22.06.2015, 15:18 Uhr

Aus den Fehlern der anderen lernen SPD warnt vor Schnellschüssen bei Ilztalbahn

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Auf ihrer letzten Sitzung hat sich die SPD-Kreistagsfraktion schwerpunktmäßig mit Themen aus dem Verkehrsausschuss auseinandergesetzt. Insbesondere der Antrag auf Aufnahme des Probebetriebes bei der Ilztalbahn sorgte für Diskussionen.

PASSAU / FREYUNG Fraktionsvorsitzender Andreas Winterer betonte, dass man als SPD grundsätzlich immer aufgeschlossen für den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel sei. Es dürfe jedoch nicht passieren, dass ideologische Ziele über den praktischen Alltag der Landkreisbürger gestellt werden. Jede geplante Maßnahme müsse auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und mit der Frage konfrontiert werden, ob sie überhaupt zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs beiträgt.

Vielmehr sollte man aus den Fehlern lernen, die offensichtlich im Landkreis Regen gemacht worden sind. Dort stimmte am 8. Februar diesen Jahres in einem Bürgerentscheid zwar eine Mehrheit der Landkreisbürger für die Aufnahme des Probebetriebs der dortigen Bahnlinie Gotteszell-Viechtach. Allerdings wurden die betroffenen Anliegergemeinden auch überstimmt mit der Konsequenz, dass über 150 Schüler aus bis zu drei Kilometer vom nächsten Bahnhof liegenden Orten mit der Bahn zur weiterführenden Schule transportiert werden sollen.

Bürgermeister Georg Steinhofer aus Neukirchen vorm Wald positionierte sich ganz klar gegen die Aufnahme des Probebetriebs und warnte vor einer Fremdbestimmung der betroffenen Gemeinden. „Wir wollen keine umständlicheren und gefährlicheren Schulwege für unsere Kinder.“

Fraktionsvorsitzender Andreas Winterer fasst die Haltung seiner SPD-Fraktion zusammen: „Wir können uns für eine Potenzialanalyse, geschweige denn einen Probebetrieb nur erwärmen, wenn sichergestellt ist, dass es zu keinen Einschränkungen des gut organisierten Bussystems und der damit bereits sehr effizienten Schülerbeförderung kommt. Die geforderten 1000 täglichen Personenfahrten dürfen nicht auf Kosten von deutlich längeren Schulwegen durchgesetzt werden.“ Nichtsdestotrotz hielt Winterer das großartige Bürgerengagement des Ilztalbahn-Fördervereins und seine Verdienste um die touristische Nutzung der Ilztalbahn fest. 


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