09.03.2012, 17:34 Uhr

Bauernland Inn-Salzach Betriebsbesichtigung auf dem Sternegger-Hof

Foto: Bauernland Inn-SalzachFoto: Bauernland Inn-Salzach

Die Mitglieder des Vereins Bauernland Inn-Salzach trafen sich zu einer Betriebsbesichtigung bei Rosi und Sepp Sternegger in Obertaufkirchen

OBERTAUFKIRCHEN Rosi Sternegger, vielen schon bekannt vom Wochenmarkt in Ampfing, ist mit Leib und Seele Schäferin. Die Lämmer springen munter umher und die Mutterschafe stehen wiederkäuend in dem großen geräumigen Stall, als die Besucher zur Besichtigung anrücken. Nicht aus der Ruhe zu bringen zupfen sie an frisch duftendem Heu, das kurz zuvor der Schafbauer Josef in die Futterraufen gefüllt hatte.

Mit ungefähr 40 Mutterschafen und einem Zuchtbock bewirtschaftet die Familie Sternegger ihre Landwirtschaft im Nebenerwerb. Die eigene Fläche reicht nicht ganz aus, aber es melden sich immer wieder Grundbesitzer aus der Region, die schwer zu pflegende Flächen oder große Obstgärten haben, die die Schafe beweiden können. Sind diese Flächen zu weit vom Hof entfernt, werden einige Schafe aus der Herde genommen und gehen zum Abweiden in „Pension”. Gerade in den Sommermonaten reichen ein windgeschützter Unterstand, ein ausbruchsicherer Zaun und die regelmäßige Wassergabe aus, um diese genügsamen Tiere weiden zu lassen.

„Wir machen einfach Schaf-Sharing”, erzählt Rosi Sternegger. „Im Sommer verleihen wir die Schafe und im Winter holen wir sie wieder ab. Dann bleiben sie bei uns im Stall, bis die Wiesen wieder in sattem Grün stehen. Anschließend kommen sie wieder in die Schaf-Gastfamilien.” Anders als noch vor einigen Jahren ist der Preis für heimisches Schaffleisch wieder auf ein Niveau gestiegen, das die ein oder andere längst fällige Investition zulässt.

Als zertifizierter EU-Schlachtbetrieb werden die Lämmer, nie mehr als drei auf einmal, ohne großen Stress für Mensch und Tier in dem eigenen Schlachthaus direkt am Hof geschlachtet. Das Lammfleisch dankt es durch einen besonders milden Geschmack. In dem gut gekühlten Zerlege-Raum im Keller neben der Kühlung wird das frische Fleisch portionsgerecht zerteilt und vakuumverpackt. Die etwas älteren Tiere werden mit Schweinefleisch zu Pfefferbeißern, Dicken oder Leberkäs verarbeitet. Diese Wurstspezialitäten wurden denn auch gleich beim anschließenden gemütlichen Beisammensein verkostet und von den anwesenden Bauernland-Mitgliedern als äußerst schmackhaft befunden.

Schafe bestehen, wie man weiß, nicht nur aus Fleisch. Deshalb wollten vor allem die Frauen vor dem kulinarischen Teil des Beisammenseins noch einen Blick in das kürzlich eröffnete Wollstüberl werfen. Und das hat sich allemal noch gelohnt. Merino-Wollprodukte, wie handgestrickte Handschuhe, Wollsocken oder kuschelig weiche Pullover gibt es im Wollstüberl ebenso wie Trachten-Filzhüte, Fell-Hausschuhe, ein flauschiges Lammfell und natürliche Kosmetikprodukte aus Schafmilch. Qualität statt Quantität ist auch hier die Devise und die Qualität der Sternegger-Produkte war rundum überzeugend.


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