11.04.2017, 10:27 Uhr

„Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln“ Die Kartage und Ostern im Passauer Dom

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Mit Palmsonntag beginnt die „Heilige Woche“, die auch unter dem Namen „Karwoche“ bekannt ist.

PASSAU In dieser Woche wird in besonderem Maße an das Leiden und Sterben Jesu erinnert. Im Gottesdienst wird die Passion (das Leiden Jesu) vorgetragen. Wir feiern das wichtigste und schönste Fest der Christenheit und um es mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer zu sagen: “Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln“.

Gründonnerstag

Am Abend des Gründonnerstags, 13. April, feiert Bischof Dr. Stefan Oster SDB um 19.30 Uhr den Gottesdienst zur Einsetzung der Eucharistie beim Letzten Abendmahl. Damit beginnt am Vorabend des Karfreitags die Feier der drei österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung Christi.

Bischof Oster wäscht beim Gottesdienst an Gründonnerstag zwölf Frauen und Männern die Füße und erinnert damit an den Dienst Jesu für seine Jünger. Nach dem Evangelium hatte auch Jesus den zwölf Aposteln im Abendmahlsaal die Füße gewaschen. Die Fußwaschung ist Ausdruck dienender Liebe, wie sie Jesus vorgelebt hat. Zu diesem Personenkreis gehören fünf Personen mit Behinderung und sieben Personen, die in der Ökumene tätig sind. Bischof Oster will zum einen die Aufmerksamkeit für Menschen mit Behinderung wachhalten und zugleich den wichtigen Dienst der Caritas im Bistum würdigen. Zum anderen will er in diesem Jahr besonders Menschen würdigen, gerade im Blick auf das Martin-Luther-Jahr, die sich in besonderer Art und Weise in der Ökumene engagieren.

Musikalisch wird der Gottesdienst vom Domchor gestaltet mit der Messe von Anton Bruckner: „Christus factus est“ und tantum ergo. Zur Meditation vor dem Gottesdienst wird von J.G. Stephens: Ubi caritas und von J.E. Habert Hoc corpus zu hören sein. Zum Schluss des Gottesdienstes wird das Allerheiligste in die Andreas-Kapelle übertragen. Dort ist dann bis Mitternacht Anbetung im Gedenken an die Todesangst Jesu im Garten Gethsemane und an die Gefangennahme.

Karfreitag

Dem Leiden und Sterben Jesu Christi gedenken die Gläubigen am Karfreitag, 14. April, um 15 Uhr, mit Bischof Oster. Aufgeführt wird die Johannes-Passion von Andreas Unterguggenberger. Zu hören sind Gesänge von H. W. Davis; F. Anerio; T. L. da Victoria und G. P. da Palestrina.

In der Lambergkapelle ist ein „heiliges Grab“ errichtet. Die Kapelle ist von ca. 16.30 Uhr (ab Ende des Gottesdienstes) bis 20 Uhr zum stillen Gebet geöffnet; am Karsamstag von 8.30 Uhr bis 14 Uhr.

Karsamstag - Osternacht

Die Osternacht, die Nacht von Karsamstag auf den Ostersonntag, ist nach ältester Überlieferung „eine Nacht der Wache für den Herrn“. In dieser österlichen Nachtwache wird gebetet zum Gedenken an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten und damit an den Durchgang vom Tod ins Leben. Bei der Lichtfeier wird die Osterkerze als Symbol für den Auferstandenen entzündet. Das Osterwasser wird geweiht und damit auch das Wasser, das bei den Taufen verwendet wird. Die Feier mit Bischof Oster beginnt am Karsamstag, 15. April, um 21 Uhr im Dom. Zum Gloria läuten festlich die Glocken und nach dem Segen wird der dreimalige österliche Halleluja-Ruf angestimmt. Musikalisch wird der Gottesdienst von C. M. Heiß mit der „Missa pro pace“ umrahmt.

Es kommt zur Uraufführung des Werkes „Mache dich auf“ von Philipp Ortmeier. Das ist das Preisträgerwerk des Kompositionswettbewerbes der Diözese Passau und der Stiftung Geburtshaus Benedikt XVI. anlässlich des 90. Geburtstages von Papst Benedikt XVI. Auch der Komponist wird bei der Uraufführung dabei sein. Zum Auszug spielt Domorganist Ludwig Ruckdeschel die Orgel: Jean Langlais: Incantation pour un Jour Saint "Lumen Christi".

In diesem Jahr findet auch erstmals wieder eine Erwachsenentaufe statt. In der Osternacht werden Alexandra Mandl, Marcela Novakova und Brian Thomas das österliche Sakrament der Taufe empfangen und dadurch in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen. Begleitet werden sie auf diesem Weg durch ihre Taufpaten.

Ostersonntag

Am Ostersonntag, 16. April, feiert der Bischof mit den Gläubigen ab 9.30 Uhr den Gottesdienst. Umrahmt wird der Gottesdienst von der Dommusik mit der Theresienmesse in B-Dur und mit dem Halleluja aus „Messiah“ von G. F. Händel. Die Vesper um 17 Uhr feiert Dompropst Dr. Michael Bär. Von der Frauenschola sind Scholagesänge zu hören.

Ostermontag

Der Gottesdienst am Ostermontag, 17. April, mit Domdekan Msgr. Dr. Hans Bauernfeind beginnt um 9.30 Uhr. Dazu erklingt von der Dommusik von W. A. Mozart die Missa brevis in C „Spatzenmesse“ KV 220.


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