06.04.2017, 11:58 Uhr

Saubere Aktion des KDFB: Plastikfasten Ein Fluch? Plastikmüll auf dem Mehrweg-Einweg-Irrweg

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KDFB rief in der Fastenzeit zum Plastikfasten auf.

PASSAU Es ist gar nicht so einfach, das mit dem Plastikfasten. Waschmittel wird in Plastikflaschen abgefüllt – genauso wie viele Getränke; Toilettenpapier ist in Plastikfolie eingewickelt; Süßigkeiten sowieso; und selbst, wer Bioprodukte kauft, kauft mitunter zwangsweise Plastikumhüllungen oder -schalen mit. An Plastik führt in unserem Alltag kein Weg vorbei – ob man will oder nicht! Leicht und unkaputtbar – unverzichtbar, oder?

Der Verbraucherservice Bayern rief – anlässlich der Fastenzeit 2017 – vom 1. März bis 16. April zum Plastikfasten auf. Marianne Wolff vom Verbraucher Service Bayern, KDFB Passau, gibt hierzu auch gleich nützliche Tipps für den Einkauf an die Hand:

• Ersetzen Sie Plastiktüten durch langlebige Tragetaschen aus Baumwolle oder recyceltem Kunststoff. Nehmen Sie eine zusammenfaltbare Tasche für Spontankäufe mit.

• Greifen Sie zu frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln.

• Bevorzugen Sie lose Produkte.

• Für den Kauf von Obst, Gemüse oder Brot können Sie mehrfach nutzbare Beutel aus Baumwolle oder Kunststoff verwenden. Ganz ohne Verpackung geht es, wenn Gebäck als Zwischenmahlzeit sofort verzehrt wird.

Verpackungen im Supermarkt lassen

• Kleinteile wie Schreib- und Kurzwaren sowie feste Seifen zum Händewaschen, für die Dusche und als Haarshampoo werden oft unverpackt angeboten.

• Kaufen Sie Flüssigseife und Haushaltsreiniger in Nachfüllpackungen. Diese benötigen nur rund ein Drittel der Verpackung im Vergleich zur Kunststoffflasche.

• Ziehen Sie Fleisch, Wurst und Käse von der Theke abgepackter Ware vor.

• Nutzen Sie langlebige Behälter. Tragetaschen, Brotzeitboxen und Getränkeflaschen haben eines gemeinsam: Je öfter sie genutzt werden, desto besser ist ihre Umweltbilanz.

• Trinken Sie Leitungswasser oder kaufen Sie Mehrwegflaschen. Achten Sie auf Angaben wie „Mehrweg“ oder „Pfandflasche“ sowie auf die Höhe des Pfands: 8 oder 15 Cent Pfand sind typisch für Mehrwegpfandflaschen.

• Ob Kaffeekapseln, Tabs oder Süßigkeiten – vermeiden Sie Produkte in kleinen Einzelportionen. Sie haben einen höheren Verpackungsaufwand und sind meist teurer.

• Achten Sie darauf, ob die Verpackung im Vergleich zum Produkt überdimensioniert ist.

• Lassen Sie unerwünschte Umverpackungen im Supermarkt zurück.

• Trennen Sie Verpackungen zu Hause in die dafür vorgesehenen Wertstoff-Behälter

„Immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher greifen zu Einwegverpackungen. Nur noch 45,7 Prozent der pfandpflichtigen Getränke sind in Mehrwegflaschen abgefüllt, obwohl diese aus Umweltsicht günstiger zu beurteilen sind“, weiß Marianne Wolf vom Verbraucher Service Bayern, KDFB Passau. Der Grund: Einweg- und Mehrwegflaschen sind für viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht oder nur schwer voneinander zu unterscheiden: Sie sind aus den gleichen Materialien, besitzen ähnliche Formen und kosten beide Pfand.

Hierzu Marianne Wolff: „Mehrwegflaschen aus Glas können bis zu 50-mal, solche aus Kunststoff bis zu 25-mal wieder befüllt werden. Im Vergleich zu Einweg-Flaschen und Dosen, die nur einmal genutzt werden, sind Mehrweg-Flaschen aus Glas und Kunststoff umweltfreundlicher: Sie verbrauchen auf ihrem Lebensweg weniger Energie und Rohstoffe. Ihre Umweltbilanz ist umso besser, je kürzer der Transportweg ist. Bevorzugen Sie möglichst regionale Anbieter.“

Für Mehrweg-Flaschen ist immer ein Pfand zu zahlen. Typisch sind 8 Cent für Bier- und 15 Cent für sonstige Flaschen. Dass ein Pfand erhoben wird, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es sich um eine Mehrwegverpackung handelt. Marianne Wolff informiert: „Auch die meisten Einwegflaschen und -dosen sind pfandpflichtig. Ohne Pfand erhältlich sind bisher Frucht- und Gemüsesäfte/-nektare sowie Milchgetränke mit einem Milchanteil von mindestens 50 Prozent, zum Teil ändert sich dies ab 2019 durch das neue Verpackungsgesetz. Ebenso wird auf Wein und Spirituosen sowie auf diätetische Getränke für die Säuglings- und Kleinkinderernährung kein Pfand erhoben.“

Wir verbrauchen 120 Liter Wasser täglich

Apropos trinken: Ein Kubikmeter Leitungswasser – das sind 1.000 Liter – kosten in Deutschland weniger als zwei Euro. Rund 120 Liter verbrauchen wir im Durchschnitt jeden Tag – nur 3 bis 5 Liter davon zum Kochen und Trinken. Wer gerne Sprudelwasser trinkt, kann sein Leitungswasser mit entsprechenden Geräten selbst mit Kohlensäure anreichern. Übrigens: Steht das Wasser längere Zeit in der Leitung, kann sich die Qualität des Wassers verschlechtern; für Lebensmittelzwecke daher nur frisches Wasser verwenden.

Übrigens: Lifestyle-Mineralwasser wird teuer angeboten und kann aus den entferntesten Winkeln der Erde kommen. „Belebtes Wasser“ – auch unter der Bezeichnung „levitiert“, „vitalisiert“ oder „informiert“ – soll positiv auf Körper und Seele wirken. Beides halten Ernährungsexperten für überflüssig. 


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