeiliche Unterstützung bat.Insgesamt vier Pkw mussten im näheren Umfeld der Dult wegen Parkens in der Feuerwehranfahrtszone abgeschleppt werden.

Zwei Verkehrsteilnehmer, ein Mofafahrer und ein Autofahrer wurden bei Verkehrskontrollen im Umfeld des Dultgeländes wegen Trunkenheit im Verkehr angezeigt. Ein Pkw-Fahrer hatte mehr Glück: noch bevor er stark betrunken sein Fahrzeug in Gang setzen konnte, nahmen ihm die Beamten den Schlüssel weg. Als er am nächsten Tag wieder nüchtern war, erhielt er die Schlüssel wieder zurück.

Ein weiterer Schwerpunkt waren Jugendschutzkontrollen. In enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt sowie auch mit dem Sicherheitsdienst wurden insgesamtachtVerstöße gegen das Jugendschutzgesetz zur Anzeige gebracht. Die Fälle reichen von Alkoholabgabe Erwachsener an unter 16-Jährige bis hin zu Jugendlichen, die sich weit nach Mitternacht noch im Dultstadl aufhielten.


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